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Iseltrail: Bald geht's los


"Bald machen sich die "Iselpioniere" auf den Weg" berichtet "Dolomitenstadt" über jene Familie, welche in Begleitung einer Fotografin als "Iselpioniere" den Iseltrail als erstes begehen wird.

Eingeladen hat hierzu der Tourismusverband Osttirol; es hatten sich viele Familien für diese Flusswanderung beworben.

Tiroler Sittenbild


"Geislers Sager ist ein Sittenbild der Gesellschaft": Irene Rapp spricht heute in der Tiroler Tageszeitung an, was so viele im Lande immer wieder feststellen mussten und weiterhin feststellen ...


Tirols LHStV. Geisler am Landhausplatz in Innsbruck, mit Sicht auf die TIWAG-ZentraleEin Tiroler Sittenbild, was Bürgerinnen und Natur in Tirol angeht:
Der Standard hatte gestern als erstes Medium darüber berichtet: Tirols Vizelandeshauptmann Geisler beschimpft WWF-Aktivistin"; interessant auch die Postings hierzu.

Im Standard-Beitrag sind auch parteipolitische Hintergründe der Wasserkraft-Diskussion dargestellt; diesen Zuständigkeitswechsel haben wir in Osttirol schon leidvoll konstatieren müssen: War es doch Geisler, welcher - offensichtlich auch auf Betreiben des Osttiroler LA Kuenz den Lesachbach für ein weit überdimensioniertes Wasserkraftwerk freigegen hat - und damit den in Österreich üblichen Weg der Missachtung der Wasserrahmenrichtlinie klar fortsetzt, um seiner bäuerlichen Klientel Vorteile zu verschaffen.

Die Tiroler Tageszeitung geht auch in weiteren Beiträgen auf die Entgleisung Geislers ein: Auf die dadurch hervorgerufene Aufregung und politische Reaktionen, aber auch auf die Relativierung durch sein Büro und das Missfallen von LH Platter.

Nahezu jeder in Tirols Naturschutz Engagierte weiß aber auch aus eigenem Erleben, dass sich in einer solchen Bemerkung nicht nur eine Überheblichkeit gegenüber Bürgern und besonders Bürgerinnen zeigt, sondern auch ganz deutlich gegenüber unserer Natur - eine jahrzehntelang geübte Grundeinstellung von "Wir sind Wir" im Lande Tirol.

"Was nicht drinnen ist, kann nicht herauskommen" (Zitat Politikwissenschafter Peter Filzmaier)


Foto WWF - Toni Vorauer

Iseltrail: "Pioniere" gesucht



An der Isel im IseltalEine interessante Idee, um die für den heurigen Sommer geplante Eröffnung des Iseltrails zu bewerben:

Der Tourismusverband Osttirol sucht gemeinsam mit dem Nationalpark Hohe Tauern eine mindestens vierköpfige Familie aus Österreich, die eingeladen wird, den Trail offiziell zu eröffnen und als erste zu begehen.

Ausführlichere Details hierzu finden sich im
Beitrag von Dolomitenstadt; dort auch die Kontaktadresse für Interessenten.

Wir haben bereits 2018 und 2019 über die Entstehung dieser einzigartigen Wanderroute berichtet und freuen uns schon auf die Eröffnung.

Hilferuf für unsere Flüsse


Eine neue BOKU-Studie über den Zustand von Österreichs Flüssen lässt den WWF Alarm schlagen und einen Rettungsplan fordern.


An der Isel: Flussauen sind Seltenheiten in ÖsterreichNoch intakte Gewässer sind laut Wissenschaft zu wenig geschützt; rund 60 Prozent der heimischen Fischarten sind gefährdet, nur noch 17 Prozent der Flüsse können frei fließen, Auen sind nur mehr im Prozentbereich vorhanden.

Der Schutzzustand besonderer charakteristischer Schlüsselarten wie Äsche, Huchen, Deutsche Tamariske und Flussuferläufer wurde ebenfalls dokumentiert; auch er bedarf dringend einer Verbesserung.

Die in Österreich ehemals weit verbreitete Deutsche Tamariske hat die größten Vorkommen in Osttirol im Iselgebiet. Der Flussuferläufer brütet nur mehr an 97 km - das sind 0,3% - des gesamten untersuchten österreichischen Gewässernetzes, darunter auch in Osttirol.

Eine der Hauptursachen für die massive Belastung ist der Wasserkraftausbau. So bedrohen die Kraftwerkspläne an der oberen Mur die letzten bedeutenden Huchen-Vorkommen Österreichs; in Tirol sind im Einzugsgebiet der Isel sieben Kraftwerke geplant, ein Vorhaben bedroht die einzigartige Ötztaler Ache.

Ein wirksamer Schutz unserer letzten intakten Gewässer und damit von Überlebensgebieten für verschwindende Arten und Referenzbereichen für die Wissenschaft ist unabdingbar!

Weitere Downloads zu verschiedenen Studien-Details auf der Webseite des WWF!

Sinnvolles Vorbild: Wien schreibt Photovoltaik vor!


Wann wird Tirols Energiepolitik endlich aufwachen?

Wie die Wien-Energie die Sonnenstromerzeugung ausbaut, schilderte die Tiroler Tageszeitung schon im Vorjahr; dabei legt man besonderes Gewicht auf Gemeinschafts-Anlagen für Mehrparteienhäuser. Aber auch in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Gemeinden hatte Wien-Energie bis zum Vorjahr bereits mehr als 160 Photovoltaikanlagen errichtet und ist bereits jetzt der größte Solaranlagen-Betreiber Österreichs.

Die umweltfreundlichste Stromerzeugung
Nunmehr legt Wiens Politik kräftig nach:
Wie oekonews berichtet, sieht die zur Begutachtung aufliegende Novelle der Wiener Bauordnung eine Photovoltaik-Verpflichtung für alle neuen Gebäude vor.
Sollte dies aus rechtlichen, technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht möglich sein, müssen Ersatzflächen innerhalb dies Gemeindegebietes bereitgestellt werden.

Und bei uns in Tirol?

Seit Jahren findet sich auf der Website des Landes Tirol das Interreg-Projekt SOLAR TIROL.

In ihm ist dargestellt, welch außerordentliches Solarpotantial unser Land besitzt ("Tirol könnte nur mit Solarstrom durchkommen" - so am 11. Juni 2015 die Tiroler Tageszeitung); hier finden sich auch räumlich hochaufgelöste Solarpotentialkarten und konkrete Empfehlungen zur Bedeutung der Solarenergie und deren Ausbaumöglichkeit im Land Tirol und der Provinz Bozen.

Aber immmer noch findet sich Tirol unter den Schlusslichtern in Österreich, was die tatsächliche Solarnutzung betrifft; es fehlen entscheidende Anstöße der Politik zur Umsetzung dieser überreichlich verfügbaren Energieform.

Alles, was Tirols Landesstromgesellschaft TIWAG zuwege bringt (außer Plänen für höchst fragwürdige Wasserkraftprojekte wie z.B. jenes am Tauernbach), sind geradezu lächerliche Feigenblättchen wie jene im heurigen Jänner verkündete "besondere Photovoltaik-Offensive": ganze 65 Anlagen für private Haushalte sollen unterstützt werden ...

Anmerkung:

Mit den derzeit von der AUA geforderten 800 Millionen Euro ließen sich - wie Lukas Pawek in einem Kommentar darlegt - 70.000 Dauerarbeitsplätze in der Photovoltaik sichern und nicht bloß 7000 in der Flugindustrie, für 2,5 Millionen Menschen jahrzehntelang saubere Kilowattstunden erzeugen sowie teuere Klimastrafzahlungen vermeiden ...

Weiterverfolgung Kraftwerksprojekt Obere Isel: eine Provokation!


Provokation für Naturschutz, Bürger, Wissenschaft und Politik


Die Isel im VirgentalDie gut informierte Tiroler Tageszeitung berichtet: "Kraftwerk Obere Isel geht doch in die Verlängerung" und analysiert diesen Schritt der Kraftwerksbetreiber mit deutlichen Worten.

Erinnern wir uns an die lange, wechsel- und z.T. schmerzvolle Vorgeschichte:

  • wie auch Hinweise auf die Winterarmut der Gletscherbäche und die dadurch stromwirtschaftliche Fragwürdigkeit vor weiteren Kraftwerks-Planungen nicht Abstand nehmen ließ ...

  • wie den Bürgern im Virgental durch dieses Kraftwerk geradezu Milch und Honig versprochen wurde ...



Wer hinter dem Kraftwerksprojekt steckt:

Ursprünglich war es die Projektentwicklungsgesellschaft Infra, welche den Virgentaler Gemeinden mit Hilfe zweier Werbeagenturen Milch und Honig versprach. Diese Infra plante auch das Stanzertal-Kraftwerk, welches für das Virgental als Lehrbeispiel gelten könnte.

Die Infra ist inzwischen verschwunden.

Wie die mit den Gemeinden Virgen und Prägraten abgeschlossenen (z.T. geheimen) Verträge aussahen, umriss das Nachrichtenmagazin Echo.

Die nunmehrigen Verhältnisse der "Wasserkraft Obere Isel GmbH" (WKOI) mit handelnden Personen und Gesellschaftern verzeichnet das "FimenABC"; dort sind auch Informationen über weitere Funktionen der handelnden Personen sowie Firmenverflechtungen zu finden.

Was hinter diesem neuen Anlauf der Kraftwerksbetreiber steckt,

lässt sich nur vermuten:

Es wird kaum anzunehmen sein, dass sich der nunmehrige Hälfteeigentümer ILF nicht über die rechtliche Situation, den Widerstand in der Bevölkerung und die Absage durch das Land informiert hat, sind zwei andere Hintergründe denkbar:

  • Die beteiligten Gemeinden wollen ihren Bürgern zeigen, dass sie alles für die Realisierung versucht hätten, aber die Landesregierung (oder wer immer) hätte dies verunmöglicht und solle daher die bisher von den Gemeinden in das Projekt gesteckten und nunmehr verlorenen Kosten refundieren

  • oder sollte eine alte Idee des Bürgermeisters von Virgen aus dem Jahre 2011 wieder zum Tragen kommen: Lösegeld für die Isel - also Geld von der Allgemeinheit für den Nichtbau eines Kraftwerkes? ...



Was durch diesen neuen Vorstoß der Kraftwerksbetreiber in Frage gestellt werden kann:


Gefährdet wäre auch die gerade in Fließgewässern weltweit besonders bedrohte Artenvielfalt, zerstört der Ruf der Isel als letzter großer freifließender Alpenfluss Österreichs, als Beispielsfluss für die Wissenschaft und als Teil des großen europäischen Naturerbes Natura 2000.

Jedenfalls:
Eine Wiederaufnahme des Kraftwerksprojektes Obere Isel (Ausleitung der Isel im gesamten bewohnten Virgental) wird entschiedensten Widerstand nicht nur in Osttirol, sondern auch im übrigen Österreich und weit darüber hinaus hervorrufen


Auch das Flussheiligtum Kalserbach ist bedroht In diesem Sinne sprachen sich auch alle Initiativen bei der gestrigen Veranstaltung des WWF am Kalserbach aus:

Eine Ausleitung des Kalserbaches würde nicht nur dieses Flussheiligtum in Frage stellen, sondern zusammen mit anderen Kraftwerken an den Iselzubringern das Gesamtsystem Isel gefährden.

Die Tiroler Tageszeitung, die Kleine Zeitung und Radio Osttirol berichten hierzu ebenso ausführlicher wie Dolomitenstadt.

Tiroler Fischereiverband warnt vor Kraftwerken an der Isel


Dramatische Gefahr für Osttirols Fischbestände in der Isel

Erstmals in dieser Deutlichkeit warnt der Tiroler Fischereiverband vor weiteren Kraftwerken im Einzugsbereich der Isel, wie dem heutigen Bericht der Tiroler Tageszeitung zu entnehmen ist.

Ganz besonders bedroht scheint der Bestand der Isel-Äschen zu sein, deren Laichplätze schon durch bisherige Kraftwerksbauten (Kalserbach, untere Schwarzach) zum Teil verloren gegangen sind. Aber auch andere Fischarten würden durch weitere Kraftwerke empfindlich leiden.

Schon 2001 hat die Hochschule für Bodenkultur in Wien festgestellt, dass die Fischbestände in Isel und Zubringern als "ökologische Besonderheit" anzusehen und als "Referenz-Zönosen von hoher Bedeutung" sind.


Isel-Äschen: durch Kraftwerke bedrohtZur Abbildung:

Es war einmal: Vor dem Bau des Kraftwerkes an der unteren Schwarzach, welches 2007 mit Pomp eröffnet wurde, sah es zur Laichzeit in derem Mündungsbereich so aus wie später noch im Michelbach, einem kleinen Zufluss der Isel, im Jahre 2008: ein Gedränge von fortpflanzungswilligen Äschen. Dies war nicht nur für nur Studenten der Bodenkultur aus Wien eine Besonderheit, sondern auch für viele Wanderer an der Isel.

Heute sind - so die Fischer - in der Schwarzach-Mündung keine und im Michelbach nur mehr einzelne laichwillige Äschen anzutreffen.


Zur Ergänzung:
Auch in der Osttiroler Drau sind die Äschen durch das Ausleitungskraftwerk Strassen-Amlach der TIWAG fast völlig verschwunden; der Schwallbetrieb dieses Kraftwerkes verhindert auch im Unterliegerbereich bis tief nach Kärnten hinab weitgehend eine natürliche Reproduktion der Fische.

Sollen wirklich unwiederbringliche Restbestände unserer Wasserlebenswelten durch weitere Wasserkraftwerksbauten gänzlich verschwinden?

Kraftwerksprojekte in der Iselregion



Wodurch das Flusssystem Isel bedroht ist


Kraftwerksprojekte im Einzugsgebiet der IselErgänzend zur bisherigen Diskussion um noch intakte Fließgewässer - darunter ganz besonders die Isel - hat der WWF eine Übersichtskarte über das Iselgebiet mit den dort geplanten weiteren Kraftwerksprojekten erstellt und veröffentlicht.

Dadurch wird auf einen Blick deutlich, wie an allen wesentlichen Zuflüssen der Isel - (wie Tauernbach, unterer und mittlerer Schwarzach sowie am Staller Almalmbach, am Kalserbach und dem in diesen mündenden Lesachbach samt Hintergrund) - Kraftwerke geplant sind und wie lückenhaft dadurch der Schutz dieses so wichtigen Referenzgewässersystems ist.

Für den Schutz der Isel und der von Kraftwerken bislang verschonten Zubringer gab es ja bereits 2013 einen eindrucksvollen Wissenschafter-Appell an die Landes- und Bundespolitik und später dann auch an die EU.

Ein solcher Schutz ist heute dringender den je und darf nicht an der Ignoranz der Tiroler Landespolitik scheitern!

Debatte über Gewässer in Tirol



Diskussionen rund um unsere Gewässer

Nahezu zeitgleich mit der endgültigen Absage an das Kraftwerksprojekt Obere Isel kam eine Alarmmeldung des Fischereiverbandes:
"Fünf vor zwölf für Tirols Fische", in welcher auf die drastische Abnahme der Fischarten und -zahlen in unseren Gewässern hingewiesen wird. Zitiert wurden die Ergebnisse einer im Auftrag von Bund und Land erstellten Studie, in welcher im Zeitraum von 2007 bis 2018 an 274 Stellen die Fischbestände erhoben wurden.

Dass auch ursprünglich sehr häufige "Massenfische" wie die Äsche - ein Charakterfisch größerer Fließgewässer in Tirol - nunmehr bedroht sind, berichtet auch der ORF Tirol; sie würden "zunehmend um ihr Überleben kämpfen".


die Isel bei Oberlienz: naturnaher Lebens- und Erholungsraum Nahezu 60 Prozent der Tiroler Gewässer entsprächen nicht den EU-Vorgaben. Die oberste Forderung sei "der Schutz der letzten intakten Gewässer, die wir noch haben." "So wie jetzt ist das nicht mehr vertretbar" erklärte der Landesobmann des Fischereiverbandes Andreas Bachler. Es sei vor allem die Politik gefordert, aber auch die Wasserkraft mehr in die Verantwortung zu nehmen.

Solche Aussagen der Fischerei waren in dieser Klarheit bislang eher selten und daher für die Adressaten ungewohnt.


Land und Tiwag setzten sich daher in gewohnter Einigkeit umgehend zur Wehr. Dabei wird verharmlost, manches ökologische Feigenblatt (Fischaufstiegshilfen) bemüht und auch vor Tatsachenverdrehungen nicht zurückgeschreckt: Die Wasserrahmenrichtlinie tritt nicht "erst 2027 in Kraft", sondern gilt schon dem Jahr 2000 und wurde 2003 in österreichisches Recht übernommen. Sie hat das Ziel, innerhalb von 15 Jahren - mit Ausnahmen spätestens 2027 - einen "guten Zustand" der Gewässer zu erreichen.

Speziell in Österreich lief damals die E-Wirtschaft Sturm gegen solche Bestrebungen. Sie hat nicht nur kraftwerksfreundliche Änderungen im österreichischen Wasserrechtsgesetz, sondern auch zeitliche Ausnahmegenehmigungen von der Wasserrahmenrichtlinie erreicht; das zitierte Jahr 2027 ist jenes, in welchem für Schwall/Sunk-Kraftwerke auch jener letzte Ausnahmezeitraum abläuft, um welchen die Tiwag angesucht hat.


Warntafel an der Drau: Wasserschwall Das Ausleitungskraftwerk Strassen-Amlach, dem die Osttiroler Drau zum Opfer fiel, ist eine solche fischschädliche TIWAG-Anlage, die nicht nur in der Ausleitungsstrecke, sondern durch ihren starken Schwall-Sunk-Wechsel auch im Unterliegerbereich zu einer drastischen ökologischen Verarmung geführt hat.

Der Tiwag stünde es ja frei, nicht bis zum letzten Tag mit Verbesserungsmaßnahmen zu warten, sondern schon früher damit zu beginnen.

Im Vorjahr hat auch schon der Rechnungshof einen für Tirol kritischen Bericht zur Gewässersituation veröffentlicht.

Der alarmierende Befund des Fischereiverbandes deckt sich weitestgehend mit dem Ende 2019 erschienenem WWF-Report zum Artensterben in Österreichs Gewässern, in dem mehr als 500 Datensätze offizieller Berichte der Bundesländer an die Europäische Kommission ausgewertet wurden.


Äschen laichen in der Isel Auch diese Diskussion zeigt wieder, wie wichtig noch ökologisch intakte, ohne Stau und ohne Ausleitung fließende Gewässer wie die Isel und die meisten ihrer Zubringer sind: als Refugium für Fließwassertiere und -pflanzen, als Referenzsysteme für die Wissenschaft und als Erlebnis- und Erholungsräume für uns Menschen.

Die Absage des Projektes "Wasserkraft Obere Isel" hat daher auch entsprechend positives Echo hervorgerufen - wie wir z.T. schon berichteten; auch der Naturschutzbund Österreich und die Kronenzeitung freuen sich darüber.

Neue Idee

Der WWF hat schon eine neue Idee in die Diskussion gebracht: Die Isel sei nationalparkwürdig und solle an den schon bestehenden Nationalpark Hohe Tauern angeschlossen werden.

Nationalparks sind im Vergleich zu Naturschutzgebieten und Natura 2000-Gebieten mit zusätzlichen Mitteln und Personal für die Betreuung ausgestattet und profitieren von einem speziellen Fördersystem. Die Einbeziehung der Isel könnte somit nicht nur für den Schutz, sondern auch für die Entwicklung der Region positive Anreize setzen. Die Erhaltung des international einzigartigen Gletscherflusses für die Zukunft ist gerade angesichts der Klimakrise auch von übergeordnetem wissenschaftlichen Interesse. In den Alpen sind nur mehr 11 Prozent der Gewässer intakt. Die Bewahrung der letzten Wildflüsse als Referenzstrecken hat deshalb höchste Priorität

In Österreich gibt es leider nicht wie in den USA den Begriff "National River". Ein solcher "Nationaler Fluss" wäre in Österreich die Isel; ihre Einbeziehung in den Nationalpark Hohe Tauern kann ein würdiges Äquivalent sein.

Kein Kraftwerk an der oberen Isel



Einmal eine gute Nachricht:

Das Kraftwerksprojekt "Wasserkraft Obere Isel" wurde erstmals 2011 öffentlich vorgestellt und war Anlass zur Entstehung einer Bürgerinitiative im Tal; Ende 2012 reichten die Planer die Umweltverträglichkeitserklärung beim Land Tirol ein.

Das Vorhaben hatte zu sehr kontroversen Diskussionen weit über das Virgental und Osttirol hinaus geführt (blättern Sie hierzu unser Weblog ab 2011 herauf durch!);
im Virgental selbst sorgte es für Unfrieden in den Gemeinden bis in einzelne Familien hinein.


Die Isel bei Virgen - sie soll weiter ungeschmälert fließenGegen Ende 2014 warnte das Land Tirol die beiden Gemeinden Virgen und Prägraten vor einer weiteren Verfolgung des Kraftwerksprojektes. Zuvor schon hatte die EU die Nominierung der Isel für Natura 2000 gefordert und schließlich mit Klage gedroht.

Auch ein rätselhaftes Tamariskensterben im Virgental und spätere Verzweiflungstaten von unbekannten Kraftwerkshoffenden sowie Horrorgeschichten und äußerst untergriffige Debatten über Natura 2000 konnten nicht verhindern, dass 2015 die Tiroler Landesregierung am 3. März 2915 beschloss, die gesamte Isel für Natura 2000 zu nominieren. im gleichen Jahr startete auch das für 10 Jahre vorgesehene "Regionalwirtschaftsprogramm Natura 2000 Isel", welches inzwischen immer wieder gerne in Anspruch genommen wird.

Nunmehr erfolgt endlich der längst fällige Schlussstrich wenigstens unter dieses 2015 ruhend gestellte Kraftwerksprojekt, welches die Natursubstanz unseres Bezirkes besonders stark in Mitleidenschaft gezogen hätte.

Gewässersystem der Isel durch Kraftwerksableitungen weiterhin bedroht


Die Schwarzach ist ein großer Wasserzubringer in die Isel.

Rohre zur Ableitung der Schwarzach durch die TIWAGIm Jahre 2006 begannen die TIWAG mit Bauarbeiten für ein Ausleitungskraftwerk und verlegte damals schon vorsorglich überdimensionale Druckrohre, um nach Auslaufen der Ökostromförderung noch mehr Wasser ausleiten zu können. Dieses Schwarzachkraftwerk wurde im Herbst 2007 vom damaligen Landeshauptmann van Staa mit großen Tönen eröffnet.

Im Vorjahr haben wir über die nunmehr beantragte Erweiterung dieses Kraftwerkes und auf die Hintergründe dazu verwiesen. Gegen die Bewilligung für dieses Kraftwerk haben überregionale Umweltverbände wie WWF und Ökobüro, aber auch der Verein Erholungslandschaft Osttirol Einsprüche erhoben, die nun gerichtlich geprüft werden.

Über dieses Kraftwerk hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer Wasserkraftprojekte an der Schwarzach und auch im übrigen Einzugsgebiet der Isel (das größte davon ist das Tauernbachprojekt der Tiwag).
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Die frei und ungebrochen fließende Isel Solche Eingriffe im Einzugsgebiet der Isel würden natürlich die Abflussverhältnisse und den Geschiebehaushalt im Flussbett ändern und damit viele durch Natura 2000 geschützte Arten und Lebensgemeinschaften beeinträchtigen.

Diese Verschlechterungen beträfen gerade jenes Flusssystem , dessen unzerstörte Erhaltung als Referenzsystem unersetzlich ist. Bereits 2013 richteten Wissenschafter einen dringenden Appell an die Politik in Österreich und dann auch an die Europäische Union.

Die Isel ist der Herzfluss Osttirol und der letzte freie Alpenfluss Österreichs. Allerhöchste Zeit, dass nun endlich wirksame Schutzmaßnahmen für dieses ganz besondere Flussystem der Isel und seine unersetzlichen Lebensräume getroffen werden!

Auch der WWF setzt sich in einem dringendem Appell für dieses kostbare Flusssystem unseres Landes ein.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2020!


Schildalm mit Tauernbach Frohe Weihnachtstage und ein - auch für unsere Natur mit ihren Gewässern - gutes neues Jahr 2020 wünscht Netzwerk Wasser Osttirol allen Freunden und Helfern.

Wir werden uns auch im neuen Jahr weiterhin für die Erhaltung unserer noch vorhandenen Kostbarkeiten einsetzen - ganz besonders auch für den Tauernbach!

Vielen Dank unseren Unterstützern!

Bild: Schildalm und Tauernbach (Tauerntal)

EU-Kommission: Wasserrahmenrichtlinie unverzichtbar


“Die EU-Kommission bewertet die Richtlinie in ihrer jetzigen Form als unverzichtbare Säule des Gewässerschutzes.“

Dies ist wohl einer der wichtigsten Sätze aus dem neuen Bericht der EU-Kommission zur Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) - ein "Meilenstein für den Naturschutz", so findet z.B. der WWF diesen Bericht.


Noch viel zu tun: Der trockengelegte Landeckbach Sie erinnern sich vielleicht (und nahmen auch teil):
Europaweit hatten im Vorjahr mehr als 100 Natur- und Umweltorganisationen dazu aufgerufen, unsere Gewässer zu schützen; in Österreich setzten sich Umweltdachverband, WWF, Alpenverein, Naturschutzbund, Naturfreunde und weiteren Organisationen als Allianz zum Schutz des Wassers und gegen eine Aufweichung der Wasserrahmenrichtlinie ein.

Der Erfolg war großartig: Über 375.000 Menschen traten für strenge Wasserschutzgesetze ein, die drittstärkste Beteiligung an einer öffentlichen Konsultation der EU-Kommission, ein unübersehbarer Handlungsauftrag an die Politik.

Der neue Bericht der EU-Kommission stärkt nicht nur die Wasserrahmenrichtlinie, sondern enthält eine Reihe sehr kritischer Feststellungen, wie der WWF in seiner Stellungnahme darlegt.

Besonders beanstandet die Kommission die nationale Umsetzung der Richtlinie und benennt klar, warum aktuell 60 Prozent der Flüsse in Europa und auch Österreich die ökologischen Mindeststandards nicht erreichen: „weitgehend unzureichende Finanzierung, langsame Umsetzung und unzureichende Integration von Umweltzielen“.
Dies gilt in besonderem Maße für Österreich, wo das Budget für ökologische Gewässersanierung seit 2015 bei Null liegt.

Auch die Europäischen Umweltagentur hat Anfang Dezember in ihrem Bericht "Europe's state of the Environment 2020 die Wasserrahmenrichtline als zentrales Instrument im Kampf gegen das Artensterben definiert.

Das wird auch ganz besonders bei weiteren Planungen von Wasserkraftwerken zu berücksichtigen sein: besonders Augenmerk auf die Naturverträglichkeit und keine Errichtung in Schutzgebieten!


Natura 2000: wieder Geld für die Iselregion


Wie Dolomitenstadt berichtet, hat die Tiroler Landesregierung eine weitere Geldzuteilung für die Natura 2000 Region Isel beschlossen.

Mit dem entsprechenden Sonderförderungsprogramm Natura 2000 begann 2015 eine positive Diskussion in der Region, nachdem jahrelang die unsinnigsten Argumente dagegen vorgebracht wurden.

Gut Ding braucht gut Weil ...

"Flüsse der Alpen" - Buchpräsentation


Herzliche Einladung:


Buchpräsentation Zwei Jahre lang dauerten die Arbeiten von 150 Fachleuten aus allen Alpenländern zu diesem Buch, welches am 28. November 2019 um 19.00 Uhr in der Stadbücherei Lienz vorgestellt wird.

Mehr als fünfzig Flüsse sind in ihren jeweiligen Besonderheiten dokumentiert, darunter natürlich auch unsere Isel, die zudem das Titelbild des Buches darstellt.

Herausgeber und Osttiroler Autoren werden bei der Präsentation anwesend sein.

Intakte Flüsse - ein Vermächtnis

"Beim Klimaschutz geht es nicht zuletzt darum, den nächsten Generationen eine intakte Umwelt und funktionierende Ökosysteme zu hinterlassen. Daher muss beim dringend benötigten Ausbau der Erneuerbaren auch die Naturverträglichkeit garantiert sein"...


Die Isel bei Oberlienz .... Zitat aus einer Aussendung des WWF, in welcher drei wichtige Themen rund um unsere Fließgewässer angesprochen werden:

Nötig sei eine

Sanierungsoffensive für unsere Flüsse, von denen 60 Prozent in keinem guten Zustand sind. Nötige Mittel sind bereits von Nationalrat beschlossen, müssen aber umgehend zur Verfügung gestellt werden; hunderte Sanierungsprojekte warten auf ihre Realisierung...

Garantie der Naturverträglichkeit für erneuerbare Energieformen und eine entsprechende Reform der Ökostrom-Subventionen...

Ökologischer Hochwasserschutz - keine harte Verbauung, sondern entsprechendes Platzangebot für unsere Flüsse.

Gerade die Isel mit ihren vielerorts breiten Bereichen und Aufweitungen ist dafür ja auch ein besonders gutes Beispiel; sie ist ein immer wichtigeres Vorbild für Flussbauexperten, wie in heurigen Frühjahr die Tiroler Tageszeitung berichtete.

Trauer um Peter Haßlacher

"Tirol verliert eine Stimme für die Umwelt: Trauer um Peter Haßlacher" berichtete als erste die Tiroler Tageszeitung. Es folgten ORF Tirol, Kleine Zeitung und Osttirol online; auch die Rai-News würdigten Peter Haßlacher.

Am lebendigsten aber gibt uns über Peter Haßlacher ein Gespräch Auskunft, welches Christina Schwann von ökoalpin mit ihm führte: "Peter Haßlacher – ein Kämpfer für die Erhaltung unserer Natur- und Kulturlandschaft".

In diesem Interwiew wird zwar sehr ausführlich auf Haßlachers Idee der Bergsteigerdörfer eingegangen; Haßlacher schildert darin aber auch viele andere bedeutende Facetten seiner Tätigkeit.


Peter Haßlacher im Juni 1985 im Innergschlöss Peter Haßlacher (links) und Anton Draxl mit dem damaligen Umweltminister Franz Kreuzer am 29. Juni 1986 vor der Felsenkapelle im Innergschlöss:

Umweltminister Kreuzer wollte sich bei dieser Begehung vor Ort über die mit einem Nationalpark unvereinbaren Ableitungswünsche der E-Wirtschaft informieren.



Für Osttirol von besonderer Bedeutung war sein Einsatz für die Entstehung des Nationalparks Hohe Tauern und die Erhaltung der Gletscherbäche unseres Bezirkes, seine Unterstützung gegen den Alemagna-Ausbau und sein Eintreten für Natura 2000 und damit die Bewahrung der Isel.

Lieber Peter Haßlacher - vielen Dank für Dein unermüdliches Engagement! Es wird uns eine Verpflichtung im weiteren Einsatz für unsere Landschaft und deren kostbare Gewässer sein.

Klimaweckruf auch in Osttirol


Klimademo in Lienz "Mehr als 500 Teilnehmer bei Klimademo in Lienz" hatte Dolomitenstadt berichtet, ergänzt mit vielen Bildern.

Auch in Osttirol beginnen junge Leute sich nun zu besinnen, was für die Zukunft auf dem Spiele steht.

Höchst an der Zeit!


Das Umbalkees früher (1985)

Wie sehr sich auch in unserer Region der Klimawandel auswirkt, kann eindrucksvoll das Beispiel Umbalkees zeigen

Das Umbalkees fließt aus dem Bereich unterhalb der Dreiherrnspitze (3499 m) - oben links - und der beiden Gubachspitzen nahezu 5 km ins Umbaltal; ihm entspringt als Umbalbach die Isel, der Herzfluss Osttirols.

Bis hierher soll auch der gerade entstehende Iseltrail führen.

Noch vor etwa 30 Jahren war die Gletscherzunge zwischen 40 und 100 m dick und zeigte an ihrem Ende(im Bild ganz rechts unten) ein eindrucksvolles Gletschertor mit der entspringenden Isel.


Das Gletschertor des Umbalkeeses 1985 Das mächtige Gletschertor des Umbalkeeses im Sommer 1985;
(die Dreiherrspitze in der Bildmitte oben).

Der Gletscher entlässt hier das milchig-grüne Schmelzwasser der jungen Isel.


Das Umbalkees 26 Jahre später (2011) 26 Jahre später hat sich das Umbalkees um nahezu 600 m zurückgezogen.

Von allen Gletschern Osttirols zeigt das Umbalkees den stärksten Rückgang.
Dort, wo ehedem das eindrucksvolle Gletschertor die junge Isel entließ, liegt nun ein flacher Sandersee (ganz rechts unten); die inzwischen stark ausgedünnte Gletscherzunge endet weit oben.



Was wird die nächste Generation noch bewundern können?

Klimavolksbegehren unterschreiben!




Die dunkle Seite der Wasserkraft


Kleinwasserkraft am Debantbach bei Lienz
Sie stellen 84 Prozent der ans Netz angeschlossenen Anlagen, liefern aber gerade einmal 4 Prozent des Wasserkraft-Stroms:

Kleinwasserkraftwerke

Sie denaturieren besonders lange Gewässerstrecken umd werden künftig immer unbedeutender für die Energiegewinnung insgesamt.

Wir bekommen keine neuen Bäche für die ausgeleiteten Gewässer.

Trotzdem fördern wir Steuerzahler Jahr für Jahr mit vielen Millionen diese immer fragwürdigere Stromerzeugung.

Sehen Sie sich diese ausgezeichnete Zusammenfassung über die dunklen Seiten der Wasserkraft an!

Der Iseltrail nimmt Gestalt an - Probewandern bereits möglich!


Wir haben über das große Projekt des Tourismusverbandes Osttirol schon im Vorjahr berichtet; nun ist es bereits auf der Website des TVBO und der Osttirol-Werbung zu finden:


Wandern an der Isel

Der Iseltrail

"Genusswandern am längsten noch frei fließenden Gletscherfluss der Alpen

Einzigartige Erlebnisroute durch eine magische Wasserwunderwelt mit individuell wählbaren Teilstrecken – Erkundungstouren ab sofort möglich!"


Spielen an der Isel Aus der Beschreibung: "Eine durchgehend markierte Wanderroute mit zahlreichen neuen Blickpunkten auf magische Plätze geht im Frühling 2020 an den Start. Der Iseltrail nutzt dabei überwiegend bestehende Wege. Alle baulichen Maßnahmen erfolgen behutsam, um die Natur zu schonen. Mit einer Gesamtlänge von 57,26 Kilometern und einer Höhendifferenz von insgesamt 1932 Metern gliedert sich der Iseltrail in 12 individuell wählbare Teilstücke"


Die kleinen Wunder am Wegesrand Als Unterkapitel finden Sie am Iseltrail-Eintrag auch die Bereiche "Attraktionen" sowie Vorschläge für einzelne "Etappen" und des weiteren noch den Abschnitt "Naturwunder Isel".

Erkundungen des neuen Iseltrails sind ab sofort möglich:

Auf der interaktiven Osttirol-Karte gibt es die genaue Streckenführung des Iseltrails, GPX Daten und Beschreibungstexte zu den einzelnen Etappen!

In der nächsten Zeit sollen auch schon erste Hinweisschilder aufgestellt werden.

Versuchen Sie es selbst einmal!

Kraftwerk Tauernbach-Gruben: Vier NGOs erheben Einspruch


Der Tauernbach soll auch hier unter Gruben fehlen: Die Tiwag will ihn ausleiten "Mit geballter Kraft gegen ein Kraftwerk am Tauernbach" berichtet die Tiroler Tageszeitung über das Pressegespräch , welches Alpenverein, Umweltdachverband, Verein Erholungslandschaft Osttirol und WWF in Matrei in Osttirol abhielten.
"Tauernbach-Kraftwerk - Die Tiwag will uns für blöd verkaufen" zitiert die Kleine Zeitung, "Kampf gegen Tauernbach-Kraftwerk geht weiter" befindet der Osttiroler Bote; "Matrei: Allianz gegen das Kraftwerk am Tauernbach" meldet Dolomitenstadt.

Am ausführlichsten berichten WWF und Alpenverein über die Argumente der NGOs in diesem Pressegespräch.

Auf unserer Webseite finden Sie mannigfache Beiträge zu diesem Bereich, z.B. über den Tauernbach selbst, die Unsinnigkeit und Gefährlichkeit dieses Kraftwerksprojektes, die Katastrophenanfälligkeit des Tauerntales, dass die TIWAg tatsächlich die Bevölkerung für dumm verkauft, dass auch Tirols Umweltanwalt gute Gründe gegen dieses Projekt anführt und dass im Vergleich der Wintererträge Sonnenstrom weit vor diesem Wasserkraftwerk liegt.

Zur politischen Wertschätzung der Photovoltaik anderswo ist die aktuelle Meldung auf oekonews interessant: Niederösterreich will seinen Sonnenstromanteil auf das Zehnfache ausbauen!


Zur noch weiteren Vertiefung - u.a. auch über Hintergründe und Alternativen, hat der Verein Erholungslandschaft Osttirol eine Linkliste zusammengestellt.

Österreichische und deutsche Kanu-Wildwasser-Meisterschaften auf Isel und Drau


Die Isel - ein exzellentes Kajak-Gewässer "Die Rückmeldungen der Sportler nach ihren ersten Fahrten sind ehrlich gesagt sensationell. Osttirol ist ein Paddlerparadies. Niemand kannte diesen Geheimtipp bisher" - so zitiert die Tiroler Tageszeitung David Piaskowski, der die Kanu-Wildwassermeisterschaften organisiert, die erstmals in Lienz stattfinden.
"In Deutschland gibt es kaum noch Flüsse, die man für einen solchen Top-Event nützen könnte, und wenn, dann führen diese zu wenig Wasser. Lienz und der gesamte Bezirk zählen zu den schönsten Wildwassergebieten, die zudem keineswegs überlaufen sind" erläutert Piaskowsky in Dolomitenstadt.

Die Bewerbe sollen vom Donnerstag, 20. Juni, bis Samstag, 22. Juni, ausgetragen werden. Wegen der immer noch Pegelstände werden die genauen Start- und Zielorte erst bekannt gegeben.

Alpenverein Matrei: Sandbankfest am Tauernbach - 16. Juni 2019

Update 16.06.2019:
Das Sandbankfest wird wegen der Hochwasserführung des Tauernbaches auf den Spätsommer verschoben!


Am Ausgang der Prosseggklamm in Matrei i.O. Wasser in der Landschaft ist besonders anziehend auch für den Menschen und bringt ihm Erlebnis und Erholung; sogar im österreichischen Wasserrechtsgesetz ist diese Erholungsfunktion festgehalten.

Der Alpenverein Matrei lädt zum "SANDBANKFEST" vor der Proßeggklamm in Matrei in Osttirol am 16. Juni 2019; es dauert von 09.00 bis 18:00 Uhr; das reichhaltige Programm für Jung und Alt ist hier abrufbar.

Flussbauexperten: Vorbild Isel


Die Isel in der Aufweitung Oberlienz Wieder einmal war die Isel das Ziel von Flussbauexperten aus ganz Österreich, wie die Tiroler Tageszeitung berichtet.

Die vor Jahrzehnten begonnenen und im Rahmen eines ökologischen Flussbetreuungskonzeptes weitergeführten Maßnahmen sind heute beispielgebend; wie wir schon vor Jahren geschildert haben.

Da die Isel als letzter großer Gebirgsfluss ohne Stau und Ausleitung fließt, ist sie auch ein unentbehrlicher Referenzfluss für die Wissenschaft; im Rahmen der Natura 2000-Diskussion hatten daher mehr als zwei Dutzend Wissenschafter aus Österreich und darüber hinaus an die EU appelliert, sie ungeschmälert zu erhalten.

Heute dürfen wir uns darüber freuen, dass die Isel weiterhin fließen wird - als Kostbarkeit nicht nur unseres Bezirkes, sondern im Natura 2000-Netzwerk als Teil des großen europäischen Naturerbes.

Kraftwerksprojekt Tauernbach: lernunfähige TIWAG


Wieder einmal lobt die TIWAG ihre Wasserkraftprojekte in Osttirol, wie z.B. in Dolomitenstadt und der Tiroler Tageszeitung nachzulesen ist.

Dass die TIWAG im Gegensatz zu anderen Landes-Stromgesellschaften ihren Horizont über die Wasserkraft hinaus nicht zu erweitern vermag, haben wir schon mehrfach dargelegt, zuletzt z.B. im Mai vorigen Jahres.

Was will man aber auch in einem Land erwarten, dessen zuständige Politiker noch immer nicht über jahrzehntealte Wasserkraft-Phrasen hinausgekommen sind?


Der winterliche Tauernbach in Raneburg - Strom für 20.000 Haushalte?? Wie sinnvoll wird ein Wasserkraftwerk im Winter nahezu ohne Wasser "für den regionalen Verbrauch" (TIWAG) sein? Das Kraftwerk Tauernbach der TIWAG könnte im gesamten Winterhalbjahr lediglich etwa 9 Prozent der Jahresstrommenge bringen; regionale Solarstromanlagen erzeugen im gleichen Zeitraum nachweislich 30 Prozent und mehr.

Umso wichtiger also, dass wenigstens sachinformierte Umweltgruppen und engagierte Bürger gegen unsinnige, teure und auch durchaus gefährliche Wasserkraftwerke - noch dazu auf Kosten unserer immer karger werdenden Natur - eintreten und in der weiteren Diskussion (und im Instanzenzug) in Frage stellen. Und damit stromwirtschaftlich und energiepolitisch widersinnige Projekte verhindern.

Zu Ergänzung:


UPDATE 18.05.2019:

Wie heute die Tiroler Tageszeitung meldet, hat die TIWAG nun den für sie positiven UVP-Bescheid.

Das Verfahren wird also weitergehen.

Um das Geld, welches der Bürgermeister der hochverschuldeten Gemeinde Matrei im Voraus bekommen hat, muss er also weiter zittern.

Wieder Gelder für Osttirol aus der Sonderförderung Natura 2000



Demo 2014 "Natura 2000 spült 600.000 Euro an das Iselufer" berichtet Dolomitenstadt, Gelder aus dem Sonderförderungsprogramm, die von der Tiroler Landesregierung beschlossen wurden.

Erinnern wir uns an die Zeiten, als man - bis hin zur Abwanderung aus dem Bezirk und zum Friedhof - alle Schrecklichkeiten prophezeit hatte, die durch das Einbringen der Isel in Natura 2000 zu erwarten wären - siehe Beispiele aus 2014 und 2015.....

Für den Schutz unserer Natur-Kostbarkeiten sind also langer Atem und dicke Haut nötig.
Danke auch unseren Unterstützern!

Sogar Rechnungshof besorgt um Zustand unserer Fließgewässer



Die Drau mit einem Seitenbach Der Rechnungshof kritisiert die Säumigkeit Österreichs bei der gebotenen Verbesserung unserer Fließgewässer

Nur 40 Prozent unserer Fließgewässer sind in einem ökologisch gutem Zustand - bislang wurden nur 11 Prozent der nötigen Mittel für Verbesserungsmaßnahmen investiert - der Bund stellte keine Mittel zur Verfügung - schon 2012 und 2015 Verzögerungen durch RH bemängelt ...

Die Presseinformation des Rechnungshofes spricht sehr deutlich den nachlässigen Umgang unseres Landes mit den Verpflichtungen gegenüber unseren Gewässern an!

Einige Medienstimmen hierzu:



In einer Aussendung zum Rechnungshofbericht fordert der WWF ein Schutzpaket für unsere Gewässer und macht die nachteiligen Auswirkungen der bisherigen Versäumnisse und die Bedrohung durch neue geplante Eingriffe deutlich.

"Rette unser Wasser": Dank an Unterzeichner!



Auch die Isel soll weiter frei fließen! Es war das drittstärkste Ergebnis aller EU-Konsultationen - die europaweite Unterschriftenaktion gegen eine Aufweichung der Wasserrahmenrichtlinie der EU:

Mehr als 375.000 Unterzeichnerinnen sind für eine starke Wasserrahmenrichtlinie eingetreten.

Die Aktion wurde von vielen Gruppierungen und Bürgern getragen; in Österreich haben sie Umweltdachverband und WWF initiert; sie fordern jetzt entsprechendes Handeln der Politik und werden weiter dran bleiben.

Ein großes Danke an alle Beteiligten!

"Iseltrail": zügige Umsetzung



Die urige Isel im Virgental - ein Erlebnis! Im Herbst letzten Jahres stellten wir den "Iseltrail" vor, einen entstehenden Weitwanderweg entlang der Isel von Lienz bis in das Umbaltal.

Wie Dolomitenstadt nunmehr berichtet, wird emsig an der Umsetzung gearbeitet; bereits im kommenden Sommer soll mit einer "Schnuppervariante" gestartet werden.

TVBO-Obmann Franz Theurl: „Im Sommer werden wir mit unseren Rucksäcken am Gletschertor stehen.“

Kraftwerk Schwarzach: Erweiterung auf Kosten unserer Natur

Wir haben es schon vor mehr als 10 Jahren festgehalten: Die Tiwag will späterhin die Schwarzach noch stärker ausbeuten als bisher. Und später, bei der feierlichen Eröffnung der ersten Ausbaustufe des Schwarzach-Kraftwerkes, bestätigt dies auch Bürgermeister Hopfgartner.

Auch auf den Hintergrund dieses ratenweise Kraftwerksbaues haben wir seinerzeit hingewiesen: Zuerst wollte die TIWAG den Ökostromtopf plündern - und nach Ablauf des zehnjährigen Förderungszeitraumes der Schwarzach noch mehr Wasser entziehen!


Die Schwarzach - wie sie früher flossNun ist es tatsächlich soweit.

Nachdem die wasserrechtliche Genehmigung schon früher erteilt worden ist, soll nun dieser noch extremeren Gewässerausbeutung in einer Art Ablasshandel ein naturschutzrechtliches Mäntelchen umgehängt werden. Über diese Tamariskenpflanzaktion haben schon im Vorjahr Medien kritisch berichtet, z.B. besonders treffend Dolomitenstadt.

Anfang März wurde in Innsbruck die naturschutzrechtliche Verhandlung durchgeführt. Landesumweltanwalt und Umweltvereine (auch unser Verein Erholungslandschaft Osttirol) haben ablehnend Stellung bezogen und diese begründet. In einer Aussendung des WWF sind massive Bedenken und die Begründungen dafür angeführt (siehe z.B. Tiroler Tageszeitung oder auch Dolomitenstadt (siehe in beiden auch die Diskussion!).

Gleichwohl aber ist an einer Genehmigung dieser Kraftwerkserweiterung kaum zu zweifeln - allzu eng ist in Tirol das Naheverhältnis von TIWAG und Politik (und dieser oft fügsamen Beamtenschaft).

Trotzdem bleiben aber die (auch gutachterlich belegten) Tatsachen:

Durch den künftig noch stärkeren Wasserentzug wird sich der Wasserlebensraum weiter verkleinern und in den Sommer- und Herbstmonaten die mittlere Wassertiefe und Fließgeschwindigkeit abnehmen. All dies sind entscheidende Faktoren für die Dynamik eines Gewässers und dessen Qualität für bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Besonders problematisch sind diese Veränderungen für das Fortkommen der Ufertamariske, die in einzelnen Bereichen der Ausleitungsstrecke (noch) auftritt. Auch die Schaffung eines Ersatzlebensraumes oberhalb der Ausleitungsstelle garantiert keineswegs einen dauerhaften Bestand.

Die Schwarzach-Tamarisken sind deshalb von Bedeutung, da sie Teil einer Metapopulation (übergeordnetes Großvorkommen) sind, wie das populationsgenetische Gutachten Scheidegger klar dargestellt hat; ihre Erhaltung ist von daher für den Gesamtbestand von größter Bedeutung.

Zur Tamariske im Zusammenhang mit Kraftwerksbauten erschien 2014 eine Arbeit von Prof.Dr.N.Müller mit der besonders schwerwiegenden Abschlussbemerkung:

„Auf Grund der akuten Gefährdung der FFH-Lebensräume „Alpine Flüsse“ in der EU und im Besonderen im Alpenbogen, müssen der Schutz der letzten größeren naturnahen Fließstrecken mit naturnaher Abfluss- und Geschiebedynamik und die Erhaltung der letzten Populationen der Tamariske oberste Priorität haben.“

Wie erklärt man dies aber wertblinden Politikern oder Technikern?

Studie: Ohne Sonnenstrom verfehlt Tirol seine Energieziele

Könnte es eine klarere Bestätigung unserer Darlegungen im letzten Beitrag (unten) geben, als den Exklusiv-Bericht der Tiroler Tageszeitung: "Ohne Solar am Dach scheitern Energieziele in Tirol"?

Eine im Auftrag des Landes Tirol erstellte Studie hat klargestellt, dass neben einer sehr deutlichen Senkung des Endenergieverbrauches ein weiterer Ausbau der Wasserkraft keineswegs ausreicht, sondern eine "massive Offensive beim Ausbau von Photovoltaikanlagen" nötig sei; "85 Prozent aller geeigneten Dachflächen sind deshalb mit Modulen zu bestücken - etwa 20mal mehr als der heutige Bestand in Tirol".

Befragt zu dieser Studie reicht das energiewirtschaftliche Fassungsvermögen des zuständigen Tiroler Landespolitikers offensichtlich nur bis zum jahrzehntelang eingeübten Stehsatz: „Wir sehen, dass der Ausbau der Wasserkraft unbedingt notwendig ist.“

..... War da nicht noch etwas?

Daher nochmals:
OFFIZIELLES TIROL: BITTE AUFWACHEN!!!

Winterertrag: Sonnenstrom weit vor Wasserkraft

"Auf allen geeigneten Dächern Tirols könnte man so viel Energie erzeugen, wie jährlich in Tirol verbraucht wird" zitiert die "Tiroler Tageszeitung" am 11. Juni 2015 den Leiter der Landesstatistik Manfred Riedl. "Das sorgte selbst unter Fachleuten für Staunen".

Riedl hatte die Interreg-Studie "SOLAR TIROL" über die Solarpotentiale in Tirol und Südtirol dagestellt, deren umfangreiche Ergebnisse öffentlich zugänglich sind; besonders interessant darunter z.B. die Karte mit den Solarpotenzialen, auf welcher für jedes Gebäude Tirols die Nutzungsmöglichkeiten für Photovoltaik und Solarthermik abrufbar sind!

Sonnenstrom - auch im Winter ergiebig!Und welche Praxiserfahrungen gibt es zum Sonnenstrom?

Der Sonnenstrom liegt in seinem Wintertrag weit vor dem vieler Wasserkraftwerke, wie ein Blick auf die Ertragsstatistik zeigt.

Überzeugen Sie sich selbst, an aktuellen Beispielen aus unserem Bezirk.

Die PV-Anlage der Gemeinde Iselberg-Stronach z.B. hatte im abgelaufenen jahr 2018 nicht nur - wie auch in den Vorjahren - einen deutlich höheren Ertrag als vorausberechnete Durchschnittwerte, sondern ein Sommer-Winterverhältnis von fast genau 70% zu 30 %; in anderen Jahren war es noch günstiger.

Auf der Webseite PV-Monitoring der Firma sunesolution können Sie die Daten und Erträge dieser zitierten Gemeinde-Anlage Iselsberg Stronach (dzt. an vorletzter Stelle der Übersichtstabelle) ansehen, darüber hinaus auch die einer großen Anzahl weiterer kommunaler und privater Anlagen in Osttirol und Oberkärnten abrufen.

Die Sinnhaftigkeit der Solarnutzung wird anderswo erkannt, auch in bisherigen Wasserkraftkonzernen.

So sieht z.B. der Vorstandsdirektor der Verbundgesellschaft Wolfgang Anzengruber die Photovoltaik "massiv kommen" und verlangt ihren starken Ausbau, "wenn wir eine Chance haben wollen, die Klimaziele zu erreichen"(Kleine Zeitung 18.5.2018). Anzengruber schlägt auch eine Änderung der Bauordnung vor, "die dann kein neues Haus mehr ohne PV-Anlage auf den Dach erlaubt. Auch auf ungenützten Industrieflächen müssen wir PV-Anlagen errichten" (OÖNachrichten 15. 05.2018).

Auf weitere Lernbeispiele für die TIWAG über den Umgang anderer Stromgesellschaften mit Photovoltaik haben wir schon verwiesen.

Was ist trotz dieser umfangreichen Unterlagen und bisherigen guten Erfahrungen zur möglichen Solarnutzung in Tirol inzwischen geschehen?

Fast nichts!
(von einigen initiativen Bürgern und Betrieben abgesehen)


Der Tauernbach bei Raneburg im WinterDie offizielle Politik des Landes beschwört mantraartig immer noch einzig die Wasserkraft und deren weiteren Ausbau; die TIWAG erst recht.

So läuft das Genehmigungsverfahren des TIWAG-Projektes "Wasserkraftwerksprojekt Tauernbach" noch immer, obwohl dieses Kraftwerk ein Verhältnis von Sommer- zu Wintererzeugnis von 92 zu 8 hätte (nicht einmal ein Drittel des Winterertrages der allermeisten Solaranlagen bei uns!), also ein reines Sommerkraftwerk wäre. Trotzdem streut die TIWAG immer noch dümmliche Werbephrasen in das Volk.

Unsere Bäche wachsen nicht nach, die meisten und ergiebigsten sind schon stromwirtschaftlich genutzt; im Winter fällt das Angebot an Wasserkraft drastisch ab - obwohl zu dieser Zeit der Stromverbrauch am höchsten ist.

OFFIZIELLES TIROL: BITTE AUFWACHEN!!!