loading
Schöne Weihnachten und ein gutes Jahr 2013!



Bereifte Tamariske an der Isel Netzwerk Wasser Osttirol wünscht schöne Weihnachtstage und ein gutes neues Jahr 2013 - in welchem wir uns mit Ihrer Unterstützung weiter kräftig für unsere Bäche und Flüsse einsetzten werden.

Ganz besonders gilt dies für die Isel und ihre Zuflüsse. Die Deutsche Tamariske - im Bild in winterlichem Raureifschmuck - zeigt die Seltenheit dieser hier noch vorkommenden Lebensräume an und wird uns helfen, sie weiterhin unzerstört zu bewahren.

Unterstützung gegen Isel-Ableitung


"Wiener Grüne legen sich bei Isel-Kraftwerk quer" berichtet heute der Standard. "Es gibt in Österreich Naturräume, die haben Stephansdom-Charakter; die sind ganz besonders schützenswert - und die Isel ist einer davon", betont Christoph Chorherr, Energiesprecher der Wiener Grünen im Standard-Gespräch.

Isel-Killer gesucht


Wie die Tiroler Tageszeitung heute berichtet, hat nun die Projektgesellschaft "Wasserkraft Obere Isel GmbH" (WKOI) die Umweltverträglichkeitserklärung als Vorbedingung für die Umweltverträglichkeitsprüfung beim Land eingereicht.

In dieser Gesellschaft ist bisher einzig die INFRA, nicht aber die beiden Virgentaler Gemeinden vertreten.

Gesucht wird schon länger nach einem Großunternehmen, das im Virgental die Amputation der Isel durchführen soll; für die beiden Gemeinden würden dabei einige Brösel vom Kuchen abfallen. Diese Suche wird nun intensiviert.

Die TIWAG hat bereits jedes Interesse dementiert; über Versuche bei den IKB und allfällige Grünstrom-Ambitionen der Wien Energie haben wir schon berichtet.

"paradISEL" ist vergriffen!


... damit Sie sich nicht vergeblich bemühen, noch einen der Iselfrauen-Kalender zu bekommen: Er ist schon einige Zeit vergriffen - hat aber den Iselfrauen viele begeisterte Reaktionen gebracht!

"paradISEL" - der Kalender der Iselfrauen ist da!



Der Isel-Kalender der Iselfrauen Nun ist er da - der Isel-Kalender "paradISEL" der Iselfrauen!

.

"Durchs ganze Jahr mit der „ParadISEL“ kündigt Dolomitenstadt diesen Kalender an;
Untertitel: "Iselfrauen machen mit einem Kalender Positivwerbung für den Gletscherfluss".

Die Entstehung dieses Kalenders schildert die Tiroler Tageszeitung in „ParadIsel“ bietet neue Sicht auf Osttirols Hauptfluss".

.

Der Kalender ist in allen Filialen der Bäckerei Joast erhältlich.

Achtung - limitierte Auflage!

Kraftwerk Virgental: Verstümmelung schminken?


Auch im Virgental waren wieder Kraftwerksplaner unterwegs - sie stellten in einem Planunggespräch "Ausgleichsmaßnahmen" vor und waren von sich selbst gerührt, wie naturschonend sie geplant hätten: Sogar die Wasserfassung sei verschoben worden, um wertvolle Frauenschuh-Orchideen nicht zu beeinträchtigen.
.
Auf die dezidierten Fragen der Zuhörer musste man doch zugegeben, dass die Isel ein "ganz anderer Fluss" sein werde, der in der Ausleitungsstrecke mit "sehr viel weniger Wasser wie heute" dahinfließen werde; sie soll ja einen guten Teil des Jahres "vier Fünftel" ihres Wassers verlieren. Auch musste den Planern erst entlockt werden, dass insgesamt vierzig Hektar, davon etwa zwanzig Hektar nahezu ebener und privater landwirtschaftlicher Kulturgrund in Virgen und Matrei, für "Ausgleichsmaßnahmen" vorgesehen sind.

Solches stand natürlich nicht in der rührseligen Aussendung der emsigen Werbeagentur wiko.

Dolomitenstadt berichtet über dieses Planungsgespräch in Prägraten - und auch darüber, wie in diesem Kraftwerksprojekt Belastungen und Ausgleichsmaßnahmen sehr ungleich verteilt sind.

Interessant auch der Kommentar "Drei Iseltaler Bürgermeister am Pokertisch".

Matrei i.O.: Kraftwerks-Ablösepoker und Streit





TIWAG-Chef Bruno Wallnöfer präsentiert das Projekt Tauernbachkraftwerk
Gar nicht geheim war die Sitzung des Gemeinderates in Matrei am 15. November, dafür aber umso turbulenter.

Alle wesentlichen Medien des Bezirkes bis zum ORF waren gekommen; wir bringen einige Berichte mit interessanten Zitaten.

Die Kleine Zeitung geht in [PDF /home/.sites/59/site8594624/web/pdfs/rat-strom.pdf nicht gefunden!] und "Matrei: Kraftwerke reißen tiefe Gräben" auf die konträren Ablösevorstellungen und auf das Diskussionsklima im Gemeinderat ein.

Auch die Tiroler Tageszeitung schreibt vom "Streit um Entschädigungen für Kraftwerk" und kommentiert in "Verschwiegenheit kann auch rechtswidrig sein" die geplatzten Geheimhaltungsvorstellungen von BM Köll.

Dolomitenstadt zitiert einige bemerkenswerte Aussagen Wallnöfers:
"An der Goldgräberstimmung im Land, bei der an jedem zweiten Bach ein Kraftwerk errichtet werden soll, beteiligen wir uns nicht“ sowie zur energiewirtschftlichen der oberen Isel: „Wir erachten die Realisierung eines solchen Projekts nämlich für unwahrscheinlich."


Keine Freude: Matreis Bürgermeister A. Köll wird noch länger auf Kraftwerksgeld warten müssen Offenbar ist die TIWAG realistischer als andere Kraftwerksplaner. So sparte man nicht nur die Prosseggklamm, sondern auch den seinerzeit ins Gespräch gebrachten Frosnitzbach aus, da - so Wallnöfer - "die dort besonderen örtlichen Verhältnisse erhebliche Schwierigkeiten beim Bewilligungsverfahren" gebracht hätten.

Das Projekt ist also deutlich kleiner geworden und wird auch noch längere Zeit bis zur allfälligen Genehmigung benötigen. Die TIWAG rechnet nach der bei der Präsentation angeführten Zeittafel von vornherein mit Einsprüchen; bis zur Entscheidung des Umweltsenates werden also gute vier Jahre vergehen, und die erhofften Abgeltungen werden im Falle eines Baues nicht übermäßig hoch sein. Darauf bezieht sich ein Kommentar der Kleinen Zeitung.
BM Köll wird das nicht freuen; der hätte das Geld wohl möglichst schon vorgestern für das Gemeindebudget gebrauchen können.

Nicht zur Sprache kamen unbequeme Seiten des Tauernbachprojektes, die gewaltigen Murstöße des heurigen Sommers z.B., oder das extreme Missverhältnis im Ertrag zwischen Sommer- und Winterhalbjahr.

Wie aus dem Tauerntal zu erfahren ist, wurde mit den dort betroffenen Grundbesitzern bislang noch gar nicht gesprochen; die wissen nichts von der neuen Variante.

Matrei i.O.: Kraftwerksprojekte im Doppelpack

.
Die Tagesordnung der Einladung zu einer "internen Sitzung des Gemeinderates" der Marktgemeinde Matrei in Osttirol enthält als Schwerpunkt "Energiethemen" (Donnerstag,15.11.2012, Beginn 14.00 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses).
.

Thema sind gleich zwei Wasserkraftvorhaben:

Ein Lauf-/Ausleitungsprojekt der TIWAG am Tauernbach; dieses wird Vorstandsdirektor Bruno Wallnöfer erläutern.

Der Tauernbach - ein Schuldentilger?Dieses Kraftwerksvorhaben ist schon lange im Gespräch; wir haben bereits im Jahre 2006 erstmals und dann 2008 darüber berichtet; vorausschauend hatte die TIWAG bereits 2009 die Fischereirechte am Tauernbach gekauft.

Dieses Kraftwerksprojekt am Tauernbach fand der Landesenergiebeauftragte "stromwirtschaftlich unsinnig", das Amt der Tiroler Landesregierung kam intern zu einem ähnlichen Ergebnis, was dann zu einem Aufruhr im Landhaus und weiteren interessanten Reaktionen führte.
.

Der offensichtliche Grund für den Bau eines stromwirtschaftlich so fragwürdigen Wasserkraftprojektes liegt zweifellos in der ganz besonderen Finanzsituation der Gemeinde Matrei.

Bereits am 23.2.2009 bezeichnet die Gemeinde Matrei auf eine Anfrage des Bundesrechnungshofes hin in einem offiziellen Bericht zur Finanzsituation ein "Laufkraftwerk der Tiwag am Tauernbach" als "Zukunftsperspektive".

Ab 2009 verstärken sich die Berichte über die traurige Finanzlage Matreis (z.B. "Finanzdesaster in Tiroler Ort"), bis endlich im heurigen Jahr die Behörde den Misständen nicht mehr folgenlos zusieht, wie die Tiroler Tageszeitung am 28.8.2012 und 12.9.2012 berichtete.

Unser Fotobericht im Herbst 2009 über den Tauernbach „Tauernbach - Gletscherbote oder Schuldentilger?" ist etwas zu optimistisch überschrieben: Diese Schulden könnte auch ein gutgehendes Tauernbachkraftwerk nie und nimmer tilgen, sondern höchstens marginal verringern.


.

Im zweiten Wasserkraftprojekt der Gemeinderatssitzung geht es um ein Laufkraftwerk an der Isel im Abschnitt Brühl-Huben, als Absichtserklärung unter "zivilrechtlicher Verschwiegenheitspflicht" vereinbart zwischen der Marktgemeinde Matrei und der Firma Theurl Leimholzbau aus Thal-Assling.

Dieses keineswegs neue Vorhaben Kölls hatte schon im Vorjahr kräftige Irritationen bewirkt; seine Verwirklichung wird als nicht sehr realistisch angesehen.

Verschuldeter Partner

.
"Die Wiener Stadtwerke suchen nach Wegen, um ihren Milliardenverlust zu begrenzen" schildert "Die Presse" in ihrem Beitrag "Wien will Geld für defizitäre Kraftwerke" die Situation der Wien Energie.

Und der Titel des begleitendenden Kommentars sagt alles: "Unfähigkeit wird gefördert".

Auf solche Partner setzen die kraftwerksbegierigen Bürgermeister im Virgental (deren Gemeinden bislang noch nicht einmal in der Projektgesellschaft vertreten sind) ihre Zukunftshoffnungen? Und würden dafür den Herzfluss Osttirols opfern?

Keine Kraftwerksanteile für Virgentaler Gemeinden

.
"Keine Kraftwerksanteile für Virgentaler Gemeinden" überschreibt Dolomitenstadt einen Bericht zur Situation. Bislang hatten die beiden Bürgermeister unisono immer wieder betont, dass Virgen und Prägraten die Hälfte an der Projektgesellschaft für das Kraftwerk halten würden.

Die Bezirkshauptmannschaft Lienz hatte keine aufsichtsbehördliche Genehmigung für eine Beteiligung der beiden Gemeinden an der Gesellschaft erteilt; man werde in den nächsten Wochen die noch offenen Details mit dem Land abklären, so BM Ruggenthaler. Er begründet die nunmehrige Gellschaftsgründung ohne Gemeinden damit, dass man die Projektentwicklung "nicht weiter verzögern" wolle, so die Kleine Zeitung in "Virgental hat bei Isel das Nachsehen".

Allerdings: Wenn nur einige "Details" zu klären wären, warum wird dann trotzdem schon eine Gesellschaft ohne Beteiligung der Gemeinden gegründet?

Iselausleitung für höheren Profit der "Wien Energie"?

.
Wien-Energie: Die Isel entwässern für höheren Profit?


Wien Energie will die Isel als Strom verkaufen "Oben rinnt das Wasser der Isel hinein, welches uns allen gehört - unten kommt elektrischer Strom heraus, welcher der Wien Energie gehört..."

(und von dieser zu erhöhtem Preis verkauft werden kann)

- so kann unsere Bemerkung vom Jänner dieses Jahres nun aktualisiert werden.

Offenbar sind INFRA und die Bürgermeister auf ihrer intensiven Suche nach einem großen Stromversorger als Bauherrn nun bis nach Wien vorgedrungen. Von dort erreicht uns die Nachricht, dass die Wien Energie für die Ableitung der Isel interessiert werden konnte.

Die Wien Energie GmbH ist Teil der Wiener Stadtwerke Holding AG und nach eigener Angabe das größte Energiedienstleistungsunternehmen Österreichs; sie verkauft neben Erdgas und Wärme auch Strom (Übersicht bei Wikipedia).

Die Stromerzeugung erfolgt überwiegend kalorisch. Da die Wien Energie aber auch wie andere Stromlieferanten umweltsensible Bürger entdeckt hat und diesen einen besonderen "grünen Strom" - zu natürlich höherem Preis (Umwelfreundlichkeit darf eben etwas kosten) - anbietet, kommt ihr diese Möglichkeit einer Aufbesserung ihres Angebotes gerade recht.


Werbung der Wien Energie für Naturstrom Das grüne Mäntelchen der Wien Energie ist ja bislang ziemlich dünn: Auf der Karten-Darstellung der umweltfreundlichen Stromerzeuger scheinen zwar sehr viele Lieferanten auf, die meisten davon erweisen sich aber beim Anklicken als Kleinsterzeuger, wie z.B. sehr viele Photovoltaikanlagen auf privaten Einfamilienhäusern, die kaum die betreffenden Bewohner versorgen können.

.

Der Grünstrom-Schmäh

Großartige Öko-Zertifikate sollen den Bezieher von "Grünem Strom" glauben machen, dass er wirklich umweltfreundlichen und CO2-frei erzeugten Strom verbraucht.

Was aber die meisten Zertifikate nicht berücksichtigen (und die Stromliederanten bewusst verschweigen): Ob dieser Strom bloß mengengleich oder aber zeitgleich erzeugt wird.

Die schönen Website-Darstellungen über den Anteil all der sauberen Energiearten für die Stromerzeugung enthalten i.d.R. Pauschalwerte über das ganze Jahr, die über den tatsächlichen Herstellungszeitraum überhaupt nichts aussagen.

Ein solcher mengengleicher Nachweis bedeutet eben nur, dass der Versorger über ein Jahr verteilt jene Menge Strom ins Netz einspeist, die seine Kunden insgesamt im Jahr verbrauchen; Erzeugungs- und Verbrauchszeiträume können extrem auseinanderklaffen.

Das Kraftwerk Dorferbach in Prägraten steht im Winter wochenlag still - siehe sein DisplayWenn also ein Verbraucher „grünen“ Strom beziehen will, bekäme er solchen aus einem Iselkraftwerk tatsächlich nur im Sommer. Da die Isel als Gletscherfluss im Winter nahezu kein Wasser führt, muss der Bedarf an elektrischer Energie dann eben aus anderen, meist kalorischen Kraftwerken geliefert werden - keine Rede also von ehrlichem grünem Strom!

Würde die reale Lieferung sogenannten grünen Stroms an seine reale Erzeugung („zeitgleich“) gebunden sein, wären die Stromkunden äußerst verwundert, wenn im Winterhalbjahr nur stundenweise elektrischer Strom zur Verfügung stünde.

Das TIWAG-Kraftwerk am Dorferbach (Bild oben) ist ein anschauliches Modell für ein Iselkraftwerk: Wochenlanger vollständiger Stillstand im Winter; auch der Dorferbach bringt in dieser Zeit als Gletscherbach nahezu kein Wasser.

*


Für die Gemeinden Virgen und Prägraten wäre ein Iselkraftwerk eine reine Geldbeschaffungsaktion (auch auf der Website "Virgentalerweg" ganz klar so bezeichnet), für Wien Energie eine fragwürdiges Feigenblatt für den Verkauf von teurerem "grünen Strom". Dies kann keine Rechtfertigung für eine Amputation der Isel sein.

Es wäre durchaus möglich, dass die Manager der Wien Energie einseitig über die Situation in Osttirol informiert worden sind - mit Hinweis auf die Volksbefragung im Juni.


Deshalb sei rechtzeitig und deutlich festgestellt:

Die Isel ist als öffentliches Wassergut Eigentum aller Österreicher und nicht Privatbesitz von Planern, Bürgermeistern oder bestimmten Gemeinden.

Netzwerk Wasser Osttirol lehnt jede Beeinträchtigung der Isel, ganz besonders aber ein Verschachern der Isel an Wien Energie oder andere Stromerzeuger entschieden ab. Netzwerk Wasser Osttirol wird sich gegen jeden Zugriff auf die Isel entschieden zu Wehr setzen und auch alle Rechtsmittel ausschöpfen. Wir sind uns dabei der Unterstützung nicht nur zahlreicher Osttiroler, sondern auch vieler Bürger weit über Osttirol hinaus sicher.

Bürgerinnen und Bürger aus Wien sind uns als Gäste und Freunde sehr willkommen, als Verstümmler unserer Landschaft allerdings nicht.

Forum Wissenschaft und Umwelt für Erhalt der Isel

Das österreichische "Forum für Wissenschaft und Umwelt" ruft in einer Resolution zum Schutz der Isel auf:

"Die Isel ist ein einzigartiges Flussjuwel, zu dessen Schutz ....." ... die Resolution


.

Netzwerk Wasser Osttirol ist sich der Bedeutung dieser Forderung nach dem Erhalt einer freifließenden und ökologisch intakten Isel bewußt und dankbar dafür!

Pressereise zum Flussheiligtum Isel

Update - Weitere Medienstimmen:
Salzburger Nachrichten, Der Standard, FM4.ORF


Foto-und Filmhöhepunkt: Die Enthüllung der Isel-Tafel Der WWF hatte Medienvertreter zu einer Pressereise ins Iselgebiet geladen und Gelegenheit zum Erkunden von Für und Wider zum Kraftwerksprojekt Virgental gegeben.
Auch die Bürgermeister ....

Lesen Sie weiter im Bildbericht hierzu ...
.

Auch verschiedene Medien berichteten hierzu: Tiroler Tageszeitung, Kleine Zeitung, Kronenzeitung, Kurier, ORF Tirol, Dolomitenstadt und Osttirol heute.
.

Die Tafel "Flussheiligtum Isel"

Tirols Landesumweltanwalt soll massiv geknebelt werden


Tirols Landespolitik will immer rücksichtsloser über die noch intakten Reste unserer Natur drüberfahren.

Schon im Vorjahr hatte sich der Landschaftsschutzvderein Osttirol in einem offenen Brief für rechtsstaatliche Standards im Tiroler Naturschutz eingesetzt.

Wie heute die Tiroler Tageszeitung berichtet, soll Tirols Landesumweltanwalt künftig sein Beschwerderecht gegen Naturschutzentscheidungen der Bezirkshauptmannschaften verlieren: Damit sind der Willkür Tür und Tor geöffnet - der Willkür von Seilbahnkaisern, Kraftwerksbauern und ihrer politischen Helfershelfer.

Tirols Politik würde sich mit einer derartigen Knebelung des Landesumweltsnwaltes vollends demaskieren - dass man offenbar nicht geneigt ist, unsere Natur nach fairen rechtsstaatliche Grundsätzen zu behandeln; nur dies soll ja die Arbeit des Umweltanwaltes sicherstellen.


Der bedrohte Debantbach im Debanttal bei Lienz Damit würde sich der Druck auf unsere verbliebenen Naturressourcen noch weiter verstärken; dieser ist ja ohnehin schon übergroß, wie einige Meldungen der letzten Zeit allein aus unserem Bezirk zeigen:

Der ursprüngliche Debantbach ist nach wie vor im unmittelbaren Zielkreuz eines Holzindustriellen, der nun sogar die Gemeinde Dölsach auf Durchleitungsrechte klagen will (vgl. Tiroler Tageszeitung vom 13.9.2012);
das Finanzdesaster der Gemeinde Matrei will Bürgermeister LA Köll mit TIWAG-Ablösen aus dem Kraftwerksprojekt Tauernbach verringern (TT vom 28.8.2012);
wegen "Verkennung der Rechtslage und mangelnder Verfahrensqualität" musste die wasserrechtliche Genehmigung des Landes Tirol für die Kraftwerke Innervillgraten aufgehoben werden.

Man kann sich leider allzu gut vorstellen, wie wenig künftig ohne mahnende Verfahrenskontrolle durch den Tiroler Landesumweltanwalt von Tirols Natur erhalten bliebe.
Einer solchen politischen Willkür darf keinesfalls freie Bahn gemacht werden!

Innervillgraten bleibt kraftwerksfrei!


Wir hatten schon mehrfach berichtet, wie die Bäche in Innervillgraten mit Biegen und Brechen für Kraftwerke abgeleitet werden sollten und dafür sogar ein äußerst fragwürdiger Wasserrechtsbescheid des Landes Tirol ergangen war; mehr zu diesem Thema finden Sie unter "Suche" mit dem Stichwort "Innervillgraten".

Heute kam die Presseaussendung von Umweltdachverband und Alpenverein:

"Innervillgraten in Osttirol bleibt kraftwerksfrei

- Minister Berlakovich behebt Genehmigungsbescheid für naturzerstörerisches Kleinkraftwerk

- LH Platter wird Verkennung der Rechtslage und mangelnde Verfahrensqualität vorgeworfen"

doch lesen Sie selbst ....
.

Netzwerk Wasser Osttirol dankt dem Alpenverein und Umweltdachverband für die kräftige Untertützung in diesem nun erfolgreichen Bemühen zur Erhaltung der ganz besonderen Natur- und Kulturlandschaft des Villgratentales!

Osttirol-Werbung: "Gletscherfluss Isel - Lebensader Osttirols"



Der Isel-Folder der Osttirol-Werbung Seit einiger Zeit ist er nun vorhanden, der Isel-Folder der Osttirol-Werbung:
"Gletscherfluss Isel - Lebensader Osttirols"

Allerdings war der Folder nach seinem Erscheinen weder in Virgen oder in Prägraten oder Matrei zu finden (vorauseilender Gehorsam?) und es bedurfte einer schriftlichen Aufforderung von Seite der TVBO-Führung, diesen Isel-Folder auch dort aufzulegen und darüber zu informieren.


Der Folder charakterisiert die Isel: Ihre Herkunft und ihren Verlauf, die Besonderheiten ihrer Fauna und Flora, schildert den Erholungswert der Isel und gibt darüber hinaus noch konkrete Hinweise für Wassersport, Radfahrten, Fischen und Spielmöglichkeiten an der Isel.

Zum Ansehen und Herunterladen:
"Gletscherfluss Isel - Lebensader Osttirols"

.

Über den "Wildwasserführer Osttirol" haben wir bereits berichtet; schon bei dessen Vorstellung hat sich der Tourismusverband Osttirol zum Wasserschatz Osttirols bekannt.

.

Aktuell zum Thema passt die Veranstaltung im Mitterkratzerhof (Prägraten) am 31. August um 20:00 Uhr: "Was sucht und findet die Deutsche Tamariske an der Isel" - Vortrag und Diskussionsgelegenheit; Referent Dr. Wolfgang Retter.
.

LH Platter zum Kraftwerksprojekt Virgental



Der Chefredakteur von DOLOMITENSTADT Dr. Gerhard Pirkner interviewte LH Platter bei dessem letzten Osttirol-Besuch zu einigen aktuellen Fragen unseres Bezirkes.


LH Platter bei Besonders interessant wird für unsere Besucher jener Teil des Interviews sein, in welchem LH Platter auf das Kraftwerksprojekt im Virgental angesprochen wird.

Platter ist zwar für das Energiesparen und erwähnt auch, dass Handlungsbedarf im Bereich der Photovoltaik-Förderung Tirols besteht, aber die Wasserkraft sei entscheidend: "Ein eindeutiges Ja zur Wasserkraft".

Beim Iselprojekt beruft sich Platter auf die Volksbefragung im Virgental: "Man müsse schon ernst nehmen, dass ein so eindeutiges Votum im Virgental abgegeben wurde" äußerte LH Platter, - derselbe LH Platter, der im März des vorigen Jahres die Gefahr eines "Flächenbrandes" sah, als sich im Stubaital bei einer ähnlichen Volksbefragung 85 Prozent der Neustifter gegen die Ableitung der Bäche durch die TIWAG aussprachen!

Weiters zitiert LH Platter den Tiroler Kriterienkatalog.
Ob LH Platter überhaupt weiß, dass dieser unter Federführung genau jener Planungsgesellschaft erstellt wurde, die nun das Virgentalprojekt betreibt? Nicht gewusst hat er jedenfalls bislang, dass für das Kraftwerksprojekt im Virgental gleich zwei Werbeagenturen im Einsatz sind; er habe dies erst am gleichen Tag erfahren, gibt er im Gespräch zu.

Aber machen Sie sich selbst ein Bild davon, von welcher Sachlichkeit und Qualität die Aussagen des Tiroler Landeshauptmannes sind:

oder auch andere Auslassungen Platters, die DOLOMITENSTADT ebenfalls anbietet, wie über Seilbahnkaiser Schultz, zum Matreier Bürgermeister A. Köll oder zu den Matreier Gemeindefinanzen.

.


Dass politische Entscheidungen sehr wohl Kraftwerksüberlegungen beeinflussen können, zeigt das Beispiel der Prossegg-Klamm in Matrei, die auf intensives Betreiben der Projektgruppe "Naturerbe Prosseggklamm" aus den TIWAG-Projektierungen ausgenommen wurde und für welche, wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet, nunmehr ein Sanierungskonzept erarbeitet wird.

.


Jedenfalls ist es gut, dass die Letztentscheidung über eine Ausleitung der Isel im Virgental nicht in Innsbruck fallen wird.

Ideenwettbewerb "Virgental gestalten"



In einer Jubelmeldung an die Presse freut sich die Werbefirma wiko über die drei "Siegerprojekte" zur Gestaltung der Stauwerke (Tagesspeicher und Ausgleichsspeicher) des Iselkraftwerk-Projektes im Virgental; diese werden dort auch zum Download bereitgestellt.

"Die Ideen aus der Bevölkerung können sehr gut in die weiteren Planungen integriert werden", versichert der INFRA-Geschäftsführer, "wir wollen möglichst viele Ideen umzusetzen.“

Ganz abgesehen von der Erkundigung, warum solche Ideen bislang im Virgental nicht schon längst umgesetzt wurden (der Großteil ist völlig unabhängig von einem Großkraftwerksbau möglich),

ist eine andere Frage dringend zu stellen: Hat es eine Werbefirma wirklich nötig, mit eindeutigen Urheberrechtsverletzungen zu arbeiten? Die Bilder dieser Aussendung sind nämlich ohne Quellenangabe und zumindest zum Teil auch ohne Wissen und Genehmigung der Bildautoren veröffentlicht worden.
.

Update:

wiko hat inzwischen die Download-Links der Projekte aus der Presseaussendung entfernt; damit Sie aber zumindest das erstgereihte Projekt in seinen ganzen Feinheiten nachlesen und die Bilder andächtig betrachten können, stellen wir es hier bereit:

"Virgental gestalten: Platz 1" (Download 1,518 kB).

Universitätsvorträge in Prägraten


Universitäts-Vorträge in PrägratenHochinteressante Vorträge und Veranstaltungen - zum größten Teil von Dozenten der Universität Innsbruck - finden im August und September in Prägraten am Großvenediger statt.

Sie sind ein aktuelles Angebot für Einheimische und Gäste und stehen in unmittelbarem Bezug zur Region.

Die Koordination erfolgte durch Universitätsprofessor Dr. Roland Pechlaner. Die Referate und praktischen Anschauungsübungen gibt es im Mitterkratzerhof (Ortsgruppe Prägraten des Sektion Matrei des Oesterreichischen Alpenvereins); auch Exkursionen bereichern die Veranstaltungsreihe.


Die ersten Veranstaltungen dieser Reihe gibt es schon am Abend des 2. und am 3. August.

Flamingos am Speicherteich der Isel


Die ersten Flamingos an der IselWenn "DOLOMITENSTADT" im aktuellen Beitrag "Behübschungscontest für Speicherteiche ein Flop?" unserem Gestaltungsvorschlag "wenig Chance auf Realisierung" einräumt, wird unsere Anregung doch ein wenig zu pessimistisch gesehen:
Es ist doch einerseits der Gleichklang der geschwungenen Linien der Flamingos mit den von der Isel gerundeten Steinen ihres Flussbettes oder den kurvigen Begrenzungen des Speicherteiches, andererseits der belebende Farbkontrast der Vogelkörper zu den sonstigen Farben der Landschaft, der die Besonderheit unseres Vorschlages ausmacht.

Ganz besonders reizvoll wird der Anblick und die Beobachtung der (nach kurzer Eingewöhnungszeit wachsenden) Gruppe attraktiver Vögel in der winterlichen Schneelandschaft sein; dadurch ist auch eine deutliche Belebung des bislang im Virgental noch schwach ausgeprägten Wintertourismus zu erwarten.

Wir sehen jedenfalls dem Urteil der Jury mit Spannung entgegen, entspricht doch unser Vorschlag eindeutig dem Slogan der Kraftwerksplaner: "Im Einklang mit der Natur".

Ernst Ulrich von Weizsäckers Aussagen


Ernst Ullrich von Weizsäcker in Matrei "Auf jeden Fall finden wir es äußerst kurzsichtig, die nächsten 50-100 Jahre mit einem Kraftwerk zu verplanen, während Ressourcen- und Energiepolitik kurz vor einer neuen Wende stehen“ war eine auf die Kraftwerkspläne im Virgental bezogene Aussage der "Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental" zum Vortrag Ernst Ullrich von Weizsäckers, der in klarer Argumentation darlegte, dass weitgehende Energieeinsparung nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist, ohne dass unser Wohlstand ernstlich beschnitten werden muss.

"Energiewohlstand ohne neue Wasserkraft" (Zusammenfassung)

Plädoyers für die Isel



Am Wasserschaupfad Umbalfälle "Juwel im Wasserschloss Europas hat neue Gestalt" überschreibt die "Tiroler Tageszeitung" ihre Schilderung der Eröffnung des neugestalteten Wasserschaupfades entlang der Umbalfälle. Die Veranstaltung geriet zu einem Bekenntnis zur Isel und zum Wasser in der Landschaft.

Auch "Osttirol heute", "Dolomitenstadt" und "Kleine Zeitung" berichten dazu.


Ernst Ulrich von Weizsäcker: Vortrag in Matrei Besonders gut passt zur gegenwärtigen Diskussion um die Ableitung oder Bewahrung der Isel der Vortrag des international bekannten Wissenschafters Ernst Ulrich von Weizsäcker:

"Energiewohlstand ohne neue Wasserkraft"

Donnerstag, 12.Juli 2012, 20:00 Uhr - Kesslerstadel in Matrei i.O.

.

.

Technosaurier TIWAG will Kaunertal ausbauen




Einmal ist genug! Der Kaunertal-Speicher Eine 120 Meter hohe und 450 Meter breite Staumauer für 42 Milliarden Liter Wasser, 50 Kilometer lange Druckstollen mit dem Durchmesser des Brennerbasistunnels, und die ökologische Zerstörung von vier unberührten Hochgebirgsbächen - dieses Szenario droht alpinen Wildnislandschaften im Tiroler Oberland, wenn die TIWAG (Tiroler Wasserkraft AG) ihre Pläne für den Ausbau des Kraftwerks Kaunertal verwirklichen darf.

Mit einem neuen Pumpspeicher im Platzertal will die Tiwag ihr bestehendes Kraftwerk Kaunertal zu einer Kraftwerksgruppe ausbauen und zudem Bäche aus dem Ötz- und Pitztal überleiten. Die Projektunterlagen wurden nunmehr vom TIWAG-Vorstand zur UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) eingereicht.

Die größten Umweltschutzorganisationen Österreichs Greenpeace, WWF, GLOBAL 2000 und Ökobüro sagen gemeinsam „Nein zum Kaunertal“ weil seine Verwirklichung einem ökologischen Desaster gleichkäme.

Flüsse voller Leben:
Petition zum Kaunertalausbau:
NEIN zum Ausbau Kraftwerk Kaunertal!
JA zum Schutz der Venter und Gurgler Ache und des Platzertales!

siehe auch Website "Lebenswertes Kaunertal"



Von Planern umarmt, von PR-Agenturen gegängelt




Nach Volksbefragung: Widmann und Ruggenthaler in ORF Tirol Ein Schnappschuss aus dem Bericht des ORF Tirol nach der Volksbefragung im Virgental: Bürgermeister Ruggenthaler und Kraftwerksplaner Widmann in erfolgs-fröhlicher Umarmung. Zuvor hatte - beinahe im Tagestakt - die PR-Agentur wiko ("Dialog mit Wirkung") in Presseaussendungen den Medien vorgegeben, was über die Virgentaler Gemeinden zu verbreiten sei (vgl. wiko-Newsroom).

Von wiko war natürlich auch umgehend verkündet worden, dass die Bürgermeister gegen Natura 2000 seien und die Gemeindebürger für das Iselkraftwerk stimmen sollten. Gleichfalls zeigt auch das offensichtlich im Namen des Bürgermeisters Anton Steiner in Prägraten während der Wahl ausgesandte SMS , dass hier PR-Leute hilfreich am Werk waren:

"> Noch nie war Deine Stimme so wertvoll > Ja zur Entwicklung unseres Dorfes > Ja zur Wasserkraft Obere Isel > Nein zur Fremdbestimmung durch Natura 2000 > Bgm Anton".


Nunmehr geraten die PR-Ideen der Agenturen geradezu ins Kindische: eine Ausschreibung für Behübschungsmaßnahmen der Kraftwerksbecken soll den Planern Ideen bringen und die Virgentaler bei der Stange halten. Als "Beschäftigungstherapie für leichtgläubige Zeitgenossen" sieht dies eine Stellungnahme unseres Netzwerkes in der Kleinen Zeitung, ein "Malwettbewerb statt Natura 2000"" kommentiert "Dolomitenstadt".

Isel: EU für Natura 2000, Virgental mehrheitlich für Kraftwerk

.
Nachtrag 2012-06-18:

Presseaussendungen BI gegen das Kraftwerk Virgental (mit Hintergrund-Informationen), Netzwerk Wasser Osttirol, WWF


Die Isel in Prägraten Von einem „Paukenschlag“ schreiben nahezu gleichlautend die Kleine Zeitung und die Tiroler Tageszeitung über die Mitteilung der Europäischen Kommission, es liefere „die vorläufige Prüfung aller vorliegenden Unterlagen einen deutlichen Hinweis darauf, dass das Flussgebiet der Isel und ihrer Zubringer österreichweit eines der zwei bedeutendsten Vorkommensgebiete des Anhang I – FFH Lebensraumtyps 3230 („Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Myricaria germanica“) darstellt, und daher eine Nachmeldung des Gebietes erforderlich erscheint.“

Über dieses Thema berichten auch [PDF /home/.sites/59/site8594624/web/pdfs/t-isel-nat2000.pdf nicht gefunden!], Osttirol heute sowie Dolomitenstadt.at.


Die Isel im Iseltal Damit werden nun die über ein Jahrzehnt dauernden Verhinderungsversuche der Tiroler Landesregierung (siehe Geheimgutachten der Tiroler Landesregierung und die lange „Natura-2000-Geschichte) am Ende sein.

Für die Volksbefragung im Virgental bedeutet dies, dass ein weiteres Verfolgen der Kraftwerkspläne den Gemeinden und ihren Bürgern nur unnötige Kosten verursachen würde, für welche keineswegs der Naturschutz verantwortlich gemacht werden kann, sondern nur die nunmehr ein Jahrzehnt währende Hinhaltetaktik Tirols, der aus dem EU-Beitritt Österreichs entstandenen Verpflichtung zur Erhaltung besonderer Lebensräume Rechnung zu tragen.

Für die Isel bedeutet dies ein internationales Prädikat, eine besondere Auszeichnung für diesen in den Alpen einmaligen Gletscherfluss; die an ihr und ihren Zubringern geplanten großen Kraftwerkseingriffe können nicht mehr durch nationale Ausnahmeregelungen oder „Hinbiegen“ von wasser- und naturschutzrechtlichen Gesetzen ermöglicht werden.

Für Osttirol bedeutet dies einen namhaften Wertgewinn; nun ist endlich eine Entwicklung möglich, die ohne Raubbau an der Naturausstattung eine dem Image unseres Bezirkes entsprechende positive regionale Wertschöpfung ermöglicht.

.

Im Gegensatz zur öffentlichen Bedeutung der Isel steht der Ausgang der vorgezogenen Volksbefragung im Virgental:

Mahnende Bergfeuer ´Isel´ über PrägratenBürgermeister, Planer und professionelle Werbeagenturen hatten ja seit Monaten mit uneinklagbaren Werbeversprechungen nicht gegeizt ("Daseinsvorsorge", "Entschuldung von Privathaushalten" ...).

So ergab sich nicht allzu überraschend eine Mehrheit für eine Weiterverfolgung des Iselkraftwerkes im Virgental; dabei fiel das Ergebnis keineswegs so absolut aus wie von den Bürgermeistern erhofft (in Prägraten fast 40% dagegen!).

Dolomitenstadt berichtet als erstes darüber, interessant dort auch ein (Vorwahl-)Kommentar dazu.
.

Besonders zu danken ist allen Bürgern in Prägraten und Virgen, die sich - trotz aller Schwierigkeiten und Schalmeienklänge von Milch und Honig gegen fragwürdige Gemeindeinvestitionen in eine kostspielige Planung bei äußerst ungewissen Bauaussichten aussprachen und für den bleibenden Wert einer unverstümmelt fließenden Isel eintreten.

Die Entscheidung über eine tatsächliche Ausleitung der Isel oder ihren Erhalt wird nicht mit einer Volksbefragung im Virgental getroffen; die Isel ist nicht Privatbesitz von Planern oder Bürgermeistern, sondern als öffentliches Wassergut das Eigentum aller Staatsbürger.

Dieser letzte großer Alpenfluss Österreichs und letzte große vollständige Gletscherfluss der Alpen muss als nationaler Besitz Österreichs und als Referenzfluss für die Wissenschaft ungeschmälert erhalten bleiben. Hierfür wird sich Netzwerk Wasser Osttirol mit vielen Bürgern unseres Landes weiter ganz besonders einsetzen.

"Stoanmandln" an der Isel


"Stoanmandln wachen über die Isel schildert Dolomitenstadt die mahnende Aktion vieler Osttiroler, welche die Isel unzerstört erhalten wollen.

Nachtrag 12.6.2012:
Dolomitenstadt hat einen zweiten Beitrag hierzu mit Bildern veröffentlicht, welche die Vielzahl dieser steinernen Mahnmale in allen Bereichen der Isel zeigen.
Auch Kleine Zeitung und Tiroler Tageszeitung berichten darüber.

"Staunen statt Stauen"



Info-Folder zur Isel der BI gegen das Virgentalkraftwer "Staunen statt Stauen" empfiehlt die Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental in ihrem Informationsfolder "Isel - Gletscherfluss und Lebensader", der an die Haushalte in Virgen und Prägraten ging.

Er enthält auch eine Einladung zur Informationsveranstaltung am Iseltag, 9. Juni, 20 Uhr im Dorfsaal Prägraten
und einen Hinweis auf das "Iselmanda bauen" am Nachmittag des 9. Juni 2012.

Der Folder als PDF

Das Fest für die Isel - eine bleibende Erinnerung



Ein Fest für die Isel Das Fest in Oberlienz war eine großartige Zusammenkunft von Jung und Alt an unserem Flussjuwel Isel:

Der Bildbericht dazu

Ein Fest für die Isel: So, 03.06.2012 - Oberlienz



Fest für die Isel Bei Oberlienz hat sich seit dem Spätherbst das Bett der Isel stark verändert:
Das Flussbauamt gestaltete das "Ausschotterungsbecken Gemeinde Oberlienz" neu und verbesserte damit den Hochwasserschutz und die ökologischen Verhältnisse sowie den Erholungsraum an diesem Herzfluss Osttirols (hierzu die offizielle Projektbeschreibung des Landes Tirol mit Bildern vor und während der Bauphase).

Diese technischen Maßnahmen schufen die Voraussetzung dafür, dass nun die Kraft der Isel selbst dort weiter gestalten kann. Es wird interessant zu beobachten sein, welche Veränderungen durch die Dynamik des Flusses heuer schon und in den folgenden Jahren erfolgen werden.

Das "Fest für die Isel" am 3. Juni soll eine Gelegenheit bieten, die hier neu gestaltete Isel kennen zu lernen:

Es wird Information über die Isel-Aufweitung bringen, der neue Isel-Folder stellt die Grundlage für einen Iselquiz (mit Preisen natürlich) dar, der 2010 gegründete Verein SLOT - Slackline Osttirol bietet entsprechende sportliche Möglichkeiten an, Gelegenheit zum Floß-Basteln, eine Trommel-Session sowie ein Informationspunkt der NAGO (Naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft Osttirol)" runden das Programm ab.

Treffpunkt: Iselaufweitung Oberlienz ab 14:00 Uhr

Erreichbar am besten über den Radweg Iseltal (dort auch der neue Rastplatz am Iselufer mit Bänken und Liegeplattform!) bis zur Glanzer Brücke, über diese weiter rechtsufrig abwärts.

Jause und Getränke bitte selbst mitbringen!


Es laden ein: Aktion Umweltgespräche, NAGO, Osttiroler Kajak-Club, Unabhängige Arbeitsgruppe Umwelt Oberlienz, slackline osttirol, Frauen für die Isel, Netzwerk Wasser Osttirol - Original der Einladung als PDF

Iseltag 2012: Sa, 26.05.2012 - St. Johann im Walde



Vogelbeobachtung an einem Seitenarm der IselDer Iseltag 2012 findet in Zusammenarbeit der Naturkundlichen Arbeitsgemeinschaft Osttirol (NAGO) mit dem „Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol“ statt; er ist Teil der Vielfaltleben-Kampagne des Österreichischen Naturschutzbundes (Woche der Artenvielfalt 2012).

Im Zuge eines Vormittages wird versucht, möglichst viele Tier- und Pflanzenarten im Aufweitungsbecken bei St. Johann nachzuweisen und so die Artenvielfalt der Isel als Beleg für ihren hohen ökologischen Wert zu dokumentieren. Zusätzlich zu dieser Inventarisierung werden Leitarten naturnaher Flusssysteme, wie der Flussuferläufer oder die Deutsche Tamariske fachkundig erläutert.

Nehmen Sie teil und helfen Sie mit, wenn Vogel-, Insekten- und Pflanzenkundler aktive Feldforschung betreiben – mehr Augen sehen mehr!

Treffpunkt: 8.00 Uhr, Kirche von St. Johann im Walde
Dauer: bis ca. 13.00 Uhr
Leitung: Wolfgang Retter & Matthias Gattermayr

"Gesellschaftliche Akzeptanz" oder: Virgentaler Keiletreiben

"Zum ersten Mal wird in Österreich ein Kraftwerksprojekt nicht nur nach ökologischen und ökonomischen Kriterien bewertet, sondern auch nach der gesellschaftlichen Akzeptanz" - so die SVWP - jene Werbeagentur, welche für die Planungsgesellschaft INFRA das Virgentalprojekt bewirbt.

Andererseits:

Wie gefiele es Ihnen, wenn bei Ihrem Chef dahingehend interveniert würde, ob er nicht auf Ihre Mitarbeit in der Firma verzichten könne?

Welche Freude würde es Ihnen bereiten, wenn Sie erführen, dass ein politischer Mandatar bei Bürgern anruft, diese sollten nicht Ihren Gastbetrieb frequentieren?

Wie angenehm fänden Sie es, Ihren eigenen Namen in untergriffigen Leserbriefen angeführt zu finden?

„Gesellschaftliche Akzeptanz“ mit gesellschaftlichen Sprengbomben?


Kraftwerksskeptikern im Virgental macht man es derzeit nicht leicht. Offenbar erhoffen sich fanatische Befürworter mehr Erfolg davon, den Iselbewahrern die Existenz zu untergraben als deren Argumente glaubwürdig zu widerlegen.


Nebel über dem Virgental Zur Erinnerung:
Nach der geheimen Vorbereitung des "Wasserkraftwerkes Virgental“ durch die Planungsgesellschaft INFRA und INFRA-gläubige Bürgermeister lief die Sache nicht ganz so wie erwünscht. Nicht alle Bürger glaubten den Heilsversprechungen; vor allem in Prägraten, aber auch in Virgen regten sich kritische Stimmen; die Bürgerinitiative gegen das Iselkraftwerk entstand.

Planer und Bürgermeister riefen Werbeagenturen zur Hilfe. Die Agentur wiko ("Dialog mit Wirkung") wird für die Aufgabe bezahlt, die Öffentlichkeit durch regelmäßige Medienberichte zu bearbeiten. Die Agentur SVWP installierte pseudodemokratische Planungsgespräche, Iselforen, einen Iselrat; auch ein reich dotierter Iselfonds wurde in Aussicht gestellt ( bis hin zur „Daseinsvorsorge“ und „Entschuldung privater Haushalte“), ein Filmemacher mit Werbefilmchen beauftragt und sogar eine Pro-Kraftwerk-Initiative ins Leben gerufen, deren Mitglieder gratis „Kommunikationsseminare“ der SVWP besuchen dürfen.

Die Detailplanung soll nun die Ingenieursgesellschaft ILF durchführen; diese hatte mit öffentlichem Geld die lange geheimgehaltene "Potentialstudie Wasserkraft in Tirol" erstellt.

Für das Ausspionieren von Bürgermeinungen nützlich war eine als „wissenschaftliche Untersuchung“ der Firma INFRA „für ausschließlich interne Zwecke“ durchgeführte Telefonbefragung aller Haushalte in Virgen und Prägraten (den Befragten als im Auftrag der Bürgermeister dargestellt): Sie lieferte Kenntnisse über Gegner (gegen die man entsprechend vorgehen – s.o.) und Befürworter (die man für unterstützende Maßnahmen anwerben kann – s.o.).

Da auch solche Praktiken keinen sicheren Erfolg für ein Kraftwerksprojekt zu garantieren scheinen, soll nun eine überfallsartig vorgezogene Volksbefragung für die Planungsfirmen und die betreibenden Bürgermeister einen Freibrief für weiteres Vabanquespiel bringen (INFRA: „Wir wollen nicht ohne Zustimmung der Bevölkerung die Detailplanung der finalen Variante durchführen“).

Abgestimmt werden soll im Juni über ein Projekt, dessen technische Details, dessen geologische Voraussetzungen, dessen Schicksal im Wasserrechtsverfahren und dessen allfälligen endgültigen Kosten weitgehend ungeklärt sind.

Den von auswärts gekommenen Firmen ist die Einträglichkeit ihrer Arbeit sicher. Bitter sind die Folgen im Tal durch diesen hereingetragenen zerstörerischen Kleinkrieg; die Entzweiung in den Dörfern wird noch über viele Jahre das Zusammenleben belasten.

Zwietracht in der Bevölkerung zur „gesellschaftlichen Akzeptanz“ eines Kraftwerkes?

Kommentar in "DOLOMITENSTADT.at" zur Volksbefragung in Virgen und Prägraten

"Wenn der Schwanz mit dem Hund wedelt" überschreibt Gerhard Pirkner seinen griffigen Kommentar zur vorgezogenen Volksbefragung in Prägraten und Virgen.

Interessant auch die Kommentare zu diesem Kommentar!

Volksbefragung in Virgen und Prägraten überfallsartig vorgezogen

Von "einer Nacht- und Nebelaktion" in den Gemeindestuben von Virgen und Prägraten berichtet heute Dolomitenstadt.at; die ursprünglich für den Herbst (Oktober) vorgesehene Volksbefragung in den beiden Virgentaler Gemeinden soll nun plötzlich im Juni stattfinden.

Iselspeicher Toinig/Hinterbichl: Speicherschlamm statt Wiesengrün? Trotz massiver Anstrengungen der befassten Planer und Werbegesellschaften mit Verwirrspielen ("Acht Planungsvarianten möglich"), mit Gründung einer Pro-Kraftwerks-Initiative (Missfallens-Rufer bei kraftwerks-kritischen Wortmeldungen in Planungs- gesprächen), mit bezahlten Werbefilmchen auf Facebook, mit blumigen Versprechungen auf Webseiten und in Flugblättern haben die Betreiber offenbar das Gefühl, die Zeit arbeite gegen sie.

Daher nun diese Eile -
obwohl noch keine Unterlagen für die UVP fertiggestellt sind (wie ursprünglich als Voraussetzung genannt wurde) und keine genaueren Details des Projektes oder gar detailliertere Kostenangaben vorliegen.

Die Isel in "Journal Panorama" (OE1)

Goldgräberstimmung bei Kraftwerksplanern - Abwarten und Taktieren bei politisch Verantwortlichen - Gegenwehr von Bürgerinitiativen:

"Wasserkraft versus Naturschutz"
("Journal-Panorama" am 8.5.2012)

ORF-Kurzbeschreibung:
"Wasserkraft gilt als saubere Energie und soll weiter ausgebaut werden. Doch ein großer Teil der nutzbaren Wasserläufe ist bereits verbaut; immer öfter wandern Projekte nun in sensible Naturschutzgebiete.
Energiehunger, berechtigte Interessen der Kraftwerksbetreiber und Umweltanliegen geraten in Konflikt; etwa im Osttiroler Virgental."

Die Sendung ist bis eine Woche nach dem Ausstrahlungstermin im Internet kostenlos nachzuhören - also bis 14.5.2012
(dort mit dem schwarzen "Play-Button" vor der Überschrift "Journal Panorama" starten!)

Nationalparkbeirat appelliert an Tirol: Stopp den Kraftwerksplänen an der Isel!

Der österreichische Nationalparkbeirat, dem je 8 Vertreter der Bundesländer, des Bundes und der NGOs angehören, hat am 25.4.2012 bei seiner Sitzung im Nationalpark Neusiedlersee in Illmitz einen Beschluss gefasst und das Land Tirol aufgefordert, von Kraftwerken an der Isel in Osttirol sowie ihren Zubringerflüssen Tauern-, Kalserbach und Schwarzach abzusehen.
Die Isel in Osttirol und ihre Zubringerflüsse müssen für den Wasserkraftwerksbau tabu sein!

Im Resolutionsantrag - dem neben Vertretern des Bundes, der Länder und geschlossen alle NGOs, Alpenverein, Naturfreunde, Naturschutzbund, Forum Wissenschaft & Umwelt, WWF und der Umweltdachverband zugestimmt haben - wird die Isel (und ihre Zubringer) als letzter großer und unberührter Gletscherfluss vom Ursprung bis zur Mündung in die Drau genannt.

Die Presseaussendung des Umweltdachverbandes
hierzu.

ÖVP und Photovoltaik: Bürgerverhöhnung?

"Wettlauf um Solarförderung" übertiteln die "Salzburger Nachrichten" heute einen entsprechenden Beitrag; "Rang 560 nach drei Minuten" - obwohl in Salzburg nur 400 Anlagen gefördert werden können.

"PV-Förderung in NÖ: Nach drei Minuten vergriffen" schreibt oekonews über den dortigen Andrang; die dort förderbaren 1600 Anlagen waren nach drei Minuten vergeben.

Und in Tirol?

Start der nur über das Internet möglichen Einreichung für eine Förderung war am 24.4.2012 um 18:00 Uhr. In unserem Land - etwa 500 Anlagen können hier gefördert werden - war der Andrang der Bürger besonders groß: nach eineinhalb Minuten waren schon 1200 Förderungswerber zu verzeichnen, also längst schon alle Möglichkeiten vergeben, nach zweieinhalb Minuten schon zweieinhalbtausend Interessenten registriert, nach zehn Minuten über fünftausend!

Wie schon früher sind also die Antragsmodalitäten nach wie vor unwürdig - geradezu eine Verspottung jener Bürger, die ohnehin den allergrößten Teil dieser Investition selbst bezahlen.


Photovoltaik in Tirol: Bürgerverhöhnung? Wenige Tage nach dieser Förderungs-Lotterie für Photovoltaik verspricht die wasserkraft-programmierte ÖVP Tirol auf einer Einladung zu einem Info-Abend am 28. April in Lienz (auf Bild links klicken) "Energie-Perspektiven für Tirol".

Und auf der Einladung prangt unübersehbar eine riesige Photovoltaikanlage - gerade das, was in der Förderung sehr eng limitiert und in der Umsetzung mit einer Reihe weiterer bürokratischer Hürden erschwert wird.

Vor kurzem hat die Tiroler Landesregierung zwar einen Betrag von 1 Million Euro als Landesförderung bereitgestellt; diese ist allerdings an die äußerst eng begrenzte Bundesförderung gekoppelt; nur die wenigen glücklichen "Lotteriegewinner" (s. oben) kommen auch an die ( gegenüber dem Vorjahr halbierte!) Landesförderung.


Auslagenschild Photovoltaik: Bürgerverdummung? Wiederholungstäter Dass die obige Einladung mit der sympathiefördernden Photovoltaik-Anlage als ÖVP-Werbung kein Einzelfall ist, zeigt der Facebook-Auftritt der ÖVP Tirol: auch hier wird dem Bürger die ÖVP als Vertreter genau jener Energiegewinnung suggeriert, für welche Tirol und ganz besonders Osttirol zwar beste Voraussetzungen aufweist, die aber in Wirklichkeit von den zuständigen Verantwortungsträgern der ÖVP in Österreich in einem geradezu lächerlichem Ausmaß unterstützt wird.

Obwohl das Interesse der Bürger an dieser besonders umweltfreundlichen Energienutzung von Jahr zu Jahr steigt, hat Umweltminister Belakovich(ÖVP) die Förderung für heuer deutlich gekürzt - obwohl der Staat aus dem Bau von Photovoltaikanlagen mehr Steuern einnimmt als die Förderbeträge ausmachen!

Es ist gänzlich unverständlich, dass das große Interesse der Bevölkerung an sauberer und sicherer Eigenstromversorgung von der Politik so ignoriert und die Investitionsbereitschaft der Bürger gehemmt wird.

Wer hindert unsere Landes-ÖVP, von ihrer Schwesterpartei im Bund eine Aufstockung der Kontingentmittel zu fordern (wie Vorarlberg und Oberösterreich es bereits tun) oder die Landesförderung von der Bundesförderung zu entkoppeln und damit jene Bürger in Tirol zu unterstützen, die eigenständig in erneuerbare Energie investieren und damit selbst einen Beitrag zu Energieautonomie und Energiesicherheit in unserem Land leisten wollen?
.

Und in Osttirol?

Die Voraussetzungen unseres Bezirkes zur Photovoltaiknutzung gehören zu den besten in Österreich, wie die vom Regionalmanagement Osttirol initiierte Solarpotential-Studie zeigt. Umso eher wären unsere Mandatare aller Couleurs gehalten, in Land und Bund kräftig für eine bessere Unterstützung des Bezirkes in dieser Richtung einzutreten.

Zum Nachlesen:

Die Information zur Solarpotentialstudie Osttirol: "Das Solarpotential Osttirols" - und die Solarpotentialstudie Osttirol selbst.

Iselrat verliert Kraftwerksgegner




rosa Werbeversprechungen der  SVWP"Planungsgespräche" (propagiert als "breiter Diskussionsraum für alle Interessierten"), "Iselrat" (mit zahlenmäßig festgelegter Mehrheit der Befürworter), "Iselforen" mit "eingeladenen Interessierten" - buntes, pseudodemokratisch verbrämtes Alibi-Brimborium, ersonnen und gelenkt von Werbeagenturen, die von Projekt- betreibern zur Durchsetzung ihrer Vorhaben angeheuert wurden.

Und als Zugabe noch eine "Iselstiftung" - (".... bis hin zur Daseinsvorsorge") als anspornende Karotte vor der Nase hungriger Grautiere.

Als "Klare Fronten an Isel" bezeichnet die Tiroler Tageszeitung die Situation nach dem Ausscheiden von Kraftwerksgegnern aus dem Iselrat, ergänzend kommentiert von Catharina Oblasser.

Auch die Kleine Zeitung berichtet darüber, Dolomitenstadt sogar zweimal: hier und hier; besonders deutlich auch der Kommentar in Dolomitenstadt.
.

Zum Nachlesen: Der erläuternde Postwurf der BI gegen das Kraftwerk Iseltal

"Wildwassereldorado Osttirol" - neuer Wildwasserführer




Wildwasser-Führer der Osttirol-Werbung "Wildwasser als Magnet für Urlauber" berichtet die Kleine Zeitung heute - "Osttirol als Dorado für Kanuten, Paddler und Flusswanderer. Tourismusverband und Kajakklub wollen mit Wildwasserführer internationales Publikum ansprechen".

Osttirol-Werbung (Tourismusverband Osttirol) und Osttiroler Kajakklub haben einen neuen Wildwasserführer herausgebracht, der gestern vorgestellt wurde. Er enthält Strecken- beschreibungen, Schwierigkeitsgrade, Ein- und Ausstiege, Richtlinien, Sicherheitshinweise und Besonderheiten.

Bei der Päsentation bekannten sich Osttiroler Touristiker zum Wasserschatz unseres Bezirkes - so z.B. TVBO-Obmann Franz Theurl: "Wir sind mit unseren Gletscherbächen das Wasserschloss der Alpen und sehen im Wildwassersegment eine Chance für die Region" - zitiert in Dolomitenstadt.at.

Der Bezirk habe sich längst einen Namen als attraktive Wassersportregion erworben, stellt die Tiroler Tageszeitung fest; Wassersportler sind gefragt wegen ihrer überdurchschnittlich langen Aufenthalts- dauer; „viele bringen ihre Partner oder Familien mit, was auch für andere touristische Einrichtungen und den Handel interessant ist“ - so die Geschäftsführerin der Osttirol-Werbung Barbara Nussbaumer.

Dieser Wildwasserführer steht hier als Download zur Verfügung.


Dreifach hält besser: Wie man den Virgentalern ein Kraftwerk beibringen will

Im Herbst 2011 engagierte die Planungsfirma INFRA zur Durchsetzung des Virgentalkraftwerkes gleich zwei Werbeagenturen:


Wunschkonzert der SVWP Die Agentur SVWP soll die Bürger vor Ort direkt bearbeiten.

Selbstdarstellung der SVWP: "Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt in den Bereichen Public Relation und Change Management. Die Leistungen umfassen die strategische Planung und Begleitung von Kommunikationsprozessen (intern und extern), die Entwicklung von Kommunikations- lösungen für Unternehmen und Institutionen in erfolgskritischen Situationen sowie die Konzeption und Umsetzung von Kommunikations- kampagnen".

Wie die Aktionen der SVWP dann vor Ort laufen, berichteten wir bereits im Vorjahr; dort auch ein treffender Kommentar aus "Dolomitenstadt".

Übrigens: Auch in anderen Gebieten mit kritischen Bürgern ist die SVWP mit den gleichen Tricks wie im Iseltal ("Transparenz", "Öffentlichkeitsbeteiligung", "Regionalforum"...) im Einsatz - z.B. am Regionalkraftwerk "Mittlerer Inn, wie in der TT nachzuverfolgen ist.

Die zweite angeheuerte Agentur ist die wiko, die vor allem die Berichterstattung der Medien lenken soll.

Leitspruch der wiko: "Dialog mit Wirkung"; ihre Tätigkeit laut Eigendarstellung: „wiko ist ein Unternehmen für Öffentlichkeitsarbeit und strategische Kommunikation“ - „Wir unterstützen Unternehmen und Institutionen dabei, sich im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft, Medien, Öffentlichkeit sowie Politik und öffentlicher Hand erfolgreich zu behaupten.“
Ein Beispiel aus der wiko-Arbeit zum Nachlesen.

Wie sich nun bei genauerem Hinsehen herausstellt, sind für die Web- und Werbeseite der Kraftwerksbetreiber noch weitere Akteure tätig - zumindest mit versuchter Stimmungsmache. Der virgentalerweg.at wurde von SEMU-Design (Sebastian Müller) erstellt; ein Produkt von S. Müller – nämlich 520Pixel - gestaltete den Facebook-Auftritt von virgentalerweg.at.

Auch erscheint interessant, wem die Beiträge auf virgentalerweg.at besonders "gefallen": zu einem nicht geringen Teil solchen Personen, die nichts mit dem Virgental unmittelbar zu tun haben.

Man kann eben nie genug Helfer haben, wenn man ein Kraftwerk durchsetzen will.

Offener Brief an ORF Tirol

Auch über politisch unbequeme Themen im Lande soll berichtet werden, verlangt Netzwerk Wasser Osttirol in einem Offenen Brief an den Intendanten des ORF Tirol Helmut Krieghofer. Anlass hierzu war die Ignoranz des Landesstudios gegenüber den engagierten Frauen aus Osttirol, die bei verantwortlichen Politikern in Innsbruck vorsprachen.

.

Hintergrundinfo:
Wie Christoph Sailer, Chefredakteur von ORF Tirol, im Revier des LHStV. Steixner zur Jagd war - was zwar "keinen gerichtlichen Tatbestand“ darstellt (so die Korruptionsstaats-anwaltschaft), aber zumindest bei Gebührenzahlern des ORF in Tirol ein Aha-Erlebnis möglich macht:
Die Spielhahnjagd

und zur gemütlichen Abrundung: Speckjause bei Steixner.

Was die Osttirolerinnen in Innsbruck zu hören bekamen

.
Politikersprüche .... Politikersprüche .... Politikersprüche .... Politikersprüche .... Politi ...


Naturschutzreferent LHStV.Gschwentner: Er sei ein "sehr naturverbundener Mensch" und "kein Demolierer".

Für die Isel gäbe es "noch kein Projekt und kein Verfahren", sobald ein Projekt vorliege, würden auch Auswirkungen auf Tourismus, Naturhaushalt etc. geprüft, es werde ein UVP-Verfahren durchgeführt, welches viele Auflagen vorsähe.

Man (offenbar Gschwentner und Steixner) könne nicht "wegen 40 Frauen, die in die Landesregierung kommen", Projekte absagen; "... dann gibt es nichts mehr, dann haben wir keines mehr in Tirol, denn 40 oder 50 oder 100 engagierte Frauen oder auch Männer lassen sich durchaus in verschiedenen Regionen finden - und nach einem Gespräch sind die Kraftwerke erledigt ... - und dann können wir einpacken".

Gschwentner kann versprechen: "Größtmögliches Verständnis für Ihre Anliegen, daher größtmögliche Einbindung der Bevölkerung, größtmögliche Rücksichtnahme auf Naturwerte, sorgfältigste Abwägung aller Interessen"
und bittet um "Vertrauen" - "... wir sind Leute, die Verantwortung tragen"; er habe auch Kinder.


Energiereferent LHStV. A. Steixner erinnert die Frauen an eine "moralische Verpflichtung": ob "Strom aus Kohlekraftwerken importiert oder lieber aus eigenen Bächen sauber Strom erzeugt" werden solle?

Die Photovoltaik sei kaum der Rede wert; Osttirol habe ein besonders großes Ausbaupotential an Wasserkraft und bisher verhältnismäßig wenig ausgebaut – solche "Bezirke mit größerem Potential sollen mehr beitragen"; er wünscht sich, "„dass man das bei Enk drinnen so macht, dass die Natur so weit als möglich erhalten bleibt und dass man trotzdem Einnahmen für die Region sichert“ und bittet mehrfach um Vertrauen: „ Es" (sic!) "sollts ein bisschen mehr Vertrauen haben, dass wir Eure wunderschöne Gegend da drinnen nicht hinmachen" und: "Ihr sollts Vertrauen haben, dass wir schon schauen werden" ....

.

Medienstimmen zur Frauenvorsprache in Innsbruck:

Kleine Zeitung: "Iselfrauen" gingen auf die Straße, Tiroler Tageszeitung: Frauendemo für die Isel in Innsbruck, Dolomitenstadt: Geballte Frauenpower für die Isel, Kurier: Frauen-Protest "Die Isel soll frei fließen", Kronenzeitung: Osttiroler Frauen demonstrierten gegen das Isel-Kraftwerk.

Osttirolerinnen im Landhaus: Keine Kraftwerke an der Isel!


Frauen für die Isel ohne Kraftwerke

Ein Bus voller Frauen aus Osttirol traf heute vor dem Landhaus in Innsbruck ein:
50 Frauen aus allen Teilen und allen Bevölkerungsschichten Osttirols. Sie hatten die Mühen dieser weiten Fahrt nach Innsbruck auf sich genommen, um am heutigen "Tag des Wassers" ganz entschieden für eine Isel einzutreten, die als Eigentum aller Österreicher weiterhin ohne Kraftwerke fließen soll.

Ein Rettungsschirm für die Isel errichten die Frauen aus und in Osttirol"Ein Rettungsschirm für die Isel" war das Motto, unter dem die Frauen aus Osttirol dem Energiereferent LHStV. Steixner und Naturschutzreferent LHStV. Gschwentner klarzumachen versuchten, dass die Isel ungleich mehr ist als eine bloße finanzielle Zubuße zu Gemeindebudgets - "sie ist Erholungsraum für uns und unsere Kinder, für unsere Gäste – ein prachtvoller Naturschauraum, in dem eine Vielfalt von Pflanzen und Tieren gedeihen kann - ein Ort für Körper und Seele“.

Netzwerk Wasser Osttirol wird über diese Aktion weiter berichten.

Isel-Petition im Parlament


Die im Herbst 2011 von Nationalratsabgeordnetem Gerhard Huber eingebrachte Isel-Petition soll nun im Nationalrat behandelt werden, berichtet heute die Kleine Zeitung. Auch einen Entschließungsantrag werde Gerhard Huber einbringen, worin Umweltminister Nikolaus Berlakovic aufgefordert wird, alles in die Wege zu leiten, damit das Land Tirol die Isel für die Aufnahme in das europäische Natura-2000-Netzwerk nominiert.

Natura 2000-Schutz für Isel heuer noch!



Deutsche Tamarisken an der Isel "Die EU-Kommission bestätigt den Nachnominierungsbedarf für Isel und Zubringerbäche ins Natura 2000-Netzwerk" berichten der Oesterreichische Alpenverein und der Umweltdachverband in einer Presseaussendung, in welcher die eheste Nachnominierung und damit Natura 2000-Schutz für die Isel und ihre Zubringer urgiert wird.

Jeder Bürgermeister, der jetzt noch Kraftwerke plane, handle fahrlässig bemerkte dazu Gerhard Heilingbrunner, der Präsident des Umweltdachverbandes.

Landschaftsschutzverein: Widerstand gegen Iselkraftwerk bis zum Obersten Gerichtshof

Von "Kampf für die Isel bis zum Höchstgericht" schreibt die Kleine Zeitung, der Landschaftsschutzverein sei die Speerspitze für den Iselschutz berichtet die Tiroler Tageszeitung über die Vollversammlung des Osttiroler Landschaftsschutzvereins.

Die Auseinandersetzung kann langwierig und zeitraubend werden, aber dies sei die Erhaltung der Isel unbedingt wert, war die einhellige Meinung der Mitglieder und Gäste.


Viele Menschen treten für unsere Isel ein Auch bei der - trotz kalten Windes und zeitweisen Schneetreibens - sehr gut besuchten Wanderung an der winterlichen Isel waren lebhafte Diskussionen im Gang.

Immer wieder wurde Unverständnis darüber geäußert, dass diese Kostbarkeit Osttirols für eine erhoffte Aufbesserung von Gemeindekassen verstümmelt werden soll.

Auch Besucher von auswärts waren da, welche die Bedeutung der Isel weit über unseren Bezirk hinaus betonten.

.

Landschaftsschutzverein: Einladung zur Vollversammlung und zur Iselwanderung


Isel in Hinterbichl Der "Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol" wird Freitag, den 24. Feber 2012, um 19:00 Uhr im "Paradiso" (Dolomitenhotel) in Lienz, Dolomitenstrasse 2, seine Vollversammlung mit Vorstandswahl, Berichten und Diskussion abhalten.

Im Anschluss an die eigentliche Vollversammlung wird die "Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental" über ihre Arbeit und den aktuellen Stand der Kraftwerksdebatte berichten.

Diese Information beginnt um etwa 20,00 Uhr; Gäste sind herzlich eingeladen!

Ebenfalls herzlich eingeladen wird zu einer Winterwanderung an der Isel am Sonntag, 26.2.2012, in Prägraten. Sie beginnt um 13:30 Uhr beim Freizeitzentrum Prägraten.

Siehe hierzu die Einladung der "Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental" mit Lageskizze.

Prominente Unterstützer für die Isel


Winterliche Isel in Prägraten Die Unterstützung für den Schutz der Isel steigt permanent. Die Zahl der prominenten Österreicher nimmt weiter zu, die sich gegen eine Ableitung der Isel aussprechen.

Auf der WWF-Webseite "Flüsse voller Leben" scheinen nun neben der Präsidentin des NR i.R. Dr. Marga Hubinek auch Univ.Prof. Dr. Roland Giertler, der Künstler Prof. Jos Pirkner oder Min.a. D. DI Dr. h.c. Josef Riegler (Ehrenpräsident Ökosoziales Forum) auf.

Weitere werden dazukommen.

.

Ihnen allen sei aufrichtig gedankt, dass sie sich für ein unwiederbringliches Kleinod unseres Staates einsetzen!

Iselkraftwerk: Planer wollen ernstmachen


Nachtrag 2012-02-08
... ein purer Zufall natürlich, dass die von den Planern bezahlte Agentur wiko - "ein Unternehmen für Öffentlichkeitsarbeit und strategische Kommunikation", Leitspruch: "Dialog mit Wirkung" - gerade jetzt den Medien vorgibt, welche Lobeshymne auf das Virgental-Kraftwerk anzustimmen wäre: Der wiko-Text zum Nachlesen und Vergleichen.
.

"Detailplanungen bei Kraftwerk Virgen starten" berichtet "Dolomitenstadt"; auch die Kleine Zeitung schreibt über die Absichten der Kraftwerksplaner und auch darüber, dass im Herbst 2012 eine Volksbefragung in Virgen und Prägraten zum Kraftwerksprojekt Virgental erfolgen soll.

Die Torschlusspanik der Kraftwerksplaner wird offenkundig.
Und die der Bürgermeister auch -
hatte doch der Virger Bürgermeister schon im Vorjahr eine gemeinsame Bürgerbefragung angekündigt, die in Prägraten allerdings äußerst kritisch als "Trickkiste gegen die Isel" gesehen wird.
.

In "Dolomitenstadt" findet sich auch zum Iselmonat des WWF ein interessanter Leser-Kommentar (Thema Schützen).

Die Isel in OE1- 06. Februar 2012, 19:05

Die Isel in OE1:

Dimensionen - die Welt der Wissenschaft: Klimaschutz oder Umweltschutz? Wasserkraft im Spannungsfeld der Interessen. Gestaltung: Sonja Bettel.

Montag, 06. Februar 2012 19:05

Nachtrag:
Die ORF-Textzusammenfassung dieses Beitrages

Februar 2012: "Isel-Monat" des WWF

Der WWF hat den Monat Februar 2012 zum Isel-Monat erklärt und unterstützt damit nachdrücklich die Betrebungen der Osttiroler Initiativen, die Isel frei von Kraftwerken zu bewahren.
Der WWF kämpft mit uns für eine kraftwerksfreie Isel Eine entsprechende "Isel-Deklaration" wurde von bedeutenden österreichischen Naturschutzorganisationen wie WWF, Naturschutzbund, Alpin-, Fischerei- und Kajakverbänden unterzeichnet, die sich dadurch mit unserem Anliegen solidarisieren.

Auf der Website "Flüsse voller Leben" sind aktuelle Neuigkeiten zu finden; dort kann man sich auch zur Unterstützung der Isel-Deklaration in einem Protestschreiben an die Tiroler Landespolitik wenden.

Schon im Jahre 1998 hatten Umweltministerium, Landwirtschaftsministerium und WWF die Isel als nationales Flussheiligtum ausgezeichnet und sich für deren Schutz ausgesprochen; inzwischen sind freifließende Gewässer in Österreichs Landschaft noch seltener und damit kostbarer geworden.
Ein Bewahren der Isel vor Kraftwerkseingriffen ist unabdingbar!

Kritik von UWD und WWF am Kriterienkatalog Wasserkraft

Der Umweltdachverband ortet in einer Presseaussendung zu dem von Nikolaus Berlakovich vorgestellten Kriterienkatalog Wasserkraft zwar einen "Schritt in die richtige Richtung" - aber offensichtlich nicht mehr, da dieser Katalog wichtige Naturschutzfragen nicht berücksichtige, keine Grundlage für eine nationale strategische Planung darstelle und den EU-Wasserrahmenrichtlinie nicht gerecht werde. Auch fehle ein Verbot von Atomstrom in Pumpspeichern.

"Einen Kniefall des Umweltministers vor der E-Wirtschaft" erkennt der WWF in einer Stellungnahme in diesem Kriterienkatalog. "Der Minister hat eine historische Chance verspielt, unsere Natur zu bewahren". Es fehle die Rücksicht auf die letzten Flussheiligtümer Österreichs, zu denen auch die Isel gehört. In einer Presseaussendung sieht der WWF im Kriterienkatalog einen "Ermöglichungskatalog für die Pläne der E-Wirtschaft".

Anmerkung: Wenn sich ein Telekomkonzern bei einem Ministerium ein auf seine Interessen zugeschnittenes Gesetz bestellen kann (wie es sich im parlamentarischen Untersuchungsausschuss abzuzeichnen beginnt) - warum sollte es sich die noch viel einflussreichere E-Wirtschaft nicht richten dürfen?

Unsere Isel - nach auswärts verhökert?



Unsere Isel - den Innsbrucker Kommunalbetrieben verhökert? Oben rinnt das Wasser der Isel hinein, welches uns allen gehört - unten kommt elektrischer Strom heraus, der den Innsbrucker Kommunalbetrieben gehört, so stellt sich wohl der Virger Bürgermeister das Iselkraftwerk vor.

Warum sonst ginge er mit diesem Kraftwerksprojekt hausieren, bei den Innsbrucker Kommunalbetrieben zum Beispiel, oder auch den Schwazer Stadtwerken - so wird jedenfalls aus Nordtirol berichtet. Einige Silberlinge des Judaslohnes (sozusagen Bröselchen des verkauften Kuchens) fielen dann wohl für die Virger Gemeindekasse ab.

Allerdings: Die kolportierten Baukosten des Iselausleitungsprojektes stiegen bereits drastisch an (seit dem Vorjahr laut Planer W. Widmann von 140 Millionen Euro auf nunmehr bereits 165 Millionen); umgekehrt sinken die Kosten von Sonnenstrom ständig. In einigen Jahren wird auch bei uns Netzparität erreicht sein, so der Landesenergiebeauftragte DI Stephan Oblasser gestern in Lienz.


Sonnenstrom statt entwässerter Isel! "Enormes Potenzial für Energie von der Sonne" überschreibt heute die Kleine Zeitung ihren Bericht über die gestrige Präsentation der "Solarpotentialstudie Osttirol"; auch die Tiroler Tageszeitung spricht von "extrem guten Bedingungen" zur Solarstromerzeugung in unserem Bezirk. Osttirol habe schon eine viel höhere Dichte an Photovoltaikanlagen als Nordtirol und solle auch wegen seiner besonders guten Voraussetzungen besser gefördert werden, stellt hierzu DI Stephan Oblasser fest.

Zum Ansehen: Photovoltaikeignung der Dächer im Bezirk Lienz (Karte).


Ruggenthalers Versuche, das Juwel Osttirols - die Isel - zu verscherbeln, erscheinen angesichts dieser hervorragenden Eignung Osttirols zur Nutzung der Photovoltaik ganz besonders paradox.
Kostbarkeiten verschleudern und unsere tatsächlichen Vorteile brachliegen lassen?

Auch von überregionaler Seite kommen Argumente für die ungeschmälerte Erhaltung der Isel: "Nur noch zehn Prozent der alpinen Flüsse sind im Naturzustand", warnt Aurelia Ullrich-Schneider, Projektleiterin der CIPRA International "und diese gilt es unbedingt zu erhalten." Die Internationale Alpenschutzkommisssion hat eine Untersuchung über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Themenkomplex Wasser veröffentlicht: "Wasser im Klimawandel".


Update (3.2.2012) zu Absatz 3:
Etwas genauer erklärt: Die o.a. Baukosten von 165 Millionen Euro beziehen sich inflationsbedingt auf ein allfälliges Fertigstellungsjahr 2017.

Potentialstudie: Osttirol als Wasserkraftkolonie ?


Osttirol im Fadenkreuz der Kraftwerksplaner Nun ist sie endlich öffentlich - die "Potentialstudie Wasserkraft" der Tiroler Landesregierung, eine Wunschaufstellung der Wasserkraftwerksplaner für Tirol.

"Die theoretische Nutzbarkeit wurde dem Kriterienkatalog gegenübergestellt. Abgezogen wurden demnach besonders schützenswerte Gebiete, wo der Bau von Kraftwerken nicht infrage kommt" berichtet die Tiroler Tageszeitung von der Vorstellung der Studie durch LHStv. Steixner.

Die Kleine Zeitung sieht die Situation schon realistischer: "Land will Osttirols Bäche". Ein besonders großes Potenzial orten die Verfasser der Studie nämlich in unserem Bezirk.

So wird z.B. trotz aller vollmundigen Sprüche Steixners von "schutzwürdigen Ausschlussgebieten" und der Berücksichtigung von " Naturschutz und Gewässerökologie" nicht einmal die Isel als schutzwürdiger Bereich angeführt, obwohl sie der letzte große freifließende Gletscherfluss nicht nur Tirols, sondern des gesamten Alpenbereichs ist und ganz besonders seltene Lebensgemeinschaften aufweist. Damit wird auch wieder einmal deutlich, warum das Land nunmehr seit mehr als zehn Jahren die Einbringung der Isel in das europäische Natura 2000-Netzwerk blockiert.
Umweltdachverband und Alpenverein haben deshalb ja im vergangenen Sommer eine entsprechende Beschwerde bei der EU-Kommission eingebracht.

Zurück zur "Potenzialstudie Wasserkraft":
Wer sich durch das Verwirrspiel dieses Machwerkes mit seiner Ansammlung von verschiedensten Parametern durchschlagen möchte, kann die Potenzialstudie von der Website des Landes Tirol abrufen, ebenso die Originalkarte zu dem von uns dargestellten Ausschnitt.


Die Urheber der Studie Wasserkraftpotential Diese Potenzialstudie und der Kriterienkatalog sind in der Zusammenarbeit zweier verquickter Ingenieursgesellschaften entstanden, die alle beide von Kraftwerksplanungen profitieren und nunmehr bei der Rechtfertigung der einäugig auf Wasserkraft fixierten "Energiepolitik" des Landes Tirol behilflich sind.

Die INFRA war federführend an der Erstellung und kraftwerksfreundlichen Adaptierung des Kriterienkataloges beteiligt und ist nunmehr Planerin des Iselkraftwerkes im Virgental, ihre Mutterfirma, die ILF hat an der Erstellung der Wasserkraftpotentialstudie verdient und führt ebenfalls Planungsarbeiten für Kraftwerke durch, z.B. am Tauernbach.

Was wird zu erwarten sein, wenn das Land Tirol eine von Wasserkraftwerksplanungen profitierende Ingenieurgemeinschaft zur Beurteilung der Sinnhaftigkeit von Wasserkraftwerken beauftragt? Kann man es einem Pferdemetzger vorwerfen, wenn er in einem Lipizzaner lediglich eine Reihe von vermarktbaren Würsten vor Augen hat?

Unser Bezirk erzeugt schon deutlich mehr Strom als er verbraucht; soll er nun herhalten müssen für die Stromgelüste anderer? Unsere Landschaft ist zu schade für die Torschlusspanik von Kraftwerksbauern, die ihr Geschäftsfeld immer kleiner werden sehen und die Konkurrenz anderer sanfter Stromerzeugungsarten fürchten (so liegt die Akzeptanz der Windkraft weit vor jener der Wasserkraft und deckt z.B. das Burgenland seinen Strombedarf schon zu 66,2% aus Windenergie; in Deutschland erreichte Strom aus Photovoltaik bereits im dritten Quartal des Vorjahres die Netzparität).

Ein NEIN zu einer Stromkolonie Osttirol!!