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Natura 2000: Nachwehen der Isel-Nominierung

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Der Beschluss der Tiroler Landesregierung vom 3. März 2015, die gesamte Isel und Teile ihrer Zubringer für Natura 2000 zu nominieren, hat diesen letzten großen Alpenfluss Österreichs endlich aus der Geiselhaft einiger Bürgermeister befreit und wird ihn als europäischen Naturerbe der Allgemeinheit unzerstört erhalten.

Nach dem Tiroler Naturschutzgesetz müssen Natura 2000-Gebiete in Tirol mit einer landeseigenen Naturschutzkategorie versehen werden. Das Land Tirol hat bereits den Entwurf einer Verordnung rechtsverbindlich kundgetan: neben der eigentlichen Kundmachung den Verordnungsentwurf sowie [PDF /home/.sites/59/site8594624/web/pdfs/bem-ns-isel.pdf nicht gefunden!]. "Dolomitenstadt" bot eine Übersichtskarte hierzu an; diejenige vom Land Tirol ist noch nicht veröffentlicht.

Die Frist für Stellungnahmen beträgt acht Wochen.

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Nach den bisherigen Erfahrungen war nicht zu erwarten, dass diese Entscheidung der Tiroler Landesregierung ohne weitere starke Störgeräusche einiger betroffener Bürgermeister in der Iselregion bliebe.

Radio Osttirol ("Audiobeitrag anhören") bringt im Originalton Reaktionen auch einiger Bürgermeister, darunter Matreis BM A. Köll.


Matreis Bürgermeister A. Köll opponiert weiterhin massiv gegen Natura 2000Köll verkündet z.B. Interventionen bis hin zum Europa-Parlament und zur Europäischen Kommission und droht mit der Ausschöpfung aller rechtlichen Schritte gegen den "ungerechtfertigten Ausweisungsvorschlag".

Derartige Formulierungen finden sich dann geradezu wortident unter verschiedenen Pseudonymen in Kommentaren auf Dolomitenstadt - dort formal meist erkennbar an der besonderen Länge und der Diktion, inhaltlich am Detailinformationen und Recherchen, die sonstigen Bloggern sicher nicht zur Verfügung stehen. Auch die Gehässigkeit gegen Andersdenkende ist typisch. Insgesamt ist diese Kommentarreihe ein Sittenbild aus der Iselregion, würdig der Archivierung für spätere Generationen. Und typisch auch im Vergleich zu Vorgängen fast genau 25 Jahre früher bei der Entstehung des Nationalparks Hohe Tauern - sogar Akteure von damals sind heute noch am Werk.

Bürgermeister Unterweger (Kals) hatte sich schon beim Runden Tisch in Kals gegen die Pauschalverunglimpfung des Nationalparks durch Köll ausgesprochen und gerät nun geradezu ins Kreuzfeuer anonymer Poster - z.T. in Dolomitenstadt (wie schon erwähnt), aber auch in der "Kleinen Zeitung", wo eine bestimmte Redakteurin unverblümt gegen Natura 2000 schreibt, LA Kuenz und BM Unterweger einen geheimen "Deal" unterstellt und dies noch mit absurden Behauptungen über künftige Tamarisken-Umpflanzaktionen garniert; ergänzt wird dieser Beitrag durch bösartige Zuschriften (Hermann Kuenz bestreitet den "Kalser Deal").

Schlimm für die gesamte Iselregion ist, dass durch solche Negativ-Aktionen sehr viel verbrannte Erde zurückbleibt und ein gedeihlicher Weg in die Zukunft äußerst schwierig sein wird.

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