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Gute Wünsche


Winter an der Isel Wir wünschen schöne Weihnachtstage und ein Jahr 2012, welches auch für unsere Natur Gutes bringen möge!

Netzwerk Wasser Osttirol wird sich wie bisher dafür einsetzen, dass unsere noch verblieben Bäche und Flüsse unzerstört erhalten bleiben; gerade in einer Zeit, in welcher schon andere Stromerzeugungsmöglichkeiten Standard geworden sind. Unsere Landschaft darf nicht zum Selbstbedienungsladen verkommen.

Wir danken allen unseren Freunden und Mitstreitern für ihr bisheriges Interesse und bitten um weitere Unterstützung!




Skurrile Tourismusvisionen - Kommentar G. Rainer

"Natur zerstören, um dann Natur zu inszenieren?" kommentiert Gottfried Rainer in der heutigen Ausgabe der Tiroler Tageszeitung die Situation im Virgental.

Skurrile Tourismusvisionen - alte Hüte, neu verkauft

"Trendforscher Andreas Reiter hat Visionen für die Stärkung des Tourismus im Virgental" meldet die Tiroler Tageszeitung heute.

Zwei gläubige BürgermeisterDa hatten die PR-Fachleute der Werbeagentur SVWP einen gewissen Trendforscher Andreas Reiter engagiert ("Es gibt Wissenschafter, die sich engagieren, und solche, die sich engagieren lassen" © Bernd Lötsch). Er stellt den Virgentaler Bürgermeistern und sonstigen Gläubigen uralte Hüte in Aussicht: Eine Kraftwerks-Inszenierung als Tourismus-Attraktion.

Derartige skurrile Vorschläge brachten Kraftwerksplaner schon in den achziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als sie den skeptischen Osttirolern das Riesenkraftwerk Dorfertal-Matrei schmackhaft machen wollten - z.B eine Dorfertal-Staumauer mit Aussichtsliften und Kletterapplikationen.


Die Iselstiftung als Wünschewecker Dass die Bürgermeister ihre Volksbefragung nur in Bausch und Bogen durchführen wollen, meldet die Kleine Zeitung; offenbar sollen die zunehmenden Vorbehalte in Prägraten durch die Stimmen der massiv animierten Virger Gefolgsleute übertüncht werden.

Von "Virgentaler Rechenkünstlern" erzählt Dolomitenstadt.at, welche eine wunderbare Geldvermehrung planen. Die Iselstiftung, so die Bürgermeister, soll dann diese Reichtümer aufnehmen und für die Wünsche der Bürger bis hin zur "Daseinsvorsorge" (Iselrente für jedermann?) bereithalten.

Fata Morgana im Virgental?

Lösegeld für die Isel?

Der Bürgermeister der Gemeinde Virgen stellt sich vor, dass die Allgemeinheit Lösegeld für die Isel zu entrichten habe - die Isel sozusagen freikaufen soll.

Dies berichten die Kleine Zeitung und die Tiroler Tageszeitung.


Kinderspiel an der Isel - was ist es wert? Die Spekulation, den „Wert der Isel“ in Zahlen auszudrücken und diese dann sozusagen zur Erpressung der Allgemeinheit zu verwenden, welche eine „Entschädigung“ für das Nicht-Ableiten der Isel zu entrichten habe, beruht auf zumindest zwei Irrtümern:

Vorerst einmal ist die Isel nicht Privatbesitz einzelner Gemeinden oder ihrer Bürgermeister, sondern als öffentliches Wassergut Eigentum aller Österreicher. Sollen diese Lösegeld für etwas zahlen, was ihnen ohnehin gehört?

Unrichtig ist sodann die zerstörerische Ansicht, alles sei in Geld oder Geldeswert auszudrücken.

In den siebziger Jahren veröffentlichte der Ökonom Ernst F. Schuhmacher eine zeitlose Betrachtung:
„Meta-Ökonomisches – oder: Wo das Rechnen aufzuhören hat“ (s.u.). In einer Zeit der Wirtschaftsreligion sei die Frage von grundsätzliche Bedeutung, wann es erlaubt sei, Qualitäten zu quantifizieren und wann nicht. In seiner Betrachtung legt er schlüssig dar, dass nicht alles in Zahlen ausdrückbar und damit kalkulierbar sei: der Mensch selbst z.B. und auch das, was er nicht beliebig selbst herstellen kann, wie die Grundelemente seiner Umwelt. Die Kalkulation von Meta-Ökonomischem bedeute eine Zerstörung höherer Werte.

Das Unvermögen mancher Zeitgenossen, den Unterschied von Wert und Preis zu erkennen, hat seinerzeit Horst Stern besonders prägnant ausgedrückt: „Es ist sinnlos, mit Technokraten zu streiten – sie kennen den Preis von Allem und den Wert von Nichts“.


Heute bedeutsamer denn je:
Ernst F. Schuhmacher zum Nachlesen:


Wikipedia: Ernst Friedrich Schuhmacher

Innervillgraten: getürkter Wasserrechtsbescheid?

Der Bürgermeister der Gemeinde Innervillgraten erhofft sich schon längere Zeit aus Wasserkraftwerksprojekten ein Zusatzeinkommen für die verschuldete Gemeinde.

Die für die Duchsetzung verwendeten Methoden sind einigermaßen obskur. Auch der naturschutzrechtliche Bescheid kam auf fragwürdige Weise zustande; das Naturschutzgutachten war nämlich eindeutig negativ. Letztendlich vergab die Gemeinde in riskanter Art Planungsaufträge, es liegt ja noch keine endgültige Genehmigung vor.

Im Berufungsverfahren stellt nunmehr ein energiewirtschaftliches Fachgutachten fest, dass im Wasserrechtsbescheid der Tiroler Landesregierung eine viel höhere Stromausbeute genannt wird als nach den hydrologischen Daten möglich ist. Das Vorhaben ist betriebswirtschaftlich absolut unrentabel.

Umweltdachverband und Oesterreichischer Alpenverein appellieren daher an LH Platter und BM Berlakovich, dass die Kraftwerkspläne in Innervillgraten sofort zu stoppen seien.
Der Wasserrechtsbescheid der Tiroler Landesregierung "ist allein schon wegen Falschberechnung der Stromproduktion rechtswidrig" und müsse daher von der obersten Wasserrechtsbehörde ersatzlos aufgehoben werden".

Isel-Petition im Nationalrat

Der Osttiroler NR-Abgeordnete Gerhard Huber hat im Parlament die Petition "Nominierung der Isel als Natura 2000-Schutzgebiet" eingebracht; sie stand am 1. Dezember 2011 auf der Tagesordnung des Ausschusses für Petitionen und Bürgerinitiativen.

Diese Isel-Petition kann von jeder Österreicherin und jedem Österreicher über 16 Jahren durch die Abgabe einer Zustimmungserklärung unterstützt werden.

Diskussion Wasserkraftausbau - Nachbetrachtung


Einladung der Universität Innsbruck zur Wasserkraft-Diskussion Das Podium im großen Hörsaal Campus Technikerstraße war von einer großen Runde besetzt; die Diskussion lief, wie es zu erwarten war. Ohne auf die Argumente der Ökologie und das Naturschutzes einzugehen versuchte man mit Drohszenarien die weitere Ausbeutung unserer verbliebenen Gewässer zu begründen.

Besonders die Politik schien Probleme mit differenziertem Denken zu haben und operierte mit Pauschalphrasen. Die primitiv verkürzte Argumentation, wenn man keinen Kohle- oder Atomstrom wolle, müsse man eben die Wasserkraft ausbauen (Steixner), zeigt eine völlige Ignoranz gegenüber den schon vorhandenen Standard-Stromerzeugungen aus Wind und Sonne. Offenbar ist Tirols Mandataren der Blick auf die sich gerade dramatisch ändernde stromwirtschaftliche Situation in Europa durch die Berge ringsum verstellt.

So produziert z.B. das Burgenland nach den neuesten Angaben der Statistik Austria jetzt schon 66,7 % seines Stroms aus Windkraft und baut weitere Kapazitäten zu; in Kürze könnte die TIWAG statt Atomstrom aus Tschechien sauberen Windstrom aus Ostösterreich beziehen. In Tirol ließen sich mit nur einem Teil der jährlichen Werbekosten der TIWAG Tausende von Solarstromanlagen initiieren.


Die Medien schilderten die Diskussion verschieden: Die Krone entdeckte einen Konsens , die TT empfand einen harten Schlagaustausch.

Netzwerk Wasser Osttirol wies in einer Wortmeldung auf die beabsichtigte Zerstückelung des Nationalparkflusses Isel hin und bekam zur Forderung nach intakten Erinnerungsflüssen kräftigen Beifall aus dem Publikum.

Köll will mit Dreierpakt Iselkraftwerk erreichen

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Update Medienstimmen:
Die TT über politische Verwerfungen als Folge der Köll-Aktion,
die Kleine Zeitung mit einem Kommentar zu Kölls "Tarnen und Täuschen"
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Herbstliche Isel unter Brühl: wo hier  noch Wasser wegnehmen? Es war zu erwarten: BM Köll plädierte am 9.11.2011 im Gemeinderat heftig für ein Iselkraftwerk. Er hat sich hierzu einen Kompagnon gesucht, der genau sowenig wie er selbst Respekt vor den landschaftlichen Kostbarkeiten Osttirols besitzt: Michael Theurl, Leimholzhersteller aus Thal, welcher sich schon mehrfach und äußerst hartnäckig bemüht hat, durch die Ableitung des Debantbaches eine Geldquelle zu erschließen. Zwei kongeniale Partner, die mit gegenseitiger Unterstützung nun aus der Isel Bares machen wollen.

Der dritte Nutznießer im Bunde ist die LFS – jene Consultinggesellschaft, welche die Potentialstudie Wasserkraft erstellt hat und nun ihr (vom Land Tirol mit mindestens 300.000 Euro finanziertes und bislang geheimgehaltenes) Insiderwissen selbst zu verwerten gedenkt (siehe "Fördert Energielandesrat Steixner mit Steuermitteln Insidergeschäfte?" ).

Der Allgemeinheit soll mit einem Rosstäuscherargument die Ableitung der Isel als notwendig dargestellt werden: „Wenn wir die Isel nicht ableiten, werden es andere tun.“

Tatsache ist:

Niemand aus der gesamten EU oder darüber hinaus kann eines unserer Gewässer ableiten, wenn wir in Österreich dies selbst nicht wollen und entsprechende Schutzbestimmungen vorsehen.

Wenn allerdings wir selbst über Betreiben unserer Wasserkraftkonzerne den Wert unserer Gewässer möglichst tief eingestuft haben, sie nur als allfällige Geldbringer durch Kraftwerke sehen und sie mit rechtlichen Spitzfindigkeiten geradezu „vogelfrei“ erklären, wenn wir unseren Landesumweltanwalt knebeln und im österreichischen Wasserrecht sogar mit einen eigenen Ausnahmeparagraphen für Wasserkraftwerke das grundsätzlichen Verschlechterungsverbot der Wasserrahmenrichtlinie umgehen – dann dürfen wir uns über Begehrlichkeiten Anderer nicht wundern.


Ehrliche nationale Schutzbestimmungen wären für die Erhaltung solcher Kostbarkeiten wie die Isel völlig ausreichend – warum sieht man sie nicht vor?

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Medienstimmen:

Die TT über den Protest des WWF.
Über die Gemeinderatssitzung vom 9.11.d.J. berichten Kleine Zeitung; Die Kraft der Isel lockt", Tiroler Tageszeitung "Matrei beharrt auf Iselkraftwerk" sowie Dolomitenstadt.at vom 10.Nov.2011 "Köll schmiedet eigene Pläne an der Isel!", diese auch mit einem besonders eindringlichem Kommentar.

Weiterer Anschlag auf die Isel


Die Isel in der vorgesehenen Ausleitungsstrecke bei Feld Die Gier steigt, die Hemmschwelle sinkt: Ausbeuten ohne Scham?

Worüber wir schon im Sommer berichteten - und was auf noch ältere Wurzeln zurückgeht - will er nun mit Hilfe weiterer Bürgermeister wirklich erreichen: dass ein Stück aus der Isel herausgeschnitten und zum Geldmachen über Turbinen geschickt werden soll.

BM Köll von Matrei wird am 9. Nov. 2011 in seinem Gemeinderat abstimmen lassen, ob ein Angebot über eine Projektstudie für ein Iselkraftwerk zwischen Brühl und Huben eingeholt werden soll. Erstellen soll dieses Projekt für ein Gemeinschaftskraftwerk von neun Gemeinden die ILF, die Mutterfirma jener INFRA, welche gerade die Ausleitung der Isel im Virgental plant und die nach einer ersten Abschätzung dieses neue Projekt als sehr ergiebig beurteilt.

Die Vorarbeiten dazu gehen auf das Land Tirol zurück: Begehrlichkeiten säen, Wasserkraftwerke ernten?

Energie-Landesrat Steixner war es, der zur leichteren Durchsetzbarkeit von neuen Wasserkraftwerkprojekten beides erstellen ließ: Kriterienkatalog und Potentialstudie Wasserkraft - durch genau jene Firmen INFRA und ILF, die nun an deren Umsetzung unmittelbar verdienen sollen. Schon im Juni d.J. fragte dietiwag.org: Fördert Energielandesrat Steixner mit Steuermitteln Insidergeschäfte?

Steixner ist es auch, welcher nun landauf und landab die Gemeinden ermuntert, zur Aufbesserung der Gemeindefinanzen Wasserkraftwerke zu bauen - möglichst größere und möglichst gemeinsam.

Diese Iselkprojekte liegen genau auf dieser Linie des Landes Tirol: Plattes Nützlichkeitsdenken ohne jeden Respekt vor Werten!


Winterwasser der Isel in Huben - Anfang März 2011 Eine grundsätzliche Kritik hat Netzwerk Wasser schon am Beispiel des Wasserkraftwerkes Virgental erstellt; sie gilt natürlich uneingeschränkt auch für dieses neue Vorhaben.

Darüber hinaus ist zu diesem Projekt noch besonders anzumerken: Sogar dann, wenn es wirklich zum Bau käme, ist es überaus fragwürdig, ob Köll damit tatsächlich das Schuldendesaster seiner Gemeinde wesentlich mindern könnte. Ein Sommerkraftwerk, welches im Winter nahezu keinen Strom liefern könnte, das erst nach einer Reihe von Jahren Einkünfte brächte (wenn überhaupt - wie wird der gerade sich dramatisch ändernde europäische Strommarkt in fünfzehn oder zwanzig Jahren aussehen?), dessen nicht unbegrenzten Erträge mit anderen Gemeinden geteilt werden müssten ,,,,

Für eine solche Reihe von Fragezeichen den letzten unausgeleiteten Gletscherfluss der Alpen amputieren?
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Zur vertiefenden Information:

Kabinett Spindelegger: Äußerst dürftige Antwort

Wir hatten über einen "Offenen Brief" des Osttiroler Landschaftsschutzvereins an Vizekanzler und ÖVP-Parteiobmann Spindelegger berichtet.

Nunmehr - nach angemessener Zeit der Reifung - kam die Antwort. Sie übertraf die bescheidensten Erwartungen durch einen noch dürftigeren Inhalt.

Die Presse habe "missverstanden" - es seien aber "Maßnahmen im Bereich der UVP-Verfahren" erforderlich (genau die Diktion der Wasserkraftkonzerne!).

Gar nicht eingegangen wurde auf die inhaltlichen Argumente - weder die des ersten Schreibens noch jene des zweiten Briefes. Einige dürftige Gemeinplätze - genau jene nichtssagende Phraseologie, die den desolaten Ruf dieser agierenden Politiker bewirkt hat und weiter verstärkt.

Der Brief aus dem Kabinett Spindelegger


Der Landschaftsschutzverein nahm sich in seiner Antwort kein Blatt vor den Mund.

Iselkraftwerk: Mehr und mehr Skepsis in Prägraten


Prägraten: Bürgerinitiative bekommt immer mehr Anhänger Das TT-Forum zum Kraftwerksprojekt Isel am 19.10.2011 zeigte es deutlich:

Die Bedenken und Widerstände gegen die Ableitung der Isel aus dem Virgental sind unübersehbar.

Die Tiroler Tageszeitung berichtet heute über dieses Forum (mit einem Kommentar von Catharina Oblasser über die Stimmung dort);
die Kleine Zeitung spricht von einer "überraschenden Wende" ("Schützenhilfe für Kraftwerksgegner") in Prägraten.

Gottfried Rainer stellt ergänzend dazu einen "Heiligen Berg und gänzlich unheilige Flüsse" vor.
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Update:
Auch DOLOMITENSTADT.at berichtet über das TT-Forum in Prägraten - mit markanten Wortmeldungen!

TT-Forum zum Projekt Iselkraftwerk


Prägraten: TT-Forum zum Kraftwerksprojekt  IselZum Projekt eines Iselkraftwerkes veranstaltet heute abend die "Tiroler Tageszeitung" ein Diskussionsforum in Prägraten: Am Podium die Bürgermeister von Virgen und Prägraten sowie Adolf Berger und Mag. Rita Feldner von der BI gegen das Kraftwerk Virgental.

Mittwoch, 19. Oktober 2011, 19:30 Dorfsaal Prägraten

Die Ausleitung der Isel beschäftigt ja nicht nur die Bewohner der beiden Virgentaler Gemeinden; es besteht im Forum für alle Interessierten die Möglichkeit, Fragen zu stellen und die eigene Meinung zu sagen.

Netzwerk Wasser Osttirol hat in einer Medienaussendung zum propagierten "weiterentwickelten" Projekt der Iselausleitung Stellung bezogen.

"Sämann" an Walter Mair


Sämann-Preisträger Walter Mair
Zum zweiten Mal vergibt das Ideenforum Osttirol seine ganz besondere Auszeichnung - den Sämann" - für ein idealistisches Lebenswerk im Dienste Osttirols. Nach Wolfgang Retter (2008) ist es dieses Mal der Alpin-Autor Walter Mair, der in zahlreichen Bildbänden und Führern die landschaftlichen Facetten Osttirols dargestellt hat und seit vielen Jahrzehnten im Oesterreichischen Alpenverein tätig ist.

Bei der Veranstaltung wird der Präsident des Österreichischen Alpenvereins Ass. Prof. Dr. Christian Wadsek aus Graz den Festvortrag „Tourismus & Alpenverein – Symbiose oder Widerspruch“ halten.

Freitag, 21. Oktober 2011, 19:00 Uhr im Kultursaal Debant (Einladung mit dem Abendprogramm)

Netzwerk Wasser Osttirol freut sich mit dem Geehrten!

Iselkraftwerk soll Milch und Honig spenden


Milch und Honig soll die abgeleitete Isel spenden Der Virgentaler Weg" wird in ein goldenes Zeitalter führen, sollte die Präsentation des "weiterentwickelten Projektes" der Iselausleitung am 14. Oktober glauben machen. Am Werke war eine professionelle PR-Agentur, die Bürgermeister durften den eingeladenen "lieben Virgentalerinnen und Virgentalern" die Benefizien vortragen.

Berichte über die zuvor abgehaltene Pressekonferenz der Agentur sind in verschiedenen Medien erschienen, z.B. im ORF Tirol, in der Kleinen Zeitung, in der Tiroler Tageszeitung und in DOLOMITENSTADT.at am 14.10.2011 sowie am 15.10.2011; dort erschien auch ein besonders treffender Kommentar.

Netzwerk Wasser Osttirol nimmt in einer Medienaussendung Stellung.

Offener Brief an Vizekanzler Spindelegger

Man möge "Wasser predigen und Wasserkraft beschließen" und dürfe sich "von diesem Weg nicht von Bürgerinitiativen abbringen lassen"
äußerte Vizekanzler und Außenminister Dr. Spindelegger auf der VERBUND-Tagung in Fuschl.

Der "Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol" richtete aus diesem Anlass einen "Offenen Brief" an Dr. Spindelegger, in welchem er höfliche Umgangsformen gegenüber Bürgern einmahnt und sich gegen diese undemokratische und unsachliche Aussage verwahrt.

Der Offene Brief vom 11.10.2011
Das unbeantwortet gebliebene vorangegangene Schreiben vom 13.6.2011

Beim WWF Österreich kann man ein Protestmail an Spindelegger unterzeichnen.

Debantbach: neue TIWAG-Begehrlichkeiten

Über neue Begehrlichkeiten der TIWAG berichtet die Kleine Zeitung.

Anfang der Neunzigerjahre hatte die TIWAG zu ihren dort bestehenden Werken noch weitere Ableitungspläne für den Debantbach; diese wurden vor einigen Jahren von einem privaten Industriellen wieder aufgegriffen.

-Nach wie vor: Hände weg vom Debantbach!!Nun - nach dem baldigem Auslaufen der Wasserrechte für ihre bestehenden Anlagen - will die TIWAG in aller Stille auch den oberen Bereich des Debantbaches in ein neues Gesamtprojekt einbeziehen, wodurch der jetzt noch freifließende Abschnitt des Baches massiv betroffen wäre. Dieses Projekt werde zur "Verbesserung der ökologischen Situation" führen, wird als zynisches Argument zu erwarten sein, da man dann im unteren Steilstufen-Bereich etwas mehr Wasser als bisher fließen ließe.

Ein weiteres - finanzielles - Argument sollen Zuwendungen oder Beteiligungen für die Gemeinden Dölsach und Nussdorf-Debant sein; die Gemeinden können dann als Gegenleistung unwillige Grundbesitzer und kritische Gemeindebürger unter moralischen Zustimmungs-Druck setzen.

Außer dem Tauerntal befindet sich damit nun ein zweites Nationalparktal Osttirols im unmittelbaren Visier der TIWAG!

Helga Kromp-Kolb: Vortrag in Oberlienz

Mittwoch, 12. Oktober 2011 um 19:30 Uhr im Kulturzentrum in Oberlienz:

"Der Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf Natur und Mensch"
Referentin: Frau Univ.-Prof. Dr. Helga Kromp-Kolb.

Frau Professor Kromp-Kolb unterrichtet an der Universität für Bodenkultur in Wien und leitet das Institut für Meteorologie. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt bei der Umweltmeteorologie. Sie hat Studien zur Regionalisierung von Klimaszenarien im alpinen Raum erstellt. In ihrem Vortrag stellt Dr. Kromp-Kolb ihre wissenschaftlichen Ergebnisse im Zusammenhang mit Klimaszenarien für den alpinen Raum vor. Letztlich geht es um die Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Region und um deren Risken und Herausforderungen. Der Klimawandel ist eine permanent stattfindende Veränderung unserer Umwelt. Deswegen müssen wir aktiv am Klimaschutz teilnehmen.


Vor und nach dem Vortrag werden positive Praxisbeispiele vorgestellt:

Modelle von „Car Sharing“(DI Michael Hohenwarter - Initiative „Osttirol im Wandel“)
Informationen über Photovoltaik (Martin Kollnig - Firma sune-solution)
Heimvorteilstage der LebensmittelhändlerInnen (Wirtschaftskammer Tirol, Bezirksstelle Lienz)

Organisation: Gemeinde Oberlienz und Umweltgruppe Oberlienz.


Wir laden alle Interessierten zum Vortrag herzlich ein. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Bestechungsgeld zur Landschaftszerstörung

Noch mehr verstümmelte Bäche, noch mehr schlammüberschichtete Talböden in Tirol?

Ja, wenn es nach LH Günther Platter geht.
... und seinem Energiesprecher LA Pertl, der ja Zentralbetriebsratsvorsitzender der TIWAG ist.

Damit erklärt sich der einäugige Tunnelblick der Tiroler Landespolitik auf die Wasserkraft. Nunmehr soll auch in der Bevölkerung die die Liebe zur Wasserkraft neu angefacht werden; mit Geld, so glaubt man, lässt sich so manches erkaufen.

Die Gemeinden sollen für neue Projekte der TIWAG doppelt so viel "Entschädigungen" bekommen wie bisher, wurde in der Regierungsklausur beschlossen; auch die Bürger sollen sich an der Ausbeutung weiterer Gewässer mit einer "Volksaktie" beteiligen können, berichtet die Tiroler Tageszeitung.


bestehende Wasserkraftwerke in Tirol - noch zu wenige?Nicht genug, dass es jetzt schon mehr als tausend Wasserkraftwerke in unserem Lande gibt (Karte links) - zur Förderung der TIWAG und Unterstützung von Gemeindesäckeln sollen noch viele weitere dazukommen.

Die kolportierten ca 2,6 Millionen Euro sind zwar - gemessen an den über vierzig Millionen, welche die TIWAG lt. Landesrechnungshof in knapp zweieinhalb Jahren für Beratung und Werbung ausgegeben hat - nur ein Almosen, aber doch immerhin Bares für Gemeinden, die damit in ihrem Einflussbereich kritische Bürger mundtot machen und die Weichen für neue Stau- oder Ausleitungswerke stellen können.


Der Speicher Durlassboden - eine Landschaftsattraktion? Aber auch dem kleinen Mann verspricht die ÖVP über "Volksaktien" eine Teilhabe an Wasserkraft-Geldern; er darf sich auf diese Weise an der Amputation seiner heimatlichen Gewässer beteiligen (Bild Kalserbach) oder auch an der Überstauung weiterer Täler ( Bild Durlassboden), die sich allerdings den größten Teil des Jahres durchaus nicht so malerisch zeigen wie das TIWAG-PR-Bild im TT-Beitrag.
Tirols Medien wird zu diesen anachronistischen Ausverkaufsideen Platters keine übermäßig massive Kritik äußern, werden sie doch für regierungs- und speziell Platter-freundliche Berichte mit reichlich geschalteten Regierungsinseraten belohnt.


TIWAG-Opfer Kalserbach an seiner Mündung in die Isel Die Torschlusspanik der Wasserkraftbauer und ihrer politischen Helfershelfer ist allerdings einigermaßen zu verstehen:

Immer mehr Bürger erkennen, dass inzwischen moderne Alternativen der Stromgewinnung existieren und zum Standard geworden sind.

Unsere Gewässerstrecken werden in absehbarer Zeit aufgebraucht sein, Wind und Sonne dagegen sind prinzipiell unbeschränkt vorhanden und ohne jedweden ökologischen Nachteil nutzbar (allerdings weder von Energiekonzernen noch von Politikern monopolisierbar). Eine einzige Windturbine an der Nord- oder Ostsee - in nahezu unbeschränkter Anzahl aufstellbar - kann die Ausleitung eines ganzen Baches ersetzen; in Deutschland fließt - trotz vorhandener Speicher- und Flusskraftwerke - aus Photovoltaik schon mehr Strom als aus Wasserkraft!

Tirol ist Österreichs Schlußlicht in der Erzeugung von Sonnenstrom, obwohl es besonders gute Voraussetzungen hierfür hat und die Menschen zu dieser "demokratischen" Form der Stromgewinnung besonders positiv eingestellt sind.

Warum, Herr LH Platter, nicht endlich eine "Sonnenstrom-Aktie???

Vollständige Tamariskenstudie 2011

Wie schon in der Pressekonferenz am 19.8.2011 über die Versäumnisse Tirols bei der Nennung der Isel für Natura 2000 angeführt wurde, liegt nun eine neue Zusammenschau über die Verbreitung der Deutschen Tamariske im Alpenraum vor. Hiervon gab es bislang eine erste Zusammenfassung; nun aber wurde die vollständige Studie vom Umweltdachverband veröffentlicht.

Frühherbstliche Tamarisken im Virgental Autor Helmut Kudronowsky hat an seine Tamarisken-Studie 2005 angeknüpft und in seiner Arbeit "Natura 2000 und Alpine Flüsse mit Ufergehölzen vom Myricaria germanica - Die Bedeutung der Isel und ihrer Zubringer für das EU-Schutzgebietsnetzwerk" ganz besonders die europäische Verantwortung Tirols für die Erhaltung der Deutschen Tamariske in ihrem Lebensraum Isel dargelegt.

> Die Tamarisken-Studie 2011 im Wortlaut

Mit dieser Beschwerde bei der Europäischen Kommission für die Einbeziehung der Isel in Natura 2000 sind die Tamarisken an der Isel nun Teil eines europäischen Verfahrens; landesgesetzliche Rechtsbeugungen - wie z.B. von Tirols LH Platter als Weisung für den Landesumweltanwalt angedroht - werden nicht mehr erfolgreich sein.

Netzwerk Wasser Osttirol wird zusammen mit dem Landschaftsschutzverein Osttirol das weitere Geschehen genauestens verfolgen.






Aufregung um Kraftwerke Innervillgraten, Kals


"90.000 Euro Planungskosten ohne grünes Licht?" fragt heute DOLOMITENSTADT.AT zur Vergabe der Detailplanung für das Kraftwerk Innervillgraten durch die Gemeinde; schon die ersten Planungen für dieses Kraftwerk hatte der Bürgermeister ziemlich eigenmächtig in Auftrag gegeben (wir berichteten); es war dann vom Land Tirol im Feber d.J. auf Biegen und Brechen genehmigt worden, worauf Grundbesitzer Einspruch erhoben. Nun riskieren der Bürgermeister und seine Gemeinderäten 90.000 Euro, weil ein rechtskräftiger Bescheid für dieses Kraftwerksprojekt fehlt. Der Umweltdachverband ortet Amtsmissbrauch und bringt auch die fehlende Handschlagqualität von LR Steixner zur Sprache.
Auch die Tiroler Tageszeitung schildert diese riskante Auftragsvergabe.

Dem Kraftwerksprojekt Haslach am Kalserbach widmet heute die Kleine Zeitung einen Beitrag. Für dieses Projekt war seinerzeit ja ein TIWAG-Ingernieur als Amtsgutachter bestellt worden. Ob nun der Kriterienkatalog wirklich "Zähne zeigt", muss sich erst erweisen; er ist ja nur eine Richtlinie und ermöglicht allenfalls Empfehlungen, aber keine rechtlichen Entscheidungen. Der Kalser Bürgermeister ist jedenfalls schon dabei, die Ablehnungsgründe zu entkräften.





LH Platter macht sich stark gegen Schwache

"Wenn es notwendig ist, würde ich dem Landesumweltanwalt auch eine Weisung erteilen" - so wird LH Platter in der TT vom 8.9.2011 zitiert; weder WWF noch der Landesumweltanwalt würden den Bau von Kraftwerken in Tirol bestimmen.

Sich stark machen gegen Schwache, scheint das Motto des Landeshauptmannes zu sein; die Natur Tirols hat ja außer dem Umweltanwalt keinen anderen gesetzlichen Vertreter; auch dieser ist durch die Weisungsmöglichkeit ganz offensichtlich geknebelt.

Ein Landesumweltanwalt darf ja sowieso nichts anderes tun als das, was die Aufgabe auch anderer Anwälte ist: Dafür zu sorgen, dass in Verfahren die Rechte eines Klienten - in diesem Falle der Natur Tirols - entsprechend gewahrt und gesetzliche Regelungen korrekt eingehalten werden.

Die Natur unseres Landes ist gegenüber den ständigen Begehrlichkeiten der verschiedensten Wirtschaftszweige ohnehin in denkbar schlechter Position.

Der Umweltanwalt Tirols ist als einziger in Österreich an politische Weisungen gebunden.

Für die Beendigung dieses rechtsstaatlich bedenklichen Umstandes trat im Feber d.J. der Landschaftsschutzverein Osttirol in einem "Offenen Brief" an die in Tirol politisch Verantwortlichen ein (wir berichteten); auch eine Petition "Weisungsfreiheit für den Tiroler Landesumweltanwalt" kann seit Sommer 2011 unterzeichnet werden.

LH Platter und die ÖVP machen sich damit auch zum Handlanger einer E-Wirtschaft, welche es bis heute nicht geschafft hat, die neuen Anforderungen der Zeit zu erkennen; sie sieht ihr einziges Heil auch heute noch wie seit hundert Jahren in der Ausleitung von Gewässern, von denen es inzwischen immer weniger gibt.

Der WWF hat sich in einer Aussendung dezidiert gegen eine solche Vorgangsweise ausgesprochen; zudem gab es weitere empörte Reaktionen auf diese Weisungsdrohung Platters (TT 9.9.2011).

Auch Netzwerk Wasser Osttirol verwahrt sich auf das Schärfste gegen ein solches Darüberfahren über die noch verbliebenen Naturschätze unseres Landes, das Erbe unserer Kinder und Enkel.




WWF für Erhalt der Isel im Virgental

Auch der WWF tritt ganz entschieden für den Erhalt der Isel im Virgental ein; eine Reihe von Medien berichten heute dazu:

DOLOMITENSTADT.at, Kleine Zeitung, ORF Tirol und auch die Tiroler Tageszeitung.

Isel: Zwischenerfolg der BI Virgental


Die mutigen Kämpfer für die Isel Von einem Zwischenerfolg in den Bemühungen um die Erhaltung der Isel im Virgental berichtet heute die Kleine Zeitung unter "Etappensieg für die Isel-Retter".

Im Vorprüfungsverfahren für die UVP (Umweltverträglichkeitspüfung) fehlen noch wichtige Gutachten, stellt die Umweltabteilung der Tiroler Landesregierung fest. Bis zu deren Vorliegen können keine Entscheidungen über den weiteren Fortgang des Kraftwerksprojektes erfolgen, bei dem nach den Vorstellungen der Betreiber die Isel aus dem gesamten Siedlungsraum des Virgentales ausgeleitet werden soll.

Ob inzwischen die Tiroler Landespolitik ihren Tunnelblick auf die Wasserkraft etwas weitet und z.B. entdeckt, dass auch in Tirol die Sonne scheint - sogar im Winter, wenn das Iselkraftwerk stillstünde?

Wir werden die Politiker jedenfalls immer wieder daran erinnern, dass angesichts vorhandener Alternativen eine Ableitung des letzten großen Gletscherflusses der Alpen unentschuldbar wäre.

Gentleman-Agreement auf Kosten unserer Gewässer?

Die E-Wirtschaft zeigt sich mit dem Umweltminister zufrieden und freut sich - Österreichs NGOs sind empört, schildert "oekonews" einen Bericht des Wirtschaftsmagazins "trend".

Ein neuer "Kriterienkatalog Wasserkraft" des Bundes soll den Ausbau der noch verbliebenen Fließgewässer Österreichs regeln.

Ein unklares "höheres öffentliches Interesse" soll den Kraftwerksbau weiter erleichtern, Naturschutz kommt darin gar nicht mehr vor, Tabuzonen für den Kraftwerksbau existieren nicht, obwohl solche beim Start der Verhandlungen vereinbart worden waren.

Die ganze Vorgangsweise erinnert in geradezu peinlicher Weise an die Entstehung des Kriterienkataloges in Tirol, an dessen Erstellung Kraftwerksplaner (INFRA) maßgeblich beteiligt waren und wo ebenfalls Zusagen nicht eingehalten wurden.

Die Wasserkraftwerksbauer geraten offensichtlich in eine massive Torschlusspanik - andere Stromerzeugungsarten (Wind, Solarnutzung) werden ja zunehmend zum Standard - und nutzen gezielt ihre engen Beziehungen zur Politik, um sich ihre Spielwiese noch möglichst lange zu sichern - auf Kosten unserer unvermehrbaren Fließgewässer sowie der Glaubwürdigkeit der Politik.

Der Bericht von "trend"

Hoffnung für die Prosseggklamm


Die Prosseggklamm - bald wieder zugänglich? Die Projektgruppe "Naturerbe Prosseggklamm" schilderte gestern in einem Pressegespräch direkt am Ausgang der Prosseggklamm die Vielzahl ihrer bisherigen Unternehmungen zur Erhaltung und Öffnung der Klamm und freut sich darüber, dass dieses Naturjuwel vor der Tür Matreis nicht durch einen Kraftwerksbau entwertet wird.

Details hierzu in den Berichten von DOLOMITENSTADT.AT, Kleiner Zeitung und Tiroler Tageszeitung.

Netzwerk Wasser Osttirol wird gemeinsam mit der Projektgruppe "Naturerbe Prosseggklamm" die weitere Entwicklung äußerst wachsam beobachten und auch sehr entschieden gegen einen ersatzweisen Zugriff auf das ursprüngliche Frosnitztal eintreten.

Medienberichte zur Natura 2000-Beschwerde

ORF Tirol am 19.8.2011
DOLOMITENSTADT.AT am 19.8.2011
Kleine Zeitung am 20.8.2011
Tiroler Tageszeitung am 20.9.2011

Isel und Natura 2000: Beschwerde an EU-Kommission

Pressekonferenz am 19. August 2011 in Ainet, Osttirol:

"... eine ergänzende Beschwerde an die EU-Kommission" werde eingebracht werden, erklärte der Präsident des Umweltdachverbandes Gerhard Heilingbrunner, da das Land Tirol sich bis heute weigert, die repräsentativen Bestände der Deutschen Tamariske an der Isel, am Kalser- und Tauernbach und an der Schwarzach für Natura 2000 zu nominieren. Diese Tamariskenbestände sind die wichtigsten im gesamten zentralalpinen Raum; dass ihre Erhaltung eine europäische Verpflichtung darstellt, betonte Studienautor Helmut Kudrnowsky.

Pressekonferenz Naturschutzverbände: Isel in Natura 2000 aufnehmen! Die Deutsche Tamariske ist die einzige ihrer Gattung in Mitteleuropa und kommt nur an Pionierstandorten mit intakter Flussdynamik vor. Eine verstärkte energiewirtschaftliche Nutzung der Isel und ihrer großen Zubringer gefährdet den dauerhaften Bestand dieser Vorkommen und ist daher entschieden abzulehnen.

Gerade in Osttirol werden naturnahe Fließgewässer durch "eine Vielzahl an geplanten Kraftwerksprojekten akut bedroht" warnt Peter Hasslacher, der Leiter der Fachabteilung Raumplanung-Naturschutz des österreichischen Alpenvereins. Es sei ein Skandal, dass Kraftwerksplanungen wie z.B. an der Isel im Virgental überhaupt vorgenommen werden dürfen; es habe ein klares NEIN zum Verbau weiterer naturnaher Fließgewässer zu gelten.

Die Bedeutung der Isel als ein "Herzstück des Osttiroler Naturerbes" und ihres intakten Erlebnis- und Erholungsraumes als Voraussetzung für regionale Wertschöpfung hob Theresia Brugger vom Landschaftsschutzverein Osttirol hervor. Dieser bemüht sich ja seit Ende 2001 um die Aufnahme der Isel in das Netzwerk Natura 2000 und sähe darin einen bedeutenden Imagegewinn für Osttirol.

Zum Nachlesen:

Nachtrag 19.9.2011:

Innkraftwerk Telfs abgesagt

SIEG FÜR DEN NATURSCHUTZ - AUS FÜR KRAFTWERK TELFS" überschreibt der WWF seine Stellungnahme zur neuesten Entwicklung in der Auseinandersetzung um das äußerst umstrittene Innkraftwerk Telfs; gleichzeitig fordert er ein Einfrieren aller Kraftwerksplanungen am Inn bis zum Vorliegen des Regionalplans Inn.

Nun scheint wenigstens dieses ökologisch äußerst bedeutsame Sonderschutzgebiet am Inn nicht mehr gefährdet, ein besonderes Stück Tiroler Flusslandschaft bleibt erhalten.

Ein herzliches Danke aus Osttirol an alle, die sich hierfür eingesetzt haben!

Natura 2000-Nachnominierung in Osttirol!

NATURA 2000-Nachnominierung in Osttirol: Isel, Tauernbach, Kalserbach und Schwarzach benötigen europäischen Schutz! überschreibt der Umweltdachverband eine APA-Aussendung zu einer Pressekonferenz, die am 19. August in Osttirol stattfinden wird.


Tamarisken - zugleich fruchtend und blühend - an der Isel Die Deutsche Tamariske, eine typische Pflanzenart naturnaher Fließgewässer, ist in den letzten Jahren fast ausgestorben. Bedeutende Vorkommen in Österreich, die bereits Natura 2000-Schutz genießen, gibt es am Lech. Seit mehr als 10 Jahren fordert die EU-Kommission von Österreich die Nachnominierung weiterer national bedeutender Tamariskenbestände - bisher allerdings erfolglos!

Eine ganz neue Studie belegt jetzt, dass es weitere repräsentative, zusammenhängende und national bedeutsame Vorkommen von gemeinschaftlichem Interesse nur noch an der Isel und ihren Zubringern Tauernbach, Kalserbach und an der Schwarzach gibt. Es sind dies die größten, ökologisch intakten Bestände Österreichs an zentralalpinen, von Gletschern beeinflussten Fließgewässern; sie werden von Kraftwerksplänen bedroht.

Auf Basis dieser Studie sowie einer aktuellen Einschätzung der Vorkommen an diesen Fließgewässern wird in Brüssel ein neuer Vorstoß für die NATURA 2000-Nominierung gestartet. Da die Tiroler Landesregierung zur Nachnominierung dieser zusammenhängenden Tamariskenvorkommen weiterhin nicht bereit ist, wird eine ergänzende Beschwerde an die EU-Kommission eingebracht und somit ein Verfahren bis zum EuGH in die Wege geleitet.

Matreier Kraftwerks-Phantasien


Die Isel bei Feld unterhalb von Matrei In der Matreier Gemeindestube treibt die Begehrlichkeit seltsame Blüten: BM Köll bringt sogar eine Iselableitung ins Spiel.

Meldungen dazu: Tiroler Tageszeitung am 9.8.2011 und 10.8. 2011 sowie Kleine Zeitung am 10.8.2011.

Ein Iselkraftwerk war ja vor etwas mehr als einem Jahr von der Matreier Opposition angeschnitten (siehe "Hände weg von der Isel"] und damals von BM Köll selbst, aber auch von der TIWAG sehr deutlich abgelehnt worden ("Projekt Iselkraftwerk - Reaktionen").

Die Kleine Zeitung brachte damals einen auch heute noch genauso aktuellen Bericht und Kommentar .

Griff nach dem Frosnitztal - Reaktionen

Der Umplanungsvorschlag zum Tauernbachkraftwerk mit dem Griff nach dem Frosnitztal hat eine Reihe von Reaktionen hervorgerufen; einige wesentliche seien hier festgehalten:

Kleine Zeitung am 6.7.2011;
Tiroler Tageszeitung am 5.8.2011 und am 6.8.2011;
Kronenzeitung am 6.8.2011
DOLOMITENSTADT.AT am 5.8.2011 und ein besonders treffender Kommentar am 6.8.2011.

Finger weg vom Frosnitztal!


Frosnitzbach, Katalalpe, Hohe Achsel"Knalleffekt in Matrei. Bürgermeister Andreas Köll fordert die Umplanung des Tauernbach-Projektes. Die Prossegg - Klamm bleibt demnach verschont"
berichtet heute die Kleine Zeitung in ihrer Osttirol-Ausgabe.

Die konsequente Informationsarbeit der Pojektgruppe Naturerbe Prosseggklamm hatte Köll offenbar zu diesem Schritt bewogen; der Gemeinderat soll dieser Umplanung zustimmen und damit auch endlich einen Kraftswerksbau beschließen. Eine Unterstufe (Ausleitung des Tauernbaches zwischen Gruben und Matrei) könnte die TIWAG später jederzeit dazubauen.

Den Teufel mit Beelzebub austreiben?
Als Ersatz für das in der Prosseggklamm nicht genutze Wasser des Tauernbaches wird nun die Ableitung des Frosnitzbaches vorgeschlagen.

Gerade das Frosnitztal ist aber mit seinem völlig unverändertem Gewässerlauf das naturräumlich höchstwertige geschlossene Tal unseres Bezirkes und wohl ganz Tirols; wahrscheinlich findet sich alpenweit kein gleichwertiges Gegenstück hierzu.

Ein Zugriff auf das Frosnitztal verstieße gegen jeden Grundsatz eines respektvollen Umganges mit Osttirols Naturausstattung und widerspräche eklatant allen Grundsätzen der Wasserrahmenrichtlinie. Eine weitere Verfolgung dieser Idee wird auf größtes Unverständnis stoßen und intensiven Widerstand hervorrufen.

Weder Prosseggklamm noch Frosnitztal dürfen Opfer einer fragwürdigen Wasserkraftwerksbau-Politik werden, die den Ruf unseres Bezirkes und seiner Nationalparkregion empfindlich schädigt!

Petition: Weisungsfreiheit für Tiroler Umweltanwalt

Als einziger Umweltanwalt Österreichs unterliegt jener in Tirol dem Weisungsrecht durch die Politik; er darf auch nicht gegen Ermessensentscheidungen des Landes im Naturschutzrecht Einspruch erheben.

Die Tiroler Regierungsparteien wollen sich offenbar nicht daraufhin prüfen lassen, ob sie sich an das Naturschutzgesetz unseres Landes halten. Nichts anderes könnte nämlich der Umweltanwalt Tirols tun, wenn er weisungsfrei wäre und Berufungsrecht hätte: von einer Berufungsinstanz klären lassen, ob bei strittigen Entscheidungen dem Wortlaut von einschlägigen Landesgesetzen entsprochen wurde.

Sie können die Petition hier unterzeichnen - damit der Natur Tirols künftig faire Verfahren gesichert sind.

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Die Isel auf "ServusTV" abrufbar


ServusTV an den Iselkatarakten im Umbaltal Die beiden Iselfilme sind nun bis auf weiteres in der Mediathek von "ServusTV" abrufbar:

Die Isel als Gletscherfluss - gesendet am 9. Juli 2011

und

Die Isel als Kajakfluss - gesendet am 10. Juli 2011.

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Erhalten oder verhökern?

Die Touristiker des Stubaitales wehren sich entschieden gegen eine Ausleitung ihrer Bäche, berichtet die Tiroler Tageszeitung; sie sammeln bereits Unterschriften für eine Parteistellung im UVP-Verfahren. Offenbar wird dort der Wert des Wassers in der Landschaft geschätzt.

Welch Gegensatz zu Osttirol, wo man von Seiten des Tourismus kein Wörtchen hört gegen die Entwässerung ganzer Talabschnitte - noch dazu inmitten der einzigen Nationalparkregion Tirols!

Haio von Stetten zur Prosseggklamm


Haio von Stetten in der Prosseggklamm
Der deutsche Schauspieler Haio von Stetten hielt sich privat in Matrei auf und besuchte dort die Prosseggklamm. Naturerbe Prosseggklamm gibt ein Interview mit Mag. Bernd Hradezky wieder, in welchem Haio von Stetten hörbar beeindruckt Stellung zur Einmaligkeit dieser Klamm nimmt.

Die Isel in "ServusTV"


TV-Team-Besprechung an der Isel bei AinetEin Team von "ServusTV" war in Osttirol unterwegs und filmte an der Isel, dem letzten frei fließenden Gletscherfluss der Alpen.

In der jeweils am Wochenende ausgestrahlten Sendung „Na Servus – Das Wetter auf ServusTV“ wird der eigentliche Wetterbericht eingerahmt und bereichert durch hervorragend dargestellte Schilderungen von Besonderheiten, die in irgendeiner Weise mit dem Wetter in Zusammenhang stehen.

Dieses Mal ist Osttirol mit der Isel an der Reihe:


ServusTV filmt die Isel

Samstag, 9. Juli 2011, 20:05 Uhr: Die Besonderheiten des Gletscherflusses Isel

Sonntag, 10. Juli 2011, 20:05 Uhr: Die Isel als Kajakerlebnis.

Diese Sendungen werden auch im Internet abrufbar sein.



Stand der Kraftwerksprojekte Defereggen und Iseltal

Über den Stand der Kraftwerksplanung im Defereggen und die Diskussionen um das Virgental-Kraftwerk berichtet die "Tiroler Tageszeitung"; besonders treffend ist der am Ende beigefügte Kommentar.

WWF-Video: "Die Isel - Herzfluss Osttirols"


Die Isel bei Oberlienz
Schon die auf die WWF-Austellung "Mythen der Wasserkraft" Ende April d. J. in Lienz hatten auf die Problematik der zahlreichen geplanten Gewässerausleitungen in Osttirol aufmerksam gemacht.

Nunmehr hat der WWF ein Video "Die Isel - Herzfluss Osttirols" auf seine Website "Flüsse voller Leben" gestellt, welches speziell auf die Isel und das Kraftwerksprojekt Virgental eingeht.

Gewässertreibjagd: Abstauber INFRA

"Fördert Energielandesrat Steixner mit Steuermitteln Insidergeschäfte?" fragt heute dietiwag.org im Zusammenhang mit der "Potentialstudie Wasserkraft Tirol", die mit unseren Steuermitteln erstellt wurde, die Energielandesrat Steixner unter striktem Verschluss hält und zu welcher ausschließlich die INFRA (Project Development GmbH) zusammen mit ihrer Muttergesellschaft ILF (Ingenieursgemeinschaft Lässer-Feizlmayr) Zugang hat - jene INFRA, die auch bei der Erstellung und kraftwerksfreundlichen Adaptierung des Kriterienkataloges entscheidend mitbeteiligt war und nun zusammen mit der ILF nahezu exklusiv die verbliebenen Gewässer in Tirol auszubeuten beginnt.

Die Hauptgewässer unserer Nationalparkregion stehen ganz vorne im Visier dieser Gewässertreibjäger: Die INFRA plant das Virgentalkraftwerk, die ILF im Auftrag der TIWAG das Tauernbachkraftwerk.

Prägraten: Kräftiger Protest gegen Ableitung der Isel


Die Initiativgruppe für die Erhaltung der Isel Engagierte Bürgerinnen und Bürger aus den Gemeinden Prägraten und Virgen - die "Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental", - hatten zu einer Iselwanderung eingeladen - und eine bunte Vielzahl von Menschen war gekommen, Menschen aus Osttirol und darüber hinaus, um an der Isel in Prägraten die Bedenken gegen die Ausleitung dieses ganz besonderen Flusses zu dokumentieren.
Die Isel ist ja weit über Osttirol hinaus bekannt, wie auch die vielen Kommentare auf der Unterschriftenliste der Initiative zeigen.


Protestwanderung an der Isel in Prägraten Einheimische und Gäste zogen am Ufer entlang taleinwärts, begleitet vom Rauschen der Isel. Der Fluss zeigte an diesem warmen Tag die erste Kraft seiner sommerlichen Wasserführung und das Farbenspiel seiner Gletscherherkunft.


Informationen über das Projekt Virgentalkraftwerk Es gab Gelegenheit, an Ort und Stelle darüber zu sprechen, ob für ein von zwei Gemeinden erhofftes Zusatzeinkommen wirklich die Ableitung dieses Flussjuwels (ein "National River" Österreichs) hingenommen werden soll - oder aber auch, wie glaubwürdig eine entwässerte Nationalparkregion letztenendes überhaupt sei.

Schon bei der Ankündigung dieser Iselwanderung hatte DOLOMITENSTAT.at die Bedenken der Initiativgruppe dargelegt. Eine ausführliche Bildreihe von der Veranstaltung zeigt die Kleine Zeitung; auch die TT berichtet über diesen Protest.

Zum Schluss noch ein kleiner Blick zurück: Wie überaus flexibel Politiker und politische Parteien in ihrer Einstellung zum Natur- und Landschaftschutz in Osttirol sind, schildert Gottfried Rainer in seiner heutigen TT-Kolumne. Lesenswert!

2. Juni: Iselwanderung in Prägraten!


Isel bei Prägraten/Hinterbichll Die "Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental" lädt zu einer Iselwanderung ein:

Donnerstag, 2. Juni 2011, 15:00 Uhr
(Christi Himmelfahrt)

Treffpunkt: Freizeitzentrum Gries (Prägraten)
(Lageskizze auf der Originaleinladung)

Dauer etwa eineinhalb Stunden

Einheimische und Gäste sind herzlich willkommen!
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Mehr und mehr Bürger unterzeichnen gegen die Ableitung der Isel; interessant sind auch die vielen Kommentare hierzu.

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Netzwerk Wasser Osttirol lädt ebenfalls herzlich zu dieser Wanderung ein, auf welcher sich möglichst viele Menschen ein eigenes Bild von der Isel in Prägraten machen sollen und die Widersinnigkeit einer Ableitung dieses letzten freifließenden Gletscherflusses der Alpen diskutieren können.

Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental


Neue Bürgerinitiative Kraftwerk Virgental "... den sofortigen Stopp der Planung, bevor noch mehr Kosten entstehen" fordert die neue Bürgerinitiative Kraftwerk Virgental auf ihrer Webseite kraftwerk-virgental.at und begründet dies dort ausführlich; ein gleichlautender Postwurf wurde in den Gemeinden Prägraten und Virgen ausgetragen.

Auf der Webseite kann man gegen das Kraftwerksprojekt Iseltal unterzeichnen.
Die Bürgerinitiative ist auch auf Facebook zu finden.

Die Isel ist der letzte freifließende Gletscherfluss der gesamten Alpen und ein besonderes Juwel Osttirols; sie würde nach den jüngst bekannt gewordenen Planungen aus dem gesamten Siedlungsgebiet des Virgentales abgeleitet werden. Sie genießt bei vielen Menschen in Osttirol hohe Wertschätzung, wie zahlreiche Reaktionen aus unserer Region zeigen; den engagierten Bürger im Virgental ist eine breite Unterstützung sicher.

Netzwerk Wasser Osttirol hat bereits deutlich auf den Widersinn einer Iselableitung sowie den Glaubwürdigkeitsverlust unserer Nationalparkregion durch solche Kraftwerksprojekte hingewiesen und wird sich weiterhin - nunmehr zusammen mit der "Bürgerinitiative Kraftwerk Virgental" - für den vollen Erhalt unserer Kostbarkeit Isel einsetzen.

Alpenverein: Nein zum Tauernbachkraftwerk


"Dialog zwischen Tiwag und Alpenverein in Matrei brachte klares Nein zu Tauernbachkraftwerk" berichtet heute die Kleine Zeitung über das Ergebnis ein Gespräches zwischen den Alpenvereinssektionen Matrei und Lienz und dem Vorstandsvorsitzenden der TIWAG Dr. Wallnöfer.

Ökostrom-Dreh der TIWAG: doppelt bezahlte Landschaftszerstörung


Doppelte  Förderung für Landschaftszerstörung?Zur Erinnerung: Die TIWAG errichtete das "Ökostrom-Kraftwerk" untere Schwarzach vorerst nur mit einer reduzierten Leistung von 9,9 MW, um sich dafür zusätzliches Geld aus dem Ökostromstromtopf zu holen. Sobald die Förderzeit abgelaufen sein wird, soll die Leistung durch den Einbau einer zweiten Peltonturbine und erhöhten Wasserentzug auf 17,3 MW gesteigert werden; die entsprechend groß dimensionierten Rohre wurden gleich beim Bau des Kraftwerkes verlegt; die Erhöhung der Leistung war schon bei der pompösen Eröffnung im Oktober 2007 angekündigt worden.

Die Ökostromgelder sind eine Pflichtabgabe aller Strombezieher, die damit ungefragt auch dieses TIWAG-Kraftwerk zusätzlich fördern müssen.

Nunmehr kündigt die TIWAG seit Tagen an, unbedarften Menschen auf Wunsch künftig um 50 Euro teureren "Ökostrom" zu verkaufen
(TIWAG-Schalmei: "... einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz und einer atomstromfreien, ökologisch verträglichen Zukunft leisten").

Köll und Wallnöfer: Prost auf den Tauernbach-Deal! Wer will, kann sich ja melden, und zusätzlich zu seiner (für solche TIWAG-Kraftwerke ohnehin schon verwendeten) Ökostromabgabe noch seine eigene Sonderzahlung an die TIWAG errichten - für genau jenes gleiche Stromgemisch aus Kohle-, Atom- und Wasserkraftwerken, welches sie bisher verkauft.

Allenfalls kann er mit einer solchen Extrazuwendung an die TIWAG diese dabei unterstützen, auch noch die letzten Bäche Tirols abzuleiten und schuldengedrückten Bürgermeistern generöse "Entschädigungen" zukommen zu lassen - siehe z.B. die Vereinbarung für das Tauernbachprojekt in Matrei. Dieses soll ja das Matreier Budget retten und auch die umfangreichen ausgelagerten Verbindlichkeiten kräftig mindern.

Kaltes Wasser - heisse Liebe


Äschenhochzeit im MichelbachDer Charakterfisch der Isel ist die Äsche. Sie liebt kühle, saubere und sauerstoffreiche Gebirgsflüsse und benötigt Schottergrund und wechselnde Wassertiefe; für das Aufkommen der Jungfische sind Seichtzonen, Schotterbänke und Nebenarme unentbehrlich. Dies alles bieten die langen naturnahen Laufstrecken der Isel in hervorragender Weise.

Die Äschen der Isel laichen im Mai und wandern hierzu auch in einzelne Seitenbäche wie den Michelbach - ein herrliches Schauspiel, wenn die Männchen ihre besonders bunte Rückenflosse imponierend zur Schau stellen und mit ihr das ablaichende Weibchen regelrecht umfangen.

Für den Nachmittag des 14. Mai 2011 lädt der Landschaftsschutzverein Osttirol zu einer Wanderung entlang der Isel zum Michelbach ein; eine fachkundige Begleitung wird dabei sein.

Treffpunkt Seilbahnstation St. Johann i.W. (14:30 Uhr).

Das Programm als Download


Reaktionen auf WWF-Austellung "Mythen der Wasserkraft"


Christoph Walder - Die Mythen der Wasserkraft Wie erste Medienreaktionen zeigen, war die Ausstellung "Mythen der Wasserkraft" am 29. April 2011 in Lienz ein voller Erfolg: "WWF räumt mit Mär über Wasserkraft auf" schreibt heute die Kleine Zeitung, "Bei jedem Wasserkraftwerk ist Atommeiler inbegriffen" zitiert die Tiroler Tageszeitung den WWF; eingehend befasst sich auch unter dem Titel "Wasserkraft kann Umwelt und Image schädigen" DOLOMITENSTADT.at mit dem Thema. Berichte brachte auch der ORF (Landesnachrichten,"Tirol heute") sowie Radio Osttirol.



29. April: Die "Mythen der Wasserkraft" in Lienz


Flüsse voller LebenDer WWF Österreich wird am 29. April (Freitag) am Johannisplatz in Lienz eine ungewöhnliche Ausstellung zeigen:
Die "Mythen der Wasserkraft".

Sieben große Tafeln machen auf die Bedrohung von Flussräumen, Tieren und Pflanzen durch neue Wasserkraftwerke in Österreich und Osttirol aufmerksam. Weitere fünf Tafeln zeigen die Bedeutung gesunder Flüsse und Bäche für Mensch und Natur und weisen auf nachhaltige Energielösungen hin.
Es besteht dabei auch die Gelegenheit, mit Flussschutz-Experten des WWF zu diskutieren.

Neben der Ausstellung wird auch das WWF-Flussrätselzelt für Kinder stehen.

Diese Ausstellung ist von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr frei zugänglich, das WWF-Flussrätselzelt kann von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr von Kindern und Eltern besucht werden.

Netzwerk Wasser Osttirol bedankt sich beim WWF-Österreich für diese Unterstützung und lädt zu dieser Veranstaltung herzlich ein!

Von Lienz wandert diese Ausstellung weiter nach Salzburg (30. 4.) und anschließend durch ganz Österreich: 2.5. Innsbruck Marktplatz; 4.5. Steyr Stadtplatz; 5.5. Schladming Hauptplatz; 9.5. Amstetten Hauptplatz, 12. und 13.5. Graz Hauptplatz und Messe/Stadthalle.

Die neue WWF-Website "Flüsse voller Leben" ging mit dem Start dieser Wanderausstellung online.

Mit dem WWF-Ökomasterplan hat der WWF eine Grundlage zur Einschätzung der Bedeutung einzelner Gewässerabschnitte vorgelegt und eine Entscheidungshilfe für die künftige Nutzung unserer heimischen Gewässer erstellt.



Solarstrom: Tirol ist Schlusslicht


Solargewinn bei optimalem ModulwinkelTirol steht in Österreich nach den aktuellen Statistiken der Solarbundesliga an vorletzter Stelle bei der pro Kopf installierten Leistung und an allerletzter Stelle, wenn die insgesamt eingerichtete Photovoltaikleistung betrachtet wird - obwohl unser Land von allen Bundesländern Österreichs die besten Voraussetzungen für die Erzeugung von Solarsstrom hat (vgl. nebenstehende Karte).

Sogar der aus der TIWAG stammende Landesenergiebeauftragte DI Oblasser fordert in der Tiroler Tageszeitung eine Verbesserung der Solarförderung.

Das Interesse der Bürger (die ja ohnehin den Hauptteil der Kosten selbst tragen) ist ungebrochen, ihr Wunsch bleibt aber zum guten Teil unerfüllt: die heurige Förderungssumme war in Tirol bereits nach drei Minuten ausgeschöpft.

Ein eklatantes Amutszeugnis für die "Energiepolitik" Tirols, die immer noch von Wasserkraft-Fetischisten dominiert wird.

Kraftwerksplanungen in Osttirol: mehrfacher Glaubwürdigkeitsverlust

Die beiden TIWAG-Kraftwerke Dorferbach und Untere Schwarzach waren der Beginn einer neuen Kraftwerkswelle, welche nun über ganz Osttirol zu schwappen doht.

Die Karte zeigt die schon vorhandenen Ausleitungsstrecken für Wasserkraftwerke sowie die gerade an den Hauptgewässern geplanten Ausleitungsbereiche wie Tauernbach, Kalserbach, Schwarzach und - ganz neu! - die Isel selbst im Virgental.

# < ableit_wkwerke_ot_mi.jpg ableit_wkwerke_ot_gr.jpg verstümmelte Gewässer in Osttirol
Auf einen Blick wird deutlich:
Nach dem Verlust der Drau in den neunziger Jahren und kleineren weiteren Ausleitungen sind nunmehr ganz massiv alle Täler Osttirols betroffen; die Hauptgewässer Schwarzach, Kalserbach, Tauernbach und die Isel selbst werden zu einer Sammlung von Restwasserstrecken.


Tirols Raumordnungsplan Raumverträgliche TourismusentwicklungDer Raumordnungsplan "Raumverträgliche Tourismusentwicklung" ist am 9.11.2010 von der Tiroler Landesregierung beschlossen worden.

Im Resümee (Seite 83 f.) ist zu lesen: "Natur ist für den Tiroler Tourismus das Grundkapital, das für die folgenden Generationen erhalten bleiben muss". Und auf S. 87 wird zum Thema "Das Tiroler Wasser als Bereicherung für das Freizeitangebot" ausdrücklich festgehalten: "Der landschaftliche Wert von freien Wasserläufen und anderen naturnahen Gewässern ist für touristische Aktivitäten in der Natur ein besonders wichtiger Erfolgsfaktor".
Wenige Monate später fordern Landeshauptmann Platter und Landeshauptmannstellvertreter Steixner massiv weitere Wasserkraftwerksbauten, die diesen Aussagen des von ihnen beschlossenen Raumordnungsplanes diametral entgegenstehen. Damit macht sich das Land Tirol besonders unglaubwürdig.


Österreichs NationalparksAber auch die Nationalpark-Region selbst wird außerordentlich unglaubwürdig.

Die Österreichische Nationalpark-Strategie (auf der Webseite des Lebensministriums 2010 veröffentlicht) soll "den Weg für die Weiterentwicklung unserer Nationalparks für die kommenden Jahre" zeigen, wie Bundesminister Niki Berlakowitsch im Vorwort festhält; dies gilt auch für Österreichs ersten und größten Nationalpark Hohe Tauern.

"Nationalparks sind keine isolierten Inseln, sondern stehen in enger Wechselwirkung mit der sie umgebenden Region, wird auf Seite 20 im Abschnitt "Nationalparkregionen" festgehalten - und weiters "Diese Gebiete streben an, sich als Modellregionen für die nachhaltige Entwicklung zu profilieren" sowie "Das Tourismus-Leitbild jeder Nationalparkregion soll daher auch unter fachlicher Einbindung des jeweiligen Nationalparks erarbeitet und entwickelt werden. In Übereinstimmung mit dem Durchführungsprotokoll der Alpenkonvention „Tourismus“ dürfen Tourismusprogramme nicht in Widerspruch zum Naturschutz stehen und müssen den ökologischen Erfordernissen entsprechen".

Die Gemeinden der Nationalparkregion Osttirols haben es bisher sehr wohl verstanden, Gelder aus der öffentlichen Hand zu holen. Mit der Argumentation, dass mit dem Nationalpark gewisse Erschwernisse und Verzichte verbunden seien, erhielten sie in den ersten zehn Jahren nach der Entstehung 1991 insgesamt 250 Millionen Schilling Raumordnungsmittel, daneben kamen über den Nationalpark Hohe Tauern und die Europäische Union bis jetzt etwa 36 Millionen Euro (rund eine halbe Milliarde Schilling) in die Region.

Auch der Oesterreichische Alpenverein - größter Grundeigentümer im Nationalpark Hohe Tauern und intensivster Promotor für dessen seinerzeitige Entstehung und internationale Anerkennung - lässt regelmäßige Gelder in die Nationalparkregion fließen (nationalparkkonforme Qualitätsanhebung seiner alpinen Infrastruktur, Ausstattung mit Info-Einrichtungen auf Schutzhütten, Management und die Einrichtung von Ausstellungen in den OeAV-Nationalparkhäusern Kesslerstadel/Matrei in Osttirol und Mitterkratzerhof/Prägraten, Hebung des Alpintourismus, usw.).

Der nunmehrige Griff nach der Isel, einem Symbolfluss des Nationalparkes Hohe Tauern und gleichzeitigem Herzfluss Osttirols, und nach seinem größten Zufluss Tauernbach wird die Öffentlichkeit fragen lassen, ob es überhaupt noch vertretbar ist, dass eine solche ausgeräumte "Nationalparkregion" weiterhin gefördert wird.

Ein Gast der Nationalparkregion kann die Spitzfindigkeit nicht nachvollziehen, dass die Grenze des eigentlichen Nationalparks irgendwo in zweitausend Meter Höhe beginnt und die Landschaft darunter sozusagen vogelfrei für jeden Eingriff ist. Er will eine stimmige Region als Ganzes erleben, eine Aneinanderreihung von Restwasserstrecken in den hauptsächlich besuchten und bewanderten Talbereichen als ausgesprochenen Etikettenschwindel empfinden und sich mit Verstimmung wenden.

Welche Zukunft will Osttirol als Allerweltsgegend dann anstreben?

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Zum Nachlesen (auch in unseren "Materialien" zu finden):
Tiroler Raumordnungsplan "Raumverträgliche Tourismusentwicklung
"Österreichische Nationalpark-Strategie"

zur Isel selbst: "Flussjuwel Isel"
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LH Platter diskreditiert Kriterienkatalog


Innkraftwerk Tels -nach dem Kriterienkatalog durchgefallenSoeben erst hatte LH Platter im Landhaus den Kriterienkatalog mit großem medialen Pomp vorgestellt; Politiker strahlten in die Kameras und tönten von einem richtungsweisenden Werk.

Schon wenige Tage später diskreditiert LH Platter mit seiner ersten Wortmeldung zum Thema Wasserkraft seine eigene Unterschrift unter diesen Kriterienkatalog vollständig, indem er ohne Wenn und Aber das Innkraftwerk Telfs verlangt, das nach diesem gefeierten Kriterienkatalog klar auszuschließen wäre.

Eine solche einseitige und willkürliche Änderung der Spielregeln nach kaum begonnenem Spiel erschüttert die Glaubwürdgkeit der Tiroler Landespolitik weiter (sofern dies überhaupt noch möglich ist).

Der WWF richtete aus diesem Anlass einen Offenen Brief an den Landeshauptmann.
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Aktualisierung:
Gedächtnisschwund Bodenseers?
Deutlicher Gedächtnisschwund macht sich offenbar auch bei anderen Politikern Tirols breit - fehlende Erinnerung an eigene Unterschriften.
So bezeichnet Tirols Wirtschaftsbundchef Jürgen Bodenseer in der heutigen TT die Umweltschutzorganisationen als unglaubwürdig, weil sie sich auf den Kriterienkatalog beriefen, den sie nicht unterschrieben hätten.
Tatsächlich unglaubwürdig ist es doch viel eher, wenn Herr Bodenseer selbst den Kriterienkatalog feierlich unterschrieben hat und nun die Konsequenzen leugnet.

LR Steixner verschenkt Gewässer

Herr BM Hauser von St. Jakob i.D.ließ gegenüber den Regionalmedien (siehe z.B. TT) die Katze aus dem Sack: Der Kriterienkatalog als Kraftwerksbau-Instrument und Landesrat Steixner als verfühter Santa Claus, der durch die Täler tingelt und großzügig den Bürgermeistern Bäche für ihre Gemeindekasse zusagt – Gewässer, die weder ihm noch den Gemeinden gehören, sondern nach dem Wasserrechtsgesetz uns allen.

Das scheint den Landesrat nicht anzufechten; er hofft die Sache schon hinzubekommen: Als Ersteller seines Kriterienkataloges fungierte ja eine Planungsfirma für Kraftwerke, als Amtsgutachter werden berufsmäßige Kraftwerksplaner bestellt, Tirols Landesumweltanwalt ist weiterhin geknebelt - als einziger in Österreich.

Was auf der Strecke bleibt: Die Glaubwürdigkeit der Politik und der Ruf einer Nationalparkregion, die allmählich zum Restwassergebiet verkommt.

Tauernbach und Isel: Winterliche Wasserarmut in Zahlen

Ein winterlicher Blick in die beiden Gletscherbäche Tauernbach und Isel zeigt nur spärlich fließendes Wasser; erst mit der Schneeschmelze im Gebirge und ganz besonders der Gletscherschmelze im Sommer entwicklen sie sich zu tosenden Bächen.

Für die Wintermonate stellt sich die Frage: wieviel kann man da noch ausleiten, wieviel Strom man mit diesen Wasserrinnsalen erzeugen?

Geht man davon aus, dass sich die Natur an die natürlichen Niedrigwasserstände angepasst hat, und will man im Winter die Gewässerökologie in den geplanten Ausleitungsstrecken nicht restlos zerstören, bleibt kein Wasser mehr für die Turbinen.
Aber genau in den dunklen und kalten Wintermonaten hat Europa seine Stromspitzen.

Neben den persönlichen Eindrücken hier nun nüchterne Zahlen: relevante Abflusswerte (Monatsmittel) in m³/sec.


Der Tauernbach im Winter - fast wasserlosDer Tauernbach beim Matreier Tauernhaus: Die Tiefstwerte liegen unter 0,5 m³/sec – und das in 4 Monaten. In 6 Monaten liegen die Werte unter 2 m³/sec – legt man diese Werte auf das Bachbett um, wird einem klar wie wenig Wasser das ist. Typisch für den von der Gletscherschmelze geprägten Bach ist der massive Anstieg in den Sommermonaten.


Die Isel in Hinterbichl - im Winter fast wasserlos Die im Sommer so mächtige Isel in Hinterbichl liefert im Monatsmittel in 4 Monaten des Jahres unter 1 m³/sec an Wasser – 6 Monate unter 2 m²/sec im langjährigen Mittel. Auch hier stellen sich die tosenden Wassermassen erst mit dem Sommer ein.


Die Isel in der Brühl - immer noch extrem spärliches WinterwasserEin Blick auf den Abfluss der „großen Isel“ in Matrei nach dem Zusammenfluss von Tauernbach und Isel zeigt das selbe Bild: ein halbes Jahr Niedrigwasser. Nur die absoluten Zahlen steigen durch die Zuflüsse – aber auch der Fluss wird größer (breiter) und benötigt für eine intakte Gewässerökologie mehr Wasser.

Quellen: Hydrographischer Dienst, www.tirol.gv.at, Hydrologische Nachrichten, www.wassernet.at


Auch ein noch so gewiefter Kriterienkatalog kann im Winterhalbjahr nicht mehr Wasser in den Tauernbach und in die Isel zaubern.

Solche Wasserkraftwerke, die im Winter aus Wassermangel zeitweilig sogar stehen müssen, sind kein Beitrag zu "Versorgungssicherheit" und "Unabhängigkeit", sondern haben höchstens einen politisch motivierten Hintergrund: Geldversorgung von Gemeinden - (für Matrei von BM Köll ja schon öffentlich zugegeben).

"Kriterienkatalog Wasserkraft" - politische Zangengeburt

Die Firma INFRA Projekt Development GmbH führt Kraftwerksplanungen an den verbliebenen zwei größten Gewässern Osttirols durch, am Tauernbach für die TIWAG und neuerdings an der Isel für die Gemeinden Virgen und Prägraten. Genau diese Firma hat auch die Ausarbeitung des "Kriterienkataloges Wasserkraft" betreut. Ein Wunder, dass nach der nunmehrigen Absegnung durch die Landesregierung die politische Verscherblerpartie, die TIWAG und die von der TIWAG gefütterten Medien heftig applaudieren?

Einige der großen Umweltorganisationen wurden nur fallweise zu den Besprechungen zugezogen; was sie sagen:

Der Oesterreichische Alpenverein hat den Kriterienkatalog klar abgelehnt und wird einen diesbezüglichen Landesverbandsbeschluss fassen.
Der WWF sieht grundlegende Anliegen des Natur- und Gewässerschutzes zu wenig berücksicht (Stellungnahme WWF).
Der Umweltdachverband distanziert sich nach eingehender Analyse aus methodischen und inhaltlichen Gründen. (Stellungnahme UWD).

Eine besonders treffende Charakterisierung des Kriterienkataloges finden Sie hier.



Kriterienkatalog Wasserkraft: Steixners Versprechungen als Schall und Rauch?

Netzwerk Wasser Osttirol hat zusammen mit anderen Bürgerinitiativen aus Tirol einen Offenen Brief an LHStV. Anton Steixner geschickt, in welchem dieser zur Einhaltung von gegebenen Versprechen aufgefordert wird, die Steixner im Zusammenhang mit der Erstellung des Kriterienkataloges abgegeben hat. Diese Versprechungen - so schließt das Schreiben - "dürfen sich nicht einfach in Schall und Rauch auflösen."

Der Offene Brief von Tiroler Bürgerinitiativen an Herrn LHStV. A. Steixner.

Wasserkraftwerk Virgental: Die Wasserkraft-Lüge


Die Anregungen der Tiroler Landespolitik, die Gemeinden sollen Kraftwerke für ein Zusatzeinkommen bauen, führt zu einer regelrechten Goldgräberstimmung in Osttirol.

Am Beispiel der größeren neuen Projekte in Osttirol wird die Wasserkraftlüge besonders deutlich. Die Standardphrasen der Landesregierung von „Selbstständigkeit“, „Unabhängigkeit“ und „Versorgungssicherheit“ im Strombereich werden nirgendwo so deutlich widerlegt wie durch die beiden Projekte Tauernbachkraftwerk und Virgentalkraftwerk:
Unter fortgesetztem Landschaftsverbrauch Kraftwerke bauen, die dann am wenigstens oder gar keinen Strom liefern, wenn am meisten benötigt wird??


Isel und Dorferbach in Hinterbichl Der neueste, vorzeitig bekanntgewordene Anschlag auf einen ganz besonderen Fluss macht den stromwirtschaftlichen Widersinn für jeden Hausverstand sichtbar:
Im Bild auf der linken Seite die Isel in Hinterbichl in ihrer winterlichen Wasserarmut (obwohl sie in Streden schon den Maurerbach aufgenommen hat!); wieviel kann man hier noch ausleiten?

Auf der rechten Seite des Bildes das Bachbett des Dorferbaches (der Islitz) aus dem Prägrater Dorfertal: Es ist überhaupt fast wasserlos.


Das Kraftwerk Dorferbach steht schon wieder! Das Wasser des Dorferbaches sollte eigentlich die Turbine des "Ökostromkraftwerkes Dorferbach" antreiben. Im Jahre 2006 wurde dieses Kraftwerk eröffnet; beim theatralischen Spatenstich im Jahr zuvor hatten (Osttiroler Frauen protestiert und damit den Startschuss für die Ablehnung des Pumpspeicherwerkes Raneburg-Matrei gegeben).

Das Kraftwerk Dorferbach der TIWAG ist inzwischen ein Lehrbeispiel für ein erzeugungsmäßig widersinniges Kraftwerk geworden. Schon im ersten Winter nach Inbetriebnahme stand es aus Wassermangel trotz zusätzlicher Beileitung des Zopanitzenbaches!) im Winter wochenlang still.
Schaudisplay Kraftwerk Dorfertal: Null Leistung!
Schon im ersten Betriebsjahr musste wegen des Gletscherschliffes die Turbine des Kraftwerkes ausgetauscht werden - seither immer wieder, bis zu zweimal jährlich (wenigstens Dauerarbeitsplätze für Turbinenbauer).

Ein Ortsaugenschein in Hinterbichl am 4. und am 6. März 2011 zeigte, dass das Kraftwerk Dorferbach schon wieder stillsteht - besonders deutlich dokumentiert durch das Schaudisplay an der Vorderfront des Krafthauses:

Aktuelle Leistung NULL!


Winterwasser im Tauernbach bei Raneburg Die Situation des „Sommerkraftwerkes“ Tauernbach der TIWAG und seine Aufgabe als Gemeindesanierer ist schon mehrfach dargestellt worden; sogar interne Stellungnahmen der Landesregierung hielten es für unsinnig.
Widerstände in der Gemeinde werden dadurch verringert, dass die Gemeindeführung sehr breit gestreute Benefizien durch die TIWAG in Aussicht stellt. Im Bild links der Tauernbach bei Raneburg - fast wasserlos von vorneherein. Ein Tauernbach-Kraftwerk stünde monatelang still.


Winterwasser der Isel bei Huben in OsttirolEinen ähnlichen kontraproduktiven Beitrag zur "Versorgungssicherheit" böte wohl auch das geplante „Wasserkraftwerk Virgental“ an der Isel, da diese als Gletscherfluss ebenfalls nahezu kein Winterwasser führt.
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Wie wenig Wasser - obwohl sie in Matrei schon den Tauernbach aufgenommen hat - die Isel als Gletscherfluss im Winter tatsächlich führt, zeigt auch diese Aufnahme aus Huben vom 6. März 2011.

Das "Kraftwerk Virgental" wäre ja von gleichem Zuschnitt wie das Dorfertalkraftwerk und Tauerntal-Projekt – mit einem kleinen Unterschied allerdings: In schlauer Taktik werden zu seiner Umsetzung zwei Gemeinden als Betreiber vorgeschickt. Damit unterläuft man einen allfälligen Widerstand der Bevölkerung vor Ort – welcher Bürger und welcher Gemeinderat hätte gegen ein arbeitsloses Zusatzeinkommen etwas einzuwenden? Die spätere Übernahme durch die TIWAG ist schon vorgesehen.

Der tatsächliche Hintergrund der neuen Tiroler Kraftwerkseuphorie, die stromwirtschaftlich derart widersinnige Vorhaben wie Virgental- oder Tauernbachkraftwerk hervorbringt, wird immer deutlicher:
Gemeinden sollen wohlfeiles Geld bekommen – Geld aus demontierter Landschaft - auf Kosten vieler weiterer Generationen,

  • auch wenn dafür alpenweite Besonderheiten wie der Gletscherfluss Isel geopfert werden,

  • auch wenn dies stromwirtschaftlich ausgesprochen widersinnig ist (in Zeiten höchsten Strombedarfes Minimalleistung oder sogar Stillstand!),

  • auch wenn dies in keiner Art und Weise durch das Wasserrechtsgesetz gedeckt ist (nirgendwo steht dort, dass öffentliche Gewässer zur die Sanierung von Gemeinden da sind),

  • auch wenn dies dem Grundgedanken der Wasserrahmenleitlinie der Europäischen Gemeinschft widerspricht (Verschlechterungsverbot).


Da eine Umsetzung dieser Begehrlichkeiten von der Gesetzeslage her nicht einfach ist, werden auch obskure Methoden benützt:


Aber:

Osterreichs verbliebene Wasserläufe sind nicht Privatbesitz von Gemeinden oder von Stromkonzernen - sie gehören uns allen!
Und vielen Menschen nach uns.


Das Projekt "Wasserkraftwerk Virgental" - Stand 6.3.2011






Geheimplanung: Nationales Juwel Isel bedroht


Die Isel im Virgental: Künftig ein Restwassergerinne? Ganz im geheimen ließen die Bürgermeister von Virgen und Prägraten einen gravierenden Anschlag auf die Isel planen; die Gemeinderäte erfuhren erst Ende letzter Woche davon, die übrigen Bewohner der Gemeinden wußten bis heute überhaupt nichts.

Geplant ist eine Ausleitung im gesamten Siedlungsgebiet des Virgentales, inmitten der Nationalparkregion Hohe Tauern.

Die Isel ist als größter ungebrochener Alpenfluss Österreichs ein nationales Juwel und darüber hinaus als Gletscherfluss ein alpenweites Referenzgewässer.

Details zu diesem Ausleitungsprojekt in der heutigen Medienaussendung von Netzwerk Wasser; die Besonderheiten der Isel selbst unter Flussjuwel Isel.

Netzwerk Wasser Osttirol wird vehement für die volle Erhaltung des Herzflusses Osttirols eintreten und ist sich einer Unterstützung weit über Osttirol hinaus sicher.

Blättern Sie in unserem Weblog bis ins Jahr 2011 zurück, wie die Auseinandersetzung um die Isel verlief!

Euratom-Volksbegehren: Unterschreiben!


Volksbegehren unterschreiben!Die TIWAG wirbt mit Wasserkraft und verkauft massiv Atomstrom; andere Stromkonzerne in Österreich halten es ähnlich. Österreich selbst fördert die Atomenergie durch Euratom-Beiträge mit Millionenzahlungen, obwohl der Großteil der österreichischen Bevölkerung dies ablehnt.

Österreich muss endlich aus EURATOM aussteigen; es ist hoch an der Zeit, um mit diesem Zustand Schluss zu machen und die für die Atomindustrie bezahlten Gelder für umwelt-, klimafreundliche und nachhaltige Energieformen in unserem Lande zu verwenden; so reicht z.B. die Wartezeit für Photovoltaik-Förderung in Österreich bis 2023.

Darum unterzeichnen Sie bitte das parteiunabhängige Euratom-Volksbegehren in der Zeit vom 28. Feber bis zum 7. März 2011! Es liegt in allen Gemeindeämtern und Magistraten auf.

Landschaftsschutzverein: Offener Brief

"Endlich rechtsstaatliche Standards auch für den Naturschutz in Tirol!" fordert der "Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol" in einem Offenen Brief an die Tiroler Landespolitik, dessen Wortlaut bei der Vollversammlung am 21. Feber 2011 in Lienz einstimmig beschlossen wurde.

Wasserkraft: in kalter Zeit äußerst unergiebig! Anlass war die mehr als fragwürdige naturschutzrechtliche Genehmigung der Kraftwerke in Innervillgraten. Der Verein appelliert an die Tiroler Landespolitik, nach dem Muster der anderen österreichischen Bundesländer auch in Tirol eine unabhängige Rechtsmittelinstanz in allen Verfahren nach dem Tiroler Naturschutzgesetz zu schaffen, die Landesumweltanwaltschaft Tirols weisungsfrei zu stellen und ihr volles Beschwerderecht zuzugestehen.

Der Offene Brief (hier sein Text) schließt mit der Feststellung:
"Der Natur Tirols dürfen faire Verfahren nicht weiterhin verwehrt bleiben."

Hauptversammlung Landschaftsschutzverein

Der "Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol" arbeitet in unserem Netzwerk Wasser Osttirol besonders aktiv mit. Er wird Montag, den 21. Feber 2011, um 19:00 Uhr im ""Paradiso" (Dolomitenhotel) in Lienz seine Hauptversammlung mit Berichten und Diskussion abhalten; Themen hierzu gibt es reichlich.

Im Anschluss an die eigentliche Vollversammlung wird die Projektgruppe Naturerbe Prosseggklamm ihren besonders beeindruckenden Film „Naturerbe Prosseggklamm“ zeigen. Die Premiere dieses Films in Matrei war ein außerordentlicher Erfolg; am Montag kann er auch in Lienz erlebt werden.

Der Film wird um etwa 20,00 Uhr gezeigt werden; Gäste sind herzlich eingeladen!

Kraftwerke Innervillgraten: mit Biegen und Brechen

Nun hat das Land Tirol auch die naturschutzrechtliche Genehmigung für die Innervillgrater Kleinkraftwerke erteilt. Man war mit Biegen und Brechen am Werk:

Das ursprüngliche Projekt wurde geringfügig verändert und überfallsartig eine Neuverhandlung festgesetzt; die seinerzeit abgegebene, wegen der sehr geringen Stromausbeute im Winter ablehnende Stellungnahme des Landesenergiebeauftragten DI Oblasser sah man damit als nicht mehr relevant an.

Das naturschutzrechtliche Gutachten war negativ - trotzdem erließ die Behörde eine naturschutzrechtliche Genehmigung, gegen die dem Landesumweltanwalt eine Berufung verwehrt ist (eine spezielle Eigenheit in Tirol).

Insgesamt ein schonungsloses Drüberfahren zugunsten einer kurzsichtigen, parteipolitisch geförderten Plünderungsmentalität, ein typisches Beispiel von Borniertheit und Ignoranz der derzeitigen Landespolitik.

Sinnlos, was die Versorgungssicherheit mit Strom angeht (wenn am meisten Strom benötigt wird, im Winter, ist der Ertrag am allergeringsten),

rücksichtslos gegenüber dem beispielhaften Tourismuskonzept dieser Region, welches auf dem nachhaltigen Angebot von gewachsener Kultur- und usprünglicher Naturlandschaft beruht!

Politiker kommen und gehen, die Verluste an Ressourcen bleiben.

Der Ausverkauf beginnt so richtig - Innervillgraten

Mit dem Kalserbachkraftwerk ging es an den Start: das Ausnützen der Bäche zugunsten einer Gemeindekasse - kräftig unterstützt vom Land Tirol, dessen Beamte weisungs- gebunden und dessen Landesumweltanwalt als einziger in Österreich weder weisungsfrei gestellt noch mit vollem Berufungsrecht ausgestattet ist.

So soll es nun kräftig weitergehen - ein halbes Dutzend weiterer Wasserkraftwerke sind in Planung. Eines davon - mit dem Gutachtersegen eines TIWAG-Ingenieurs versehen - wiederum am Kalserbach; ein anderes an der mittleren Schwarzach (von selbigem TIWAG-Ingenieur geplant], weitere am Winkelbach in Außervillgraten oder am Sägebach in Sillian. LH Platter und LHStV. Steixner empfehlen den Gemeinden, ihre Gewässer als Einnahmequellen auszunützen - Devise "Kraftwerke bauen!"

Wegelate-Säge: Europadiplom mit Knopfdruckbach? Ganz besonders stark ist nun der Druck in Innervillgraten. Dort hat der Bürgermeister ziemlich eigenmächtig Kraftwerksplanungen in Auftrag gegeben. Bei Widerständen gegen dieses Wunschkraftwerk des Bürgermeisters zeigte man sich nicht ausgesprochen zimperlich.

Die Planungen wurden in verschiedenen Varianten weitergeführt und mündeten schließlich - als grundsätzliche, sehr eingehend begründete Bedenken der Landesumweltanwaltschaft den Bau fragwürdig erscheinen ließen - in einen radikaler Ansatz mit kompletter Neuverhandlung und unüblich raschem erstem Ergebnis, über welches nunmehr die Tiroler Tageszeitung berichtet.

Der Bürgermeister begründet den Kraftwerksbau mit dringend benötigten Zusatzeinnahmen für seine hoch verschuldete Gemeinde. Wie sorgsam allerdings Innervillgraten mit seinen Geldern umgeht, zeigte sich jüngst bei einer Überprüfung des teuren Winterdienstes, wo nach Aufzeigen von Einsparungsmaßnahmen der Obmann des Kontrollausschusses diskreditiert und damit zum Rücktritt gebracht wurde.

Die ganz besondere Natur- und Kulturlandschaft, die die Voraussetzung für den nachhaltigen Tourismus des Villgratentales darstellt, würde durch die Ausleitung dieser Bäche entscheidend entwertet.

Öffentliches Interesse an weiteren Wasserkraftwerken?

Das von Tirols Landespolitik immer wieder strapazierte "Öffentliche Interesse" kann nicht in erster Linie darin bestehen, dass Wasserkraftwerke als reine Geldbeschaffungs- einrichtungen für Gemeinden gebaut werden. Auch das öffentliche Interesse an einer gesicherten Energieversorgung spricht eindeutig gegen solche Kleinwasserkraftwerke: Sie liefern gerade dann am wenigsten (wenn überhaupt) Strom, wenn höchster Bedarf an diesem besteht - im Winter nämlich - und erzwingen dann ergänzende Bereitstellung von Strom aus anderer Erzeugung. Wegen dieser Winterdepression ist auch die Förderung solcher Kleinwasserkraftwerke mit öffentlichen Mitteln abzulehnen; diese Gelder sind begrenzt und sollen für effizientere Maßnahmen verwendet werden.

Tauernbach: Konzertierter Kraftwerksdruck


Der Tauernbach - im Winter ein Rinnsal In Osttirol entstanden die allermeisten Agrargemeinschaften ganz anders als jene in Nordtirol; hier bei uns sind i. d. R. die Bauern Grundeigentümer und die Gemeinden besitzen allenfalls Dienstbarkeiten. Die SOKO Agrar versucht auf Betreiben des Gemeindeverbandes die Agrargemeinschaften zu prüfen; bei keiner Agrargemeinschaft in Osttirol konnte bis jetzt Gemeindegut nachgewiesen werden.

Trotzdem verlangt man auch von Agrargemeinschaften in Osttirol die Einrichtung eines "zweiten Rechnungskreises", aus dem sich Gemeinden Geld erhoffen.

Ganz besonders auffallend ist dabei, dass die SOKO Agrar gerade jene Agrargemeinschaften im Gemeindegebiet von Matrei zur Offenlegung ihrer Umsätze auffordert, welche von den TIWAG-Planungen zum Tauernbachkraftwerk betroffen sein könnten.
Ist hier der lange Arm des Bürgermeisters Köll zu spüren?

Deponiefläche für Schutt aus Beileitungsstollen? Auch die Agrargmeinschaft Froßnitz hat eine solche Vorschreibung bekommen - obwohl Köll und TIWAG unisono tönen, das Frosnitztal bleibe von Kraftwerksplanungen unberührt.

Abgesehen von derartiger indirekter Einflussnahme wird BM Köll auch direkt bei solchen Agrargemeinschaften vorstellig, welche im Gebiet der Kraftwerksplanungen einliegen; eine Vertretungsvollmacht an die Gemeinde würde dieser erlauben, sich bei künftigen Verhandlungen Gelder für die Gemeindekasse zu sichern.

Auch die TIWAG selbst bleibt nicht untätig, klappert im Tauerntal weiterhin die Grundbesitzer ab und versucht diese mit der Behauptung zum Verkauf zu bewegen, dass andere Bauern bereits an sie verkauft hätten. Begehrt sind Deponieflächen (wie im Talschluss von Raneburg - mittleres Bild) für die riesigen Mengen von Stollenaushub oder auch Flächen für Umspannwerke (z.B. ebene Bereiche beim Weiler Gruben - Bildmitte unten) und dergleichen.

Von der TIWAG für ein Umspannwerk begehrt: Wiesen bei Gruben Andernorts in Matrei hat die TIWAG schon seinerzeit Gründe erworben, z. B. in den Hinterauen nahe der Prosseggklamm von der Gemeinde Matrei unter dem vorigen Bürgermeister Florian Köll. Auch das nun stillstehende Tauernbachkraftwerk in der Prosseggklamm hat BM Florian Köll im Jahre 1979 an die TIWAG verkauft. Zudem hat sich die TIWAG bereits beizeiten die Fischrechte im Tauernbach gesichert.

Insgesamt also intensive Bemühungen um ein stromwirtschaftlich unsinniges Sommerkraftwerk am Tauernbach, der ja als Gletscherbach im Winterhalbjahr fast kein Wasser führt (oberstes Bild) - erklärbar nur dann, wenn man um die finanzielle Situation Matreis Bescheid weiß.

Ein TIWAG-Bock als Gärtner?


Die Schwarzach in St. Veit - künftig ein Rinnsal? Die Schwarzach wird bereits im so genannten "Ökostromkraftwerk Schwarzach" der TIWAG (prunkvoll mit Pomp und Trara eröffnet im Jahre 2007) für die Stromerzeugung ausgebeutet.

Hier in St. Veit i.D. darf sie noch in voller Wasserfülle fließen. Nach den Plänen eines Kraftwerksplaners aus Innsbruck könnte sich dies bald ändern. Die Gemeinden St. Veit und Hopfgarten betreiben ein neues Kraftwerksvorhaben an der Schwarzach und erhoffen sich davon Einnahmen. Auch St. Jakob möchte dabei sein.

Die geplante Ausleitungsstrecke (abwärts von der Brücke an der Auffahrt nach Veit ) beträfe eine natürliche und ökologisch besonders wertvolle Aufweitungsstrecke der Schwarzach - eine weiterer empfindlicher Verlust an Naturbereichen im anderweitig schon stark genützten Dauersiedlungsraum.


Der Kalserbach - künftig ein Rinnsal? Auch die Gemeinde Kals hat noch nicht genug an ihrem 2008 genehmigtem und inzwischen schon laufendem Kraftwerk am Kalserbach; sie will noch mehr Geld aus dem Kalserbach holen. Ein neues Projekt der Gemeinde sieht eine weitere Ausleitung des Kalserbaches unterhalb der Aufweitungstrecke bei Unterlesach vor; die Rückgabe soll erst unmittelbar an der bestehenden Einleitung des TIWAG-Kraftwerkes Kalserbach erfolgen.

Damit wäre auch jener Abschnitt des Kalserbaches verarmt, welcher hier noch das Erscheinungsbild des Talraumes prägt; sein ökologischer Wert ist durch die Bestände der Deutschen Tamariske geprägt.

Da LH Platter und LHStV. Steixner offenbar keine besseren Einfälle für Gemeindefinanzierungen haben, als rundum den Bürgermeistern den Bau von Wasserkraftwerken zu empfehlen, sind in Osttirol massive Begehrlichkeiten entstanden und eine Reihe von Wasserkraftwerksprojekten in Planung.

In einem geordneten Verwaltungsverfahren muss zuerst um Genehmigung für ein konkretes Projekt angesucht werden. Hierzu sollten dann Fachgutachter möglichst objektive Stellungnahmen verfassen, welche die Grundlage für die Behördenentscheidung darstellen.

Eine besondere Pikanterie: Ein TIWAG-Ingenieur als Amtsgutachter

Die beiden oben geschilderten Kraftwerksprojekte sind keineswegs die einzigen in Osttirol (über weitere werden wir demnächst berichten), aber es besteht zwischen ihnen ein bemerkenswerter Zusammenhang: der Planer des einen ist gleichzeitig auch der amtlich bestellte Begutachter des anderen.

DI Siegfried Ploner, "Dienstleister mit tiefen Wurzeln" von der TIWAG-Tochter Wasser Tirol, ist Planer des neuen Projektes an der Schwarzach. Er wurde aber auch - angeblich aus Zeitmangel der zuständigen Behörde - von der Tiroler Landesregierung per Bescheid als offizieller Gutachter für das Kalserbach-Projekt bestellt; hierfür wird er gleich zwei Expertisen verfertigen: die kraftwerkstechnische und auch die flussbautechische Beurteilung!

Diese Auslagerung und Privatisierung der Sachverständigentätigkeit in derartigen Verfahren ist eine absolute Neuheit und stellt wohl nur einen ersten Vorgeschmack auf kreative neuen Methoden dar, mit denen die Energie-Analphabeten der Tiroler Landespolitik unseren Bächen das Wasser abzugraben versuchen - ohne Rücksicht auf die Dauerverluste landschaftlicher Substanz und den guten Ruf Osttirols als naturnaher und lebenswerter Bezirk.

Umfragenverlierer


Wenn ein Blinder einen Lahmen führt ... "Ernüchterung für Platter" titelt die (nicht als besonders ÖVP-kritisch bekannte) Tiroler Tageszeitung (TT) und kommentiert das Ergebnis einer Umfrage zum Jahreswechsel als "... einen argen Dämpfer", welchen die Tiroler ihrem LH Günther Platter verpasst hätten; für Platter bestehe "massiver Handlungsbedarf". Nur mehr ein ungefähres Drittel der Befragten war der Meinung, dass Tirol von seiner Amtsführung profitiert habe. Schon Ende November hatte der von der APA veröffentlichte Vertrauensindex für Platter zusammen mit LH Dörfler (Kärnten) den geringsten Wert aller Landeschefs ergeben.


Dringlichkeit von Wasserkraftwerken nimmt weiter ab Aufschlussreich ist auch ein weiteres Umfrageergebnis der (ebenfalls keineswegs als TIWAG-kritisch) bekannten TT, nach welcher die Dringlichkeit neuer Wasserkraftwerke für die Bevölkerung weiter abgenommen hat.

Eine knappe Woche vor Veröffentlichung dieser Umfragen hatte sich LH Platter besonders für neue Wasserkraftwerke und weitere Lifterschließungen (diese erscheinen überhaupt an letzter Stelle) starkgemacht.
Nur ein knappes Drittel der Bevölkerung hält also das für wichtig, wofür TIWAG und Tiroler Landespolitik (bewußt gewählte Rangfolge!) massiv seit Jahren trommeln.

Wenn also LH Platter auf Ruf der TIWAG immer wieder brav zum Fototermin antreten und vor der Werbefotolinse öffentlich auf die Tiroler Wasserkraft stolz sein darf, so ist dies offenbar weder für ihn noch für die TIWAG bisher besonders erfolgreich, sondern eher kontraproduktiv.

Wirksam sind derartige ganzseitige Werbeeinschaltungen am ehesten als "Vergeltsgottinserate" für genehme Berichterstattung in den damit regelmäßig beglückten Medien.